Antigua Guatemala: Tipps für deine Reise
Nur rund 50 Kilometer von Guatemala-Stadt entfernt, liegt das wunderschöne Kolonialstädtchen Antigua Guatemala. Prächtige Kolonialbauten, beeindruckende Klosterruinen und imposante Kirchenfassaden verleihen der einstigen Hauptstadt des Landes seinen unverwechselbaren Charakter. Die bei Einheimischen wie Touristen beliebte Stadt begeistert zudem mit gemütlichen Cafés, einladenden Geschäften und renommierten Spanisch-Sprachschulen – eingebettet in die eindrucksvolle Kulisse dreier mächtiger Vulkane.
Inhaltsverzeichnis
Es ist kaum zu übersehen, wann man die Hauptstadt der Provinz Sacatepéquez im Panchoy-Tal erreicht: Der Asphalt endet abrupt und geht in die engen, gepflasterten Straßen von Antigua Guatemala über. Plötzlich scheint die Zeit um mehr als zweihundert Jahre zurückgedreht. Kirchen und koloniale Bauwerke stehen hier neben schattigen Parks und begrünten Alleen. Diese eindrucksvolle Szenerie wird von den drei Vulkanen Agua, Fuego und Acatenango eingerahmt, die das auf 1.580 Metern Höhe gelegene Städtchen um mehr als 2.000 Meter überragen und dennoch zum Greifen nah erscheinen. Heute präsentiert sich die ehemalige Hauptstadt als lebendiges Museum der Kolonialzeit, das zugleich sämtliche Annehmlichkeiten der Moderne bietet. Antigua ist weltoffen und kosmopolitisch, bleibt dabei jedoch tief in seiner Tradition verwurzelt und stolz auf seine Geschichte.
Unterkunftstipp für Deinen Aufenthalt in Antigua
Das Hotel El Mesón de María verfügt nicht nur über geschmackvoll eingerichtete Zimmer im Kolonialstil und eine tolle Lage im Zentrum Antiguas, sondern punktet auch mit einer Dachterrasse, die einen fantastischen Blick auf die umliegenden Vulkane ermöglicht. Das Frühstück ist inklusive. Hier findest du das Hotel bei Booking.com.

Reisetipps für Antigua
Wissenswertes vorab
Nach harten Kämpfen gegen die indigene Bevölkerung und wiederholten Naturkatastrophen gründeten die Spanier unter Pedro de Alvarado 1527 die erste Hauptstadt Santiago de Goathemala, mussten sie jedoch nach einer Schlammlawine 1541 wieder aufgeben. Im nahegelegenen Panchoy-Tal entstand 1543 das heutige Antigua, das sich in den folgenden 230 Jahren zum bedeutendsten kolonialen Zentrum Mittelamerikas entwickelte. Philipp II. von Spanien adelte die Stadt im Jahr 1566, wodurch sie ihren vollständigen Namen erhielt: La Muy Noble y Leal Ciudad de Santiago de los Caballeros de Goathemala. Trotz Erdbeben, Epidemien und Vulkangefahr wuchs die Stadt auf über 50.000 Einwohner und wurde reich ausgestattet mit Kirchen, Schulen, Klöstern und Universitäten. 1773 zerstörte ein schweres Erdbeben die Stadt weitgehend, woraufhin die Hauptstadt endgültig nach Guatemala-Stadt verlegt wurde. Doch Antigua wurde nie vollständig verlassen. Nach der Säkularisierung des Kirchenbesitzes im Jahr 1871 setzte mit dem Verkauf von Land an deutsche und nordamerikanische Investoren eine neue Entwicklungsphase ein. Gleichzeitig etablierte sich der Kaffeeanbau als wichtiges Exportgut der Region. 1944 wurde die Stadt zum Nationaldenkmal erklärt, 1965 folgte die Auszeichnung als Kulturerbe Amerikas. Ein schweres Erdbeben richtete 1976 erneut erhebliche Schäden an, bevor Antigua 1979 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde.
Orientierung
Die Avenidas (Av.) verlaufen in Nord-Süd-Richtung (Norte–Sur). Zur Orientierung dient der im Süden gelegene Vulkan Agua, während im Norden das markante Kreuz auf dem Cerro de la Cruz sichtbar ist. Die quer dazu verlaufenden Calles (C.) erstrecken sich von West (Poniente) nach Ost (Oriente). Südwestlich der Stadt liegen die Vulkane Fuego und Acatenango. Der aus Guatemala-Stadt kommende Verkehr erreicht das Zentrum über die Einbahnstraße 3. Calle Oriente. In Verlängerung der 4. Calle Poniente befinden sich der Markt und dahinter der Busbahnhof; die 4. Calle Oriente führt zurück in Richtung Hauptstadt.

