Wasserfälle von Iguaçu: Tipps für deine Reise

Die berühmten Wasserfälle im Dreiländereck von Brasilien, Argentinien und Paraguay sind eines der gigantischsten Naturwunder der Welt. Für die Besichtigung brauchst du zwei Tage, denn der Zugang erfolgt sowohl von brasilianischer als auch von argentinischer Seite aus. Hier erhältst du Tipps und Infos zu Zeitplanung, Grenzübertritt, Klima und bester Reisezeit, und erfährst, woran du bei deiner Reisevorbereitung sonst noch denken musst.

Schon von Weitem hört man das Grollen. Über einen zweieinhalb Kilometer langen Basaltbruch stürzen sich die gewaltigen Wassermassen des Rio Iguaçu aus durchschnittlich 60 Metern in die Tiefe. Der höchste von ihnen, der Garganta do Diabo, weist sogar eine Höhe von 85 Metern auf. Es ist ein Spektakel, eine scheinbar nicht enden wollende Kette von über 275 Wasserfällen, „Cataratas“ auf Portugiesisch, von denen einer beeindruckender als der nächste ist.

Von vielen atemberaubenden Aussichtspunkten, die zumeist auf der brasilianischen Seite liegen, sind die weit unten durch das Sprühwasser flitzenden Zodiacboote kaum mehr auszumachen. Was aber aus der Ferne noch märchenhaft wirkt, weicht aus der Nähe ganz schnell Ehrfurcht angesichts der rohen Naturgewalten. Worte und selbst Bilder können das Erlebnis nur schwer beschreiben.

Es ist ein einzigartiges Naturparadies, allerdings eines, in dem du auch den Rest der Welt oder zumindest Südamerikas triffst. Denn die beiden Nationalparks gehören zu den beliebtesten und am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten Brasiliens und Argentiniens. Beide verzeichnen jeweils etwa zwei Millionen Besucher pro Jahr.

In diesem Artikel bündeln wir alle relevanten Infos zu den Iguaçu-Wasserfällen auf brasilianischer und argentinischer Seite sowie zum Vogelpark. Ausführliche Informationen zu weiteren Freizeitmöglichkeiten und Aktivitäten in der Umgebung sowie zu Sehenswürdigkeiten, Unterkünften, Restaurants und Transport findest du im Artikel Foz do Iguaçu: Tipps für deine Reise.

Aktuelle Informationen

Ein schweres Hochwasser hat im Oktober 2022 auf der argentinischen Seite den metallenen Besuchersteg des Circuito Garganta del Diablo zerstört. Die Besichtigung des „Teufelsschlunds“ von oben ist damit zurzeit nicht möglich, auch die Bahnstrecke dorthin ist voll gesperrt. Ein Zeitpunkt der Wiedereröffnung dieses Parkabschnitts ist momentan völlig unklar, es dürfte sich aber um Monate handeln, bis die Besucherbrücke wieder instandgesetzt ist. Auch der Circuito Inferior, der zweite wichtige Rundweg, ist wegen Steinschlaggefahr zurzeit nur etwa zur Hälfte freigegeben. Damit ist von den drei Hauptwegen auf argentinischer Seite momentan nur einer, der Circuito Superior, uneingeschränkt begehbar. Trotz des erheblich reduzierten Angebots ist der argentinische Nationalpark geöffnet und kann besucht werden. Die brasilianische Seite der Wasserfälle ist von den Störungen nicht betroffen, auch die Bootsfahrten zu den Fällen finden sowohl von argentinischer als auch von brasilianischer Seite aus statt.

Die gigantischen Iguaçu-Wasserfälle zählen zum Beeindruckendsten, was man in Lateinamerika sehen kann

Wissenswertes vorab

Iguaçu, „große Wasser“, nannten die Indigenen des Guarani-Volks die Wasserfälle. Es ist ein fast bescheidener Ausdruck für eines der gigantischsten Naturwunder der Welt.