Was Du in Antigua machen kannst
Das Kolonialstädtchen ist wie ein lebendiges Museum und Du kannst Dir Unmengen an Kirchen, kolonialen Überresten und auch einige Museen anschauen. Bei einem Besuch Antiguas sollte ein Besuch des Hauptmarktes und des Kunsthandwerksmarkts gegenüber ebenso wenig fehlen wie ein Abstecher zum Cerro de la Cruz, einem Aussichtshügel oberhalb der Stadt mit einem fantastischen Blick. Kaffeeliebhaber kommen in Antigua nicht nur in den zahlreichen Coffee Shops auf ihre Kosten, sondern man kann sein Wissen über Kaffee auch mit einer Tour auf einer Kaffeeplantage vervollständigen. Wer dem aktiven Vulkan Fuego näherkommen möchte, kann dies auf einer Trekkingtour wagen. Wer religiöses Spektakel mag, sollte die eindrucksvollen Osterfeierlichkeiten nicht verpassen. Und last but not least ist Antigua der perfekte Ort, um Spanisch zu lernen.

Sehenswürdigkeiten in Antigua
Das Kolonialstädtchen am Fuße des Vulkans Agua lädt geradezu zum Erkunden und Bummeln ein. Am besten Ihr plant schon mal mehr Zeit ein, als vorgesehen.
Der Parque Central und umliegende Gebäude
Wie in den meisten kolonialen Städten, bildet auch in Antigua der Parque Central das Zentrum der Stadt. Von hier aus wurde das gitterförmige System aus Avenidas und Calles angelegt. Der Platz war historisch Schauplatz unterschiedlichster Ereignisse und wurde erst 1704 gepflastert; 1739 kam der Sirenenbrunnen hinzu. Heute ist er ein lebendiger Treffpunkt unter Jacarandas und Tulpenbäumen, geprägt von Straßenleben und Verkäufern. An der Südseite steht der Palacio de los Capitanes Generales, der über 200 Jahre das Verwaltungszentrum Zentralamerikas war. Das Gebäude von 1558 wird derzeit restauriert, die dortigen Institutionen sind vorübergehend ausgelagert. Im Norden liegt das gut erhaltene Rathaus Palacio del Noble Ayuntamiento (1770), das zahlreiche Erdbeben überstand. An der Ostseite befindet sich die Catedral Metropolitana, deren heutige Form nach mehreren Einstürzen und Wiederaufbauten stark reduziert ist. Ursprünglich eines der prächtigsten Bauwerke der Kolonialzeit, wird sie heute nur noch als Pfarrkirche genutzt; dahinter liegen die Ruinen der alten Kathedrale sowie der ehemalige Erzbischofspalast, heute Casa de la Cultura. Auf der Westseite schließt das Portal de los Mercaderes mit seinen Arkaden, Geschäften und Cafés den Platz ab.

Der Arco Santa Catalina
Als das Kloster Concepción aus allen Nähten zu platzen drohte, erhielten vier Nonnen die Erlaubnis, das Kloster Santa Catalina Virgen y Mártir zu gründen. Doch schon bald reichte auch dieser Raum nicht mehr aus, sodass 1693 eine Erweiterung auf das gegenüberliegende Grundstück beschlossen wurde, verbunden durch einen Bogengang. Dieser erlaubte den zeitweise über 100 Nonnen, sich unbemerkt zwischen den Gebäudeteilen zu bewegen. Der Bogen überstand die schweren Erdbeben weitgehend unbeschadet und wurde im 19. Jahrhundert restauriert. Heute sind in beiden Klosterbereichen Hotels untergebracht. Der markante Bogen gilt gemeinsam mit dem Vulkan Agua im Hintergrund als eines der bekanntesten und meistfotografierten Wahrzeichen Antiguas.

Santo Domingo
Der Konvent Santo Domingo östlich des Stadtzentrums zählt bis heute zu den eindrucksvollsten Bauwerken Antiguas. Das aufwendig restaurierte Gebäude dient inzwischen als Luxushotel, in dem auch gesellschaftliche Veranstaltungen und Hochzeiten stattfinden. Schon im 16. und 17. Jahrhundert lebten die Dominikaner hier unter vergleichsweise komfortablen Bedingungen: Neben weitläufigen Kräuter- und Obstgärten verfügten sie über große, mit Fliesen ausgekleidete Fischbecken mit Fontänen. Berühmt war zudem die prachtvolle Kirche des Ordens, die als eine der silberreichsten ihrer Zeit galt. Der Dominikanerorden, 1528 aus Spanien nach Guatemala gekommen, wurde durch bedeutende Persönlichkeiten geprägt – insbesondere durch den ersten Bischof Guatemalas, Francisco Marroquín, sowie Fray Bartolomé de las Casas, der für seine friedliche Missionierung der indigenen Bevölkerung bekannt wurde.
La Merced
Der Mercedarierorden, der bereits 1534 nach Guatemala kam, benötigte rund 200 Jahre, um die Kirche und den Konvent La Merced fertigzustellen. Verzögerungen durch häufige Erdbeben und ungeeignete Baumeister prägten den langen Bauprozess. Dennoch wurde der erst 1760 vollendete Komplex bereits 1776 erneut schwer beschädigt. Der teilweise restaurierte Konvent ist heute besonders wegen seines großen Innenhofbrunnens – ursprünglich aus einem Franziskanerkloster – sowie des beeindruckenden Blicks auf die Vulkane sehenswert. Hervorzuheben ist zudem die kunstvolle Kirchenfassade im spätbarocken Churriguerismus, einer nach José Churriguera benannten Stilrichtung mit reich verzierten Stuckreliefs, floralen Motiven und ornamentalen Formen. Im Inneren finden sich beidseitig Kapellen mit geschnitzten und vergoldeten Altären; die Kirche wird bis heute für Taufen und Hochzeiten genutzt.

San Francisco
Der gewaltige Komplex von Kirche und Konvent San Francisco südöstlich des Zentrums – größer als die Kathedrale Antiguas – gehört zu den wenigen kolonialen Ruinen, die zumindest teilweise restauriert wurden. Dennoch ließ sich der einstige Glanz der Anlage nicht wiederherstellen, insbesondere der für seine geschnitzte Holzdecke und farbigen Glasfenster berühmten Kirche. In einer Seitenkapelle befindet sich das Grab von Pedro de San José Bethancourt (1626–1667), das bis heute als viel besuchte Pilgerstätte gilt. Der ehemalige Franziskaner verließ 1654 seinen Orden und widmete sich fortan der Pflege armer und kranker Menschen. Mit Hilfe von Spenden gründete er später ein Krankenhaus. An seiner Grabstätte legen Genesene bis heute Dankestafeln ab, die seine Verehrung bezeugen. Rund hundert Jahre nach seinem Tod wurde er von Papst Clemens heiliggesprochen; ein bekanntes Krankenhaus in Antigua trägt noch heute seinen Namen.

Kolonialgebäude
Viele der prachtvollen kolonialen Privathäuser Antiguas bleiben verborgen, da sie hinter hohen Mauern liegen und das Straßenbild dadurch vergleichsweise schlicht wirkt, auch wenn Kletterpflanzen wie Bougainvilleen Farbakzente setzen. Wer einen Blick ins Innere erhält, findet meist ein- bis zweistöckige Häuser mit Räumen rund um einen Innenhof (Patio), oft ergänzt durch Glockentürmchen oder Rauchabzüge sowie einen eigenen Brunnen als Wasserquelle und Waschplatz. Beispiele dafür sind die Casa de los Leones, heute als Posada Don Rodrigo eines der ältesten Hotels Mittelamerikas, sowie die aufwendig restaurierte Casa Popenoe aus dem 17. Jahrhundert, die nach ihrer Rekonstruktion durch Dr. Wilson Popenoe detailreich eingerichtete Kolonialräume, eine große Küche und einen Dachaufstieg mit Panoramablick bietet. Ebenfalls sehenswert ist die Casa del Conde an der Plaza, einst Besitz des Conde de Gomero, die heute einen Buchladen und das Café Condesa beherbergt.
Die Märkte Antiguas
Auf dem Mercado Central beim Busterminal, dem wichtigsten Markt Antiguas, bekommt man eigentlich so gut wie alles: Obst, Gemüse, Fleisch, Textilien, Elektronikartikel, Taschen, Kleidung und vieles mehr. Hauptmarkttage sind Montag, Donnerstag und Samstag. Im überdachten Teil des Marktes kann man auch günstig essen … und auch schon mal die Orientierung in den schmalen Gängen verlieren. Vorsicht Taschendiebe! Auf der gegenüberliegenden Seite des Marktes befindet sich der große Kunsthandwerksmarkt. Die Auswahl ist riesig, die Preise Verhandlungssache. Manchmal bekommt man Kunsthandwerk billiger im regulären Markt. Einfach mal vergleichen …

Der Cerro de la Cruz
Rund 30-45 Gehminuten sind es vom Parque Central bis hoch zum hinter dem CandelariaViertel gelegenen Hügel Cerro de la Cruz, dessen Kreuz man schon vom Weiten sieht. Von hier oben hat man den wohl schönsten Blick auf Antigua und die Vulkane Agua, Fuego und Acatenango. Da es dort oben schon zu Überfällen gekommen ist, sollte man den Cerro nur tagsüber und idealerweise in einer kleinen Gruppe besuchen.