Geografie

Der Rio Iguaçu ist ein Nebenfluss des Rio Paraná von 1320 Kilometer Länge und entspringt in der Nähe der Serra do Mar bei Curitiba. Kurz bevor er am Dreiländereck in den Paraná mündet, donnert er in die Tiefe. Der geologische Aufschluss formt dabei einen Bogen, der sich über 2,7 Kilometer erstreckt.

Das Gebiet der Wasserfälle teilt sich Brasilien mit Argentinien. Der kleinere Teil, etwa 30 Prozent oder 800 Meter, liegt dabei auf brasilianischem Boden. Die anderen 70 Prozent beziehungsweise 1900 Meter gehören zu Argentinien.

Auf einer Bootstour kannst du ganz nah an die gewaltigen Iguaçu-Wasserfälle heranfahren

Volumen und Wasserstand

Je nach Wasserstand sind weniger als 50 bis zu mehr als 275 verschiedene Fälle zu bewundern, die bis zu 41.500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde nach unten befördern können. Dieses extreme Rekordvolumen wurde am 10. Juni 2014 gemessen und ist bisher einzigartig. Ansonsten gelten schon 10.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde als sehr viel, ein übliches Wasservolumen liegt bei 1500 Kubikmeter pro Sekunde. In Trockenphasen „tröpfeln“ dagegen nur 500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde an den Steilwänden herunter.

Wegen der niedrigeren Lage der Spazierwege und Stege können Hochwasserstände auf argentinischer Seite zu erheblichen Einschränkungen für den touristischen Besuch führen. Bei Wassermengen ab circa 6000 Kubikmeter pro Sekunde kommt es oft zu Sperrungen einzelner Abschnitte. Dagegen ist der brasilianische Panoramaweg auch bei Hochwasser uneingeschränkt besuchbar.

Vor allem nach ausgiebigem Landregen schwillt der Fluss an und nimmt dann durch mitgenommene Sedimente oft eine bräunliche Tönung an. Bei niedrigerem Wasserstand erscheint er klarer und transparenter.

Wenn dich interessiert, wie der aktuelle Stand an den Wasserfällen ist, kannst du das derzeitige Volumen auf der Seite des Energieversorgers Copel nachlesen, indem du unter Postos Hidrométricos die Messstation „Hotel Cataratas“ auswählst. In der Spalte „Vazão (m³/s)“ wird der momentane Wasserdurchfluss stündlich aktualisiert. Allzu viele Rückschlüsse für einen zukünftigen Besuch kannst du daraus jedoch nicht ziehen, denn die Wasserstände können sich schlagartig von einem Tag auf den anderen um bis zu 3000 Kubikmeter pro Sekunde nach oben oder unten ändern.

Zigtausende Kubikmeter Wasser stürzen jede Sekunde die Iguaçu-Fälle herunter

Geschichte

Der spanische Seefahrer Álvar Nuñez, genannt Cabeza de Vaca („Kuhkopf“), entdeckte die Wasserfälle 1542 für die Europäer. Es folgten 1608 jesuitische Missionare, die in Argentinien und dem Süden Brasiliens 30 Missionen gründeten, in denen insgesamt 100.000 Indigene des Guarani-Volks lebten und unterrichtet wurden. Im Jahr 1767 wurden die Jesuiten von der spanischen Krone vertrieben und die Missionen verfielen. Der hervorragende, oscarprämierte Film Mission (The Mission) mit Robert de Niro und Jeremy Irons von 1986 beschreibt den Alltag der Guarani in einer Jesuitenmission und den späteren Überlebenskampf gegen portugiesische und spanische Soldaten. Die europäische Kolonialisierung im 19. Jahrhundert brachte eine große Naturzerstörung mit sich, von der nur Reste des Regenwalds übrig geblieben sind.

Nationalparks und Umweltschutz

Beide Seiten der Wasserfälle werden seit den 1930er-Jahren von Nationalparks umschlossen: In Argentinien wurde das Schutzgebiet 1934 und in Brasilien 1939 gegründet. Der brasilianische Nationalpark gehört außerdem seit 1986 zum Weltnaturerbe der Unesco und ist mit 1850 Quadratkilometern fast dreimal so groß wie sein argentinisches Gegenüber, das sich aber immerhin auch über stattliche 650 Quadratkilometer erstreckt.