Touren, Ausflüge und Aktivitäten
Die Dörfer rund um Antigua
Rund um Antigua finden sich zahlreiche kleine Dörfer, die alle ihre Besonderheiten haben und sich für kürzere Trips anbieten.
San Felipe und Jocotenango
San Felipe ist von Antigua aus gut zu Fuß erreichbar und liegt etwa einen Kilometer stadtauswärts hinter dem Cerro de la Cruz entlang der 6. Avenida. Die gotische Kirche beherbergt den Cristo Sepultado (Jesús Yacente), eine verehrte Holzfigur Christi, die besonders in der Fasten- und Osterzeit zahlreiche Pilger anzieht. Einmal jährlich erinnert eine Fiesta an die Überführung der Figur im Jahr 1670. Vor der Kirche belebt ein kleiner Markt die Plaza mit Kunsthandwerk, Süßigkeiten und Holzspielzeug. Nördlich von San Felipe liegt Jocotenango, das in der Kolonialzeit als Eingangstor nach Antigua diente und heute vor allem durch Kaffeeverarbeitung geprägt ist. Neben Kirche und Brunnen ist das wichtigste Ziel das La Azotea Cultural Center mit zwei Museen: der Casa K’ojom zur indigenen und spanischen Musiktradition sowie dem Museo del Café, das die Geschichte und Verarbeitung des Kaffees in Guatemala vermittelt und Verkostungen anbietet. Busse nach San Felipe und Jocotenango fahren regelmäßig vom Terminal hinter dem Markt in Antigua.

Ciudad Vieja und San Antonio Aguas Calientes
Südöstlich von Antigua liegt Ciudad Vieja, die erste Hauptstadt Guatemalas (1527–1541), die später durch Unwetter zerstört wurde. Besonders zur Fiesta der Inmaculada Concepción am 8. Dezember ist der Ort mit traditionellen Tänzen und der „quema de granadas“ einen Besuch wert; ansonsten geht es dort eher ruhig zu. Der Ort ist gut per Bus vom Terminal hinter dem Markt in Antigua erreichbar. Etwa 14 km entfernt befindet sich San Antonio Aguas Calientes, bekannt für hochwertige Webarbeiten, insbesondere doppelseitig gewebte huipiles, sowie Kunsthandwerk und Landwirtschaft. In der Franziskanerkirche wird der Heilige San Antonio de Padua verehrt, dessen Fest am 13. Juni gefeiert wird. In der Nähe lädt das Balneario San Andrés zum Baden ein; regelmäßige Busverbindungen bestehen ebenfalls von Antigua aus.
San Juan del Obispo und Santa María de Jesús
Südöstlich von Antigua führt eine Straße Richtung Vulkan Agua über San Pedro Las Huertas nach San Juan del Obispo, wo der restaurierte erzbischöfliche Palast aus dem 16. Jahrhundert steht. Er bietet Einblicke in das koloniale Kirchenleben und beherbergt religiöse Kunst und einen vergoldeten Altar, der von Ordensschwestern zugänglich gemacht wird. Weiter östlich liegt Santa María de Jesús am Fuße des Vulkans Agua, ein indigenes Dorf auf über 2.000 Metern Höhe und Ausgangspunkt für Vulkanbesteigungen. Von dort führt eine unbefestigte Straße weiter nach Palín; in der Nähe befindet sich zudem das Chateau DeFay, die einzige Weinkellerei Guatemalas.

Vulkanbesteigungen
Die Vulkane Agua und Acatenango können bestiegen werden, der aktive Fuego sollte gemieden werden. Der Schwierigkeitsgrad variiert je nach Route. Auch Ausflüge zum Vulkan Pacaya lassen sich problemlos als Tagesausflug von Antigua aus organisieren, da zahlreiche Agenturen günstige Touren inklusive Transport, Guide und Begleitung anbieten. Für alle Besteigungen ist warme Kleidung unerlässlich, da es auf den Gipfeln sehr kalt und windig werden kann. Wer dort übernachten möchte, sollte Zelt, Schlafsack und ausreichend Wasser mitführen. Zudem wird dringend empfohlen, nicht allein zu gehen und Wertsachen bis auf etwas Bargeld im Hotelsafe zu lassen.
Vulkan Acatenango
Die organisierte Acatenango/Fuego-Tour zählt zu den beliebtesten Wanderungen von Antigua aus und kann als Tagestour durchgeführt werden. Für mehr Zeit am Berg und ein intensiveres Erlebnis empfiehlt sich allerdings die 2-Tagestour, die eine Zeltübernachtung am Acatenango beinhaltet. Ausgangspunkt für die Wanderungen ist der Trailhead bei La Soledad (ca. 1 Stunde Fahrt von Antigua aus). Danach geht es in etwa 4–6 Stunden durch wechselnde Vegetationszonen steil rauf auf ca. 3600 Meter. Dort wird übernachtet (Zelte oder einfache Hütten je nach Anbieter), meist mit Abendessen und Ausrüstung im Paket enthalten. Am Abend ist – optional und je nach Anbieter – ein zusätzlicher, aber anspruchsvoller Aufstieg Richtung Volcán Fuego möglich, um aktive Eruptionen aus nächster Nähe zu beobachten. Am zweiten Tag folgt frühmorgens der Gipfelaufstieg auf den Acatenango (3976 m) für den Sonnenaufgang, anschließend Abstieg und Rückkehr nach Antigua. Die Tour ist anstrengend (Höhe, Kälte, steile Vulkanasche)! Übliche Leistungen der Touren: Transport ab/bis Antigua, Guide (verpflichtend), Unterkunft am Berg, warme Mahlzeiten und oft Leihausrüstung (Jacke, Schlafsack, Stirnlampe). Empfohlen werden gute Kondition, warme Kleidung und ausreichend Wasser.

Vulkan Agua
Der Gipfel des Vulkans Agua ist relativ leicht in 4-5 Stunden zu erreichen, sollte jedoch aufgrund möglicher Überfälle nur im Rahmen einer geführten Tour bestiegen werden. Besonders an Wochenenden übernachten viele – meist lokale – Besucher auf dem Gipfel, um den Sonnenaufgang zu erleben. Der Aufstieg beginnt in Santa María de Jesús auf rund 2100 Metern Höhe an der Ostflanke des Vulkans. Von dort führt der gut erkennbare Weg zunächst am Friedhof vorbei und weiter entweder über einen steileren Direktpfad oder eine längere Serpentinenroute. Nach etwa vier Stunden erreicht man den Gipfelbereich mit Kraterzone und Sendemasten für die Telekommunikation. Für eine Tagestour wird ein sehr früher Start zwischen 5 und 6 Uhr empfohlen.

Spanisch lernen in Antigua
Antigua Guatemala ist weiterhin die wichtigste und beliebteste Anlaufstelle für alle, die in Guatemala Spanisch lernen möchten. Die Stadt bietet Dutzende Sprachschulen mit individuellem Unterricht und kleinen Lerngruppen. Viele Schülerinnen und Schüler entscheiden sich zudem für die Unterbringung in einer Gastfamilie, um ihre Sprachkenntnisse direkt im Alltag in die Praxis umzusetzen. Allerdings ist nicht jede Familie gleichermaßen gesprächig. Die meisten Sprachschulen bieten ein abwechslungsreiches Ausflugsprogramm und Möglichkeiten zur Freiwilligenarbeit. Beliebte Schulen sind die Antigüeña Spanish Academy, die Don Pedro de Alvarado Spanish School, die Tecú Umán Spanish School und die Ixchel Spanish School.
Essen & Trinken in Antigua
In Antigua Guatemala erwartet euch eine abwechslungsreiche Gastronomieszene zwischen historischen Innenhöfen, farbenfrohen Gassen und beeindruckender Vulkanlandschaft – von traditioneller guatemaltekischer Küche über internationale Restaurants bis hin zu guatemaltekischem Fast Food.
Besonders bekannt ist Antigua für seinen erstklassigen Kaffee aus den umliegenden Vulkanregionen. Charmante Cafés wie das Café Condesa am Parque Central oder das etwas außerhalb liegende Café La Escalonia und zahlreiche Coffeeshops wie etwa das Al Tueste Coffee House laden dazu ein, die aromatischen Spezialitäten der Region zu genießen – oft in liebevoll restaurierten Kolonialgebäuden oder idyllischen Gartenhöfen. Auch Feinschmecker kommen auf ihre Kosten: Von traditionellen Gerichten wie Pepián (kräftiger Fleisch- und Gemüseeintopf), Kak’ik (traditionelle Maya-Truthahnsuppe) und Tamales (Maisteigtaschen mit Fleischfüllung) bis hin zu kreativer internationaler Küche bietet Antigua für jeden Geschmack das passende Restaurant. Typische Küche servieren beispielsweise La Cuevita de Urquizú, Los Tres Tiempos und el Portón Típico.
Ergänzt wird das Angebot durch gemütliche Bars, Street-Food-Stände und stilvolle Lokale, die regionale Zutaten mit modernen Einflüssen verbinden. Natürlich gibt es auch genügend vegetarische und vegane Optionen. Günstige essen kann man auf dem Markt beim Busterminal, an den zahlreichen Essensständen, z.B. vor der Kirche La Merced oder in der Pupusería El Carbonero in der 1A Avenida Norte #20B.