Die Unesco-Auszeichnung des brasilianischen Nationalparks ist wesentlich mitverantwortlich dafür, dass dort keine verrückten Modernisierungen durchgeführt werden. Nur zeitweise stand der Park auf der roten Liste der gefährdeten Welterbe durch die illegale Öffnung einer mitten hindurch verlaufenden Straße. Die Vernunft hat am Ende jedoch gesiegt und die Straße wurde im Jahr 2000 wieder geschlossen. Allerdings gibt es auch heute noch immer wieder neue Bestrebungen von Lokalpolitikern, die Straße erneut zu öffnen. Es ist, wie so oft, ein andauerndes Ringen zwischen (privat-)wirtschaftlichen und Umweltschutzinteressen.

Der brasilianische Nationalpark von Iguaçu gehört seit 1986 zum Weltnaturerbe der Unesco

Flora und Fauna

Dieser Naturkorridor im Dreiländereck bildet eine gewaltige grüne Insel aus verbliebenem Atlantischem Regenwald im Landesinneren. Der Urwald besteht aus 800 identifizierten Pflanzenarten und ist Heimat für 390 Vogel- und mehr als 150 verschiedene Säugetierarten, darunter viele Affen und der seltene Jaguar (Onça-pintada), die drittgrößte Katze der Welt. Außerdem leben hier 48 Reptilienarten, vor allem den großen Leguanen begegnet man regelmäßig. Hinzu kommen 12 Amphibien- und 175 Fischarten, sowie 800 Insektenarten. Von dieser beeindruckenden Artenvielfalt sind jedoch leider viele vom Aussterben bedroht.

Es ist also eine wunderschöne, exotische Tierwelt, aber für Besucher bedeutet das auch, dass man auf den Wegen bleiben und auch auf die Beschilderung achten muss. Im Großen und Ganzen besteht keine Gefahr, wenn man sich an die Regeln hält und keine unerlaubten Expeditionen durchs Unterholz macht. Ein wenig aufzupassen und Abstand zu den Tieren zu halten ist dennoch nie verkehrt. Das Füttern sämtlicher Tiere ist in beiden Nationalparks verboten.

Besonders oft laufen einem in beiden Nationalparks Coatis über den Weg, das sind auf den ersten Blick putzige, dem munteren Nasenbär ähnelnde Tiere mit langem gestreiftem Schwanz. Aufgrund wohlmeinender Touristen sind sie jedoch mittlerweile auf Fütterung konditioniert und suchen zum Teil aggressiv in menschlicher Nähe nach Nahrung – du solltest ihnen aus dem Weg gehen und dein Sandwich gut im Auge behalten.

Sehen putzig aus, sind aber mit Vorsicht zu genießen: die freilaufenden Nasenbären (Coatis)

Rekorde: Iguaçu versus Victoria- und Niagarafälle

Mit einer Höhe von bis zu 85 Metern sind die Cataratas von Iguaçu höher als die Niagarafälle, und in puncto Breite müssen selbst die Victoria-Fälle in Afrika kapitulieren. Aber ansonsten teilen sich die drei berühmtesten Wasserfälle der Welt die Rekorde untereinander auf: Am breitesten sind die Fälle von Iguaçu, am höchsten die Victoria-Fälle und am meisten Wasser führen die Niagarafälle. Weitgereiste Globetrotter, die alle drei besucht haben, berichten jedoch übereinstimmend, dass sie von von den Iguaçu-Fällen am meisten beeindruckt waren. Vor allem die vielen verschiedenen Perspektiven, aus denen die Iguaçu-Fälle sich immer wieder neu und überraschend zeigen, werden als Kriterium genannt, das die anderen beiden Fälle nicht in so einem Ausmaß zu bieten haben.