Nachtleben in Antigua
Das Ausgehprogramm beginnt in Antigua mit einem „Sundowner“ auf einer der zahlreichen Dachterrassen, wie. z. B. im Rooftop Antigua (6 Avenida Norte #1), Antigua Brewing Co. (3a Calle Poniente 4) oder dem Café Bohème (5. Calle Poniente #12B). Zum Abendessen gibt es dann in einigen Restaurants Livemusik, mal Folklore, mal Latino-Style. In vielen Bars läuft besonders an Wochenenden Livemusik unterschiedlichster Musikrichtungen. Frauen sollten fragen, wo gerade „Ladies Night“ ist (jeden Tag woanders), um an verbilligte Drinks zu kommen. Nicht verpassen sollte man eines der klassischen Konzerte, die besonders stilvoll im Rahmen eines alle zwei Jahre stattfindenden Kulturfestivals zu sehen und zu hören sind. Wer das Nationalinstrument Marimba, kommt bei Festivals, Feiertagen und in einigen besseren Hotels, z.B. der Posada Don Rodrigo auf seine Kosten. An offiziellen Feiertagen muss man mit Marschmusik vorliebnehmen und in der Osterzeit ist während der zahlreichen Prozessionen monotone Trauermusik angesagt.

Shopping/Einkauftipps
Antigua Guatemala ist ein hervorragender Ort, um Kunsthandwerk, Textilien, Schmuck und regionale Spezialitäten zu entdecken. Zudem buhlen zahlreiche Kunstgalerien um die Gunst potenzieller Käuferinnen und Käufer.
Kunsthandwerk und Märkte
Das Herz des Kunsthandels bilden die zahlreichen Kunsthandwerksmärkte. Besonders beliebt ist der überdachte Kunsthandwerksmarkt Nuevo Mercado de Artesanias nahe der Calzada Santa Lucía, auf dem Dutzende Händler Textilien, Holzschnitzereien, Keramik, Lederwaren und Souvenirs anbieten. Eine gute Adresse für traditionelle Textilien ist Nim Po’t. Das große Zentrum für Kunsthandwerk und Trachten bietet eine beeindruckende Auswahl an Huipiles, gewebten Stoffen, Masken, Keramik und Souvenirs aus allen Regionen Guatemalas. Wer hochwertige Handwerkskunst sucht, sollte auch die Casa de los Gigantes besuchen. In den historischen Räumen werden sorgfältig ausgewählte Produkte guatemaltekischer Kunsthandwerker verkauft – von Wohnaccessoires und Holzarbeiten bis zu Textilien und Geschenkartikeln.
Jade und Schmuck
Antigua ist das wichtigste Zentrum für guatemaltekische Jade. Der seltene Jadeit wurde bereits von den Maya geschätzt und wird bis heute zu Schmuck und Kunstobjekten verarbeitet. Zu den renommiertesten Adressen gehört die Casa del Jade. Neben dem Verkauf hochwertiger Schmuckstücke informiert eine kleine Ausstellung über Geschichte und Verarbeitung des Edelsteins. Für Silberschmuck empfiehlt sich Plateria Maya Silver Shop, das für traditionellen Silber- und Jadeschmuck bekannt ist.
Süßwaren und Spezialitäten
Eine Institution der Stadt ist die Dulcería de Doña María Gordillo. Das Familienunternehmen besteht seit dem 19. Jahrhundert und verkauft bis heute traditionelle guatemaltekische Süßigkeiten wie kandierte Früchte, Feigen, Kokoskonfekt und Gebäck nach überlieferten Rezepten.
Lebensmittel und Supermärkte
Für den täglichen Bedarf ist La Bodegona die wichtigste Adresse im Stadtzentrum. Das große, etwas chaotische Warenhaus bietet ein sehr breites Sortiment von Lebensmitteln über Haushaltswaren bis hin zu Reisebedarf und gilt als eine Art „Alles-unter-einem-Dach“-Geschäft für Einheimische und Besucher. Eine preisgünstige Alternative ist Despensa Familiar, die vor allem für alltägliche Einkäufe beliebt ist.