Die Iguaçu-Wasserfälle zeigen sich in Brasilien und Argentinien aus unzähligen Perspektiven

Impressionen (Video)

Unser Teammitglied Jörg Rausch hat ein wunderschönes Video erstellt, in dem du einen Eindruck von dem Naturschauspiel auf beiden Seiten in bewegten Bildern bekommen kannst. Auch auf die Tierwelt in den Nationalparks hat er einen Fokus gelegt, und bei den Aufnahmen, die während der Bootsfahrt entstanden sind, meint man, mitzufahren und ganz nah dran zu sein. Weitere Brasilien-Videos findest du auf Jörgs YouTube-Kanal.

Tipps zur Planung

Reiseinfos auf einen Blick

Hier einige wichtige Tipps für deine Planung im Schnellüberblick:

  • Ausgangspunkt in Brasilien für Touren zu den Iguaçu-Wasserfällen ist die Stadt Foz do Iguaçu. Wer sich in Argentinien einquartieren möchte, wählt eine Unterkunft in Puerto Iguazú.
  • Die Wasserfälle können von zwei Seiten besucht werden: der brasilianischen und der argentinischen Seite. Beide solltest du besuchen.
  • Den besseren Überblick bietet der brasilianische Teil (die meisten Gäste fahren am ersten Tag hierher). Für die nähere und intensivere Erfahrung muss man jedoch über die Grenze nach Argentinien (zweiter Tag).
  • Die Fälle im brasilianischen Nationalpark sind einfacher zu erreichen und schneller zu besichtigen. Hier reicht ein halber Tag, die Wanderung einschließlich des Bustransports dauert etwa zweieinhalb Stunden. Mit Bootsfahrt und Restaurantbesuch bist du bei fünf bis fünfeinhalb Stunden.
  • Wer zu Hochbetriebszeiten keine Zeit an den Ticketautomaten verlieren will, der kann seine Eintrittskarte vorab im Internet besorgen.
  • Im Anschluss an die brasilianische Seite solltest du noch etwas Zeit für den gleich gegenüber vom Haupteingang gelegenen Vogelpark Parque das Aves reservieren.
  • Der restliche Nachmittag könnte einer Besichtigung des Itaipu-Staudamms dienen oder einem Shopping-Ausflug nach Ciudad del Este in Paraguay.
  • Für den argentinischen Part ist es sinnvoll, einen ganzen Tag einzuplanen, zum einen weil die Anreise länger dauert (Grenzformalitäten), zum anderen, weil die Wanderwege länger und die Möglichkeiten vielfältiger sind. Viele sind sogar so angetan, dass sie am nächsten Tag noch einmal wiederkommen.
  • Wer aus Brasilien zu den argentinischen Fällen anreist, sollte vorher schon in Foz do Iguaçu Geld wechseln, denn die Eintrittskarte am Eingang kann bar nur in argentinischen Pesos bezahlt werden und die Kreditkartengeräte funktionieren nicht immer. Auch die Preise für Getränke und Essen sind in brasilianischer Währung sehr viel teurer als mit Pesos.
  • Die auf beiden Seiten vorkommenden Nasenbären sehen zwar niedlich aus, sind aber gefährlich und können auch angreifen und tiefe Kratz- und Schnittwunden verursachen. Füttere sie nicht, lass dein Picknick nicht offen liegen und halte einen Sicherheitsabstand zu ihnen ein!
  • Neben den üblichen Moskitos gibt es in den Nationalparks auch lästige Kriebelmücken. Lange Hosen und Socken sowie langärmlige Blusen oder Hemden wären als Insektenschutz ideal. Falls es dafür zu heiß ist, muss zumindest ein gutes Moskitospray großflächig aufgetragen werden und unterwegs jederzeit griffbereit sein.
  • Zwischen April und Anfang November brauchst du warme Kleidung, da die Temperaturen unberechenbar absinken können.
  • Egal zu welcher Jahreszeit ist auch ein mitgebrachter guter Regenschutz (Regenmantel oder Poncho) sinnvoll, da bei den Fällen immer mit ordentlich Spritzwasser zu rechnen ist. An Regentagen ist zusätzlich ein Regenschirm sinnvoll. Wer die Bootstour mitmachen möchte, braucht außerdem einen zuverlässigen Wasserschutz für Handy und Kamera oder am besten gleich ein wasserdichtes Gerät.
Kein seltenes Ereignis: ein Regenbogen vor den Wasserfällen