Antigua mit Kindern
Antigua Guatemala eignet sich gut für einen Familienaufenthalt, wenn auch die ganz großen Attraktionen für Kinder fehlen. Die überschaubare Altstadt mit ihren verkehrsberuhigten Kopfsteinpflasterstraßen lässt sich gut zu Fuß erkunden, und auf den zahlreichen Plätzen und in den Parks gibt es immer etwas zu entdecken. Besonders spannend sind die Ruinen ehemaliger Klöster und Kirchen, die wie kleine Abenteuerkulissen wirken. Auch der Aufstieg auf den Aussichtspunkt Cerro de la Cruz ist mit älteren Kindern gut machbar und bietet einen schönen Blick über die Stadt und die umliegenden Vulkane.
Tipps für Deinen Aufenthalt in Antigua
Antigua ist ein beliebtes Reiseziel. Daher lohnt es sich, den Aufenthalt ein wenig im Voraus zu planen. Die folgenden Tipps werden dir helfen, aus deinem Besuch der Stadt das Beste zu machen.

Hotels & Unterkünfte
Antigua verfügt über die höchste Hoteldichte Guatemalas und bietet Unterkünfte für nahezu jedes Budget – von Hostels über einfache Pensionen bis hin zu gehobenen Hotels. Viele der bekannten Häuser sind jedoch häufig ausgebucht oder durch Reisegruppen belegt, weshalb eine frühzeitige Reservierung beziehungsweise eine vorherige Anfrage empfehlenswert ist. Besonders während der Osterwoche (Semana Santa) ist die Nachfrage sehr hoch: Wer die berühmten Feierlichkeiten in Antigua erleben möchte, sollte seine Unterkunft lange im Voraus buchen und mit deutlich höheren Preisen rechnen.
Antigua: Wo übernachten
Die meisten Unterkünfte in Antigua befinden sich im historischen Stadtzentrum, meist zwei bis sechs Straßenblöcke vom Parque Central oder dem Busbahnhof entfernt. Um Unterkünfte in Antigua zu finden, ist die Hotelsuchmaschine Booking.com hilfreich. Die vielfältigen Unterkünfte der Stadt kannst du dir dort einfach und schnell anzeigen lassen.
Mehr zu Übernachtungsmöglichkeiten in Antigua findest Du hier:
Klima, Wetter, beste Reisezeit
Antigua liegt auf etwa 1580 Metern, eine Höhe die in Guatemala auch gerne „Klima des ewigen Frühlings“ genannt wird. Tagsüber ist es angenehm warm mit Temperaturen über 20 Grad und selten über 30 Grad. Nachts kühlt es ab, die Temperaturen sinken aber nur in unseren Wintermonaten auf unter 10 Grad ab. Wie im restlichen Land werden zwei Jahreszeiten unterschieden, die Regenzeit von Mai bis Oktober/ November und die Trockenzeit von November bis April. In der Regenzeit sind aber tagelange starke Niederschläge sehr selten. Meist handelt es sich um kurze Schauer.
Events, Feste, Feiertage
Die Feste Antiguas sind meist religiösen Ursprungs. Alle katholischen Feiertage werden ausgiebig mit Böllern, Prozessionen und Messen gefeiert. Schwerpunkt ist das Osterfest. Wann und wo Prozessionen stattfinden, erfährt man in der Touristeninformation. Zu Ehren des Schutzpatrons Santiago findet jährlich am 25. Juli eine Fiesta statt. Zum Nationalfeiertag am 15. September gibt es Umzüge und Fackelläufe.

Ostern in Antigua
Ein Spektakel, dass man sich nicht entgehen lassen sollte, sind die Osterfeierlichkeiten in Antigua, die zu den größten weltweit gehören. Die Osterwoche verwandelt die Stadt in eine Art Freilufttheater, in dem die Leidensgeschichte Jesu detailliert nachgestellt wird. Besonders Karfreitag gilt als Höhepunkt, wenn die Prozessionen besonders aufwendig und feierlich sind. Die Teilnahme ist enorm – sowohl von Einheimischen als auch von Touristen. Dicht gedrängt (Achtung Taschendiebe!) verfolgen die Zuschauende die Prozessionen, die sich langsam über kunstvoll gestaltete „Alfombras“ bewegen – Teppiche aus gefärbten Sägespänen, Blumen und Kiefernnadeln, die in nächtlicher Arbeit gefertigt wurden. Die Alfombras sind dabei ein zentrales Symbol: kunstvoll gestaltet, Ausdruck von Opfer und Vergänglichkeit, da sie nach dem Überqueren durch die Prozession zerstört und zu farbigem Staub werden. Böller, Trommeln, Trauermusik und Weihrauch begleiten den Zug. Zentral ist eine schwere, reich geschmückte Plattform („anda“) mit einer Christusfigur, die von Dutzenden Trägern in Büßergewändern getragen wird.

Nachhaltig reisen in Antigua
Wie im übrigen Land entsteht auch in Antigua Guatemala erheblicher Plastikmüll. Dieser lässt sich jedoch deutlich reduzieren, indem man eine wiederverwendbare Trinkflasche mitführt und diese vor Ort gegen eine geringe Gebühr oder teilweise kostenlos mit Trinkwasser auffüllen lässt. Viele Restaurants und Hotels bieten diesen Service mittlerweile an. Auch der Kauf von lokal hergestelltem Kunsthandwerk auf Märkten trägt zur Müllvermeidung und Nachhaltigkeit bei. Wer Produkte direkt von einheimischen Handwerkern zu fairen Preisen erwirbt, stärkt die lokale Wirtschaft und unterstützt zugleich den Erhalt traditioneller Handwerkstechniken.
Öffentliche Verkehrsmittel
Im Zentrum von Antigua gibt es keinen öffentlichen Nahverkehr. Hier geht man zu Fuß. Tuk-tuks verkehren am Stadtrand und bringen einen so nah wie möglich an die Unterkunft oder in die Dörfer der Umgebung. Stationäre Taxis findet man am Markt und am Parque Central.
Das Busterminal befindet sich hinter dem Hauptmarkt. Dort wird man schnell von Busschleppern zum richtigen Fahrzeug gebracht.

Wie teuer ist Antigua
Antigua ist teuer (geworden). Die vielen Touristen, reiche Einheimische und ausländische Senioren, die sich im Panchoy-Tal niedergelassen haben, sind für die gestiegenen Preise mit verantwortlich. Wer Wert auf gehobene Unterkünfte und edle Restaurants legt, sollte mit Preisen rechnen, die durchaus dem europäischen Niveau entsprechen. Wer hingegen in einfachen Hostels übernachtet, auf lokalen Märkten isst und den öffentlichen Nahverkehr nutzt, kommt auch in Antigua mit kleinem Budget gut über die Runden.
Daten und Fakten
Auf welcher Höhe liegt Antigua?
Antigua liegt auf 1.582 Metern über dem Meeresspiegel.
Wie viele Einwohner hat Antigua?
Im Verwaltungsbezirk Antigua Guatemala leben etwa 60.000 Menschen, im gesamten Tal sind es mehr als 120.000.
Welche Uhrzeit gilt in Antigua?
Antigua liegt, wie ganz Guatemala, 7 Stunden hinter unserer Zeit zurück (während der Sommerzeit minus 8 Std.), ist es z. B. in Deutschland 15 Uhr, ist es in Guatemala 8 bzw. 7 Uhr morgens.
Welche Sprache wird in Antigua gesprochen?
Die offizielle Landessprache in Guatemala sind neben Spanisch rund 20 Maya-Sprachen. Das gilt natürlich auch für Antigua. Insbesondere in ländlichen Gebieten rund um die Stadt wird die Mayasprache Cakchiquel gesprochen.
Was bedeutet der Name Antigua?
Der Name Antigua Guatemala steht für das alte Guatemala, da sich dort bis 1776 die Hauptstadt des Landes befand. 1566 erhielt die Stadt ihren vollständigen Namen: La Muy Noble y Leal Ciudad de Santiago de los Caballeros de Goathemala.
Wo bekomme ich Infos in Antigua?
Das Büro von INGUAT, der staatlichen Tourismusinformation, liegt in der 5ª. Calle Oriente No. 11, Local 2. Öffnungszeiten und Kontaktdaten finden sich hier.
Antigua: Anreise und Weiterreise
Von der beliebten Kolonialstadt geht es nur per Bus oder dem Touristenshuttle weiter.
Mit dem Flugzeug
Zum Internationalen Flughafen La Aurora in Guatemala-Stadt sind es rund 40 Kilometer, für die aber je nach Tageszeit 1-2 Std. Fahrtzeit eingerechnet werden sollten.
Mit dem Bus
Vom hinter dem Markt gelegenen Busterminal in Antigua fahren Busse in alle umliegenden Orte, aber auch in weiter entfernte Reiseziele wie Guatemala-Stadt, Chimaltenango (umsteigen zum Atitlán-See) oder Escuintla. Da es so gut wie keine Direktverbindungen mit öffentlichen Bussen ins Hochland gibt, muss man in Chimaltenango umsteigen oder einen deutlich teureren TouristenShuttle nehmen. Diese Kleinbusse, die man in vielen Reisebüros oder online buchen kann, steuern so gut wie jedes touristisch interessante Ziel in Guatemala an aber auch den Flughafen in Guatemala-Stadt an. Man sollte etwas zusätzliche Fahrtzeit einrechnen, da alle Passagiere von der jeweiligen Unterkunft abgeholt werden.