Klima und beste Reisezeit

Beste Reisezeit: Temperaturen

Die Region um Foz do Iguaçu hat ein subtropisches Klima und ist für Brasilienreisende das am schwierigsten zu planende Reiseziel. Denn die Temperaturschwankungen sind extrem und oft unvorhersehbar. In den Wintermonaten, vor allem im Juni und Juli, kann das Thermometer tagsüber unter 10 Grad und nachts bis auf den Gefrierpunkt fallen, aber auch sonnige Tage mit 25 Grad sind möglich. Dagegen sind im Sommer 40 oder 45 Grad keine Seltenheit und auch nachts kühlt es wegen häufiger Windstille kaum ab, aber noch im November kannst du mit Pech auch eisige 12 Grad am Morgen erwischen. Eine Hitzegarantie gibt es eigentlich nur zwischen Dezember und März. In den übrigen Jahreszeiten kann sich von einem Tag auf den anderen große Kälte mit drückender Hitze sprunghaft abwechseln. Oft gibt es aber auch einfach nur wunderschöne warme Tage mit strahlend blauem Himmel. Das Wetter an den Wasserfällen ist wie eine Wundertüte.

Fazit: Auf die Temperaturen bezogen ist ein Besuch an den Iguaçu-Wasserfällen prinzipiell das ganze Jahr über möglich, das Reisedatum sollte je nach persönlicher Hitze- oder Kältepräferenz (eher kalt/eher heiß) terminiert werden.

Touristen an einem kalten und regnerischen Tag auf dem brasilianischen Panoramaweg

Beste Reisezeit: Wasserstände

Was die Wasserstände angeht, gibt es mittlerweile dagegen keine Jahreszeit mehr, die eindeutig zu empfehlen wäre. Früher führte der Rio Iguaçu im brasilianischen Sommer von Dezember bis März mehr Wasser und die Fälle waren in dieser Zeit meistens am beeindruckendsten. Inzwischen gibt es jedoch keine messbaren Unterschiede zwischen den Jahreszeiten mehr.  Eher werden heute Jahre mit insgesamt wenigen oder vielen Niederschlägen registriert, deren Auswirkungen sich fast gleichmäßig über alle Monate verteilen.

Allerdings gibt es bestimmte Wochentage, an denen sich ein Besuch wegen höherer Wasserstände durchaus mehr lohnen kann als an anderen. Montags und dienstags wird nämlich Wasser in den Kraftwerken aufgestaut, das zwischen Mittwoch und Sonntag wieder freigegeben wird. Folglich sind ab Mittwoch die Fälle größer als am Wochenanfang. In trockeneren Zeiten macht das durchaus einen sichtbaren Unterschied. Dagegen ist bei Hochwasser der Wochentag ziemlich egal, da bei sowieso großem Volumen mit menschlichem Auge kein Unterschied mehr wahrzunehmen ist.

Insektenschutz

Wo viel Natur ist, sind Steckmücken meistens nicht weit, da machen auch die beiden Nationalparks an den Wasserfällen keine Ausnahme. Entsprechend solltest du dich ein wenig vorbereiten. Denn neben den üblichen Moskitoarten, die es in ganz Lateinamerika gibt, sind hier auch die sogenannten „Borrachudos“, eine spezielle Art der Kriebelmücken, zuhause. Diese nur wenige Millimeter großen, fast unsichtbaren Quälgeister, die eher an Fruchtfliegen erinnern, verstehen es, unbemerkt zuzustechen. Den Stich bemerkt man dabei oft erst später und, anders als bei normalen Mückenstichen, hat man noch Tage oder gar Wochen was davon. Der Juckreiz ist lang anhaltend und gelegentlich kann es zu allergischen Reaktionen und Schwellungen an der Einstichstelle kommen. Auch kleine Blutungen können Folge eines Stichs der Kriebelmücke sein.

Auch wenn sie lästig sind, sind die Stiche meistens doch harmlos und etwaige Schwellungen sollten nach ein bis zwei Tagen von alleine abklingen. Bei einer länger andauernden allergischen Reaktion ist der Gang zum Arzt zur Verabreichung eines Antiallergikums ratsam. Einige Kriebelmückenarten können in Südamerika auch in sehr seltenen Fällen einen Fadenwurm übertragen, der bei zehn Prozent der Betroffenen zur Erblindung führt. Dies ist extrem unwahrscheinlich und auch kein Grund zur Panik, verdeutlicht aber, dass ein guter Insektenschutz an den Wasserfällen wirklich empfehlenswert ist.

Ab Ende August und im September musst du mit den meisten Mücken rechnen, dagegen sind sie im Juni und Juli sowie zwischen November und März nicht ganz so stark präsent, aber immer noch ausreichend da, um dich zu malträtieren.

Wähle deine Klamotten beim Besuch der beiden Nationalparks am besten je nach der aktuellen Tagestemperatur aus. An kühleren und normal warmen Tagen kannst du problemlos eine lange Hose und langärmlige Hemden oder Blusen tragen. Eine helle, dünne Hose, lange Socken und ein entsprechendes leichtes Hemd wirken hier Wunder. Wenn dir so eine Tropenoptik stilistisch nicht zusagt oder es dir an sehr heißen Tagen zu warm erscheint, dann trage zumindest reichlich Mückenspray auf alle unbedeckten Hautpartien auf und nimm dir auch unbedingt die ganze Flasche mit, sodass du unterwegs nachlegen kannst.

Im Atlantischen Regenwald der Nationalparks sind auch blutsaugende Insekten zuhause

Privatguides und Agenturen

Grundsätzlich lassen sich sowohl die brasilianische als auch die argentinische Seite der Wasserfälle selbständig besuchen. Es bringt aber einige Vorteile mit sich, einen privaten Guide anzuheuern oder sich einer organisierten Tour anzuschließen. Der Guide oder die Agentur kümmern sich um den Transport, den Eintritt, die Grenzformalitäten und den gesamten Ablauf innerhalb der Parks. Das ist vor allem auf der größeren argentinischen Seite nützlich, wo man als unbedarfter Erstbesucher doch recht viel Zeit verlieren kann, wenn man die Wege und Abläufe nicht kennt. Der Besuch ist mit Guide somit deutlich effizienter und vor allem ratsam, wenn nur wenig Zeit zur Verfügung steht. Außerdem kann ein gut ausgebildeter Guide viele interessante Infos beisteuern, die dir sonst verborgen bleiben würden. Das gilt umso mehr, wenn dein Guide eine spezielle Fachausbildung oder ein Studium absolviert hat, zum Beispiel im Bereich der Botanik.

Allgemein ist es ratsam, einen Privatguide so früh wie möglich zu buchen, denn sie sind meistens sehr nachgefragt. In den unten genannten Preisen sind die Serviceleistungen der Guides sowie der Transport enthalten, die Eintrittspreise für jede teilnehmende Person kommen noch hinzu.

Ein guter Guide macht Verborgenes sichtbar

Guides in Foz do Iguaçu

Wenn du eine deutschsprachige Führung suchst, kannst du Gilnei Ebert kontaktieren. Der erfahrene Guide ist schon lange im Geschäft und spricht prima Deutsch. Für den etwa vierstündigen Besuch auf der brasilianischen Seite nimmt er R$235 bis drei Personen. Die Stippvisite auf argentinischer Seite kostet R$350 bis drei Personen und geht ungefähr von 8 bis 15 Uhr. Auch deinen Flughafentransfer kannst du bei Gilnei buchen (R$115 bis drei Personen). Er ist erreichbar per E-Mail oder WhatsApp.

Die freundliche und sehr kompetente Biologin Virgínia Hauptmann weiß wirklich alles über die reiche Tier- und Pflanzenwelt im Iguaçu-Nationalpark. Virgínia spricht sehr gut Englisch und kann die gesamte Organisation während deines Aufenthalts übernehmen, einschließlich des Transports, Ticketkaufs und Grenzformalitäten beim Besuch der argentinischen Seite. Sie hat mehrere Touren im Programm, am gefragtesten ist die Kombination aus brasilianischer Seite der Wasserfälle plus Vogelpark. Dieser tolle viereinhalbstündige Ausflug kostet R$300 bis drei Personen. Für den ganztägigen Ausflug zur argentinischen Seite inklusive allem Drum und Dran nimmt sie R$450 bis drei Personen oder R$750 für vier bis zehn Personen. Auch Ausflüge zum Itaipu-Staudamm, nach Paraguay zum Monday-Wasserfall oder zum Dreiländereck Marco das Três Fronteiras kannst du bei ihr buchen. Virgínia zeigt dir unterwegs neben dem Naturwunder der Wasserfälle auch die vielen anderen Naturwunder der Region, die ansonsten oft unbeachtet bleiben. Sie macht dies mit viel Herz und Überzeugung, kontaktieren kannst du sie per WhatsApp.

Die Biologin Virgínia Hauptmann bietet private englischsprachige Führungen zu den Iguaçu-Wasserfällen und zu anderen Zielen der Region an

Agenturen in Foz do Iguaçu

Wenn du an einem organisierten Besuch der Wasserfälle mit einer größeren Reisegruppe interessiert bist, kannst du dich an die zuverlässige Agentur Loumar Turismo wenden. Die Touren werden in offenen Doppeldeckerbussen mit bis zu 50 Teilnehmern durchgeführt und sind folglich etwas günstiger als ein privater Guide. Erklärungen erfolgen unterwegs auf Portugiesisch, Spanisch und Englisch. Sämtliche angebotenen Touren werden auf der Website von Loumar Turismo übersichtlich vorgestellt. So besucht man beim Ausflug „Circuito Cataratas“ die brasilianischen Wasserfälle zusammen mit dem Vogelpark (R$85 plus Eintritte), die Bootsfahrt mit Macuco Safari kann optional dazu gebucht werden. Auch die argentinische Seite der Wasserfälle kannst du auf diese Weise besuchen (R$169 plus Eintritt).

Auch in komfortablen Doppeldeckerbussen lassen sich die Wasserfälle und der Vogelpark ansteuern

Brasilianische Seite der Wasserfälle

Die brasilianische Seite der Wasserfälle bietet die besten Panoramaaussichten auf die Cataratas. Hier läufst du auf einem gut ausgebauten Wanderweg mit mehreren Aussichtsplattformen entlang und genießt das einzigartige Szenario wie in einem riesigen Freiluftkino. Am Ende erwartet dich ein langer Steg, an dem du auch ganz hautnah mit den Wassermassen in Berührung kommst.

Anders als auf der argentinischen Seite gibt es nur diesen einen Weg und man ist entsprechend schneller mit dem Programm durch. Es gibt aber weitere sehr schöne Möglichkeiten, Zeit im und beim Nationalpark zu verbringen. Zum einen gibt es am Ende des Weges ein hervorragendes Restaurant, wo du mit Blick auf den Rio Iguaçu Mittagessen kannst. Abenteuerlustige können außerdem eine aufregende Bootsfahrt zu den Fällen ins Programm integrieren, zudem liegt vor den Toren des Nationalparks einer der schönsten Vogelparks Südamerikas. Und nicht zuletzt führt auch ein Wanderweg durch einen Teil des Parkgeländes, den du mit oder ohne Guide ablaufen kannst.

Aussichtsplattform auf der brasilianischen Seite: Wie in einem Freiluftkino

Zeitplanung

Für die Begehung des Aussichtsweges auf brasilianischer Seite kannst du je nach Länge deiner Foto- und Andachtspausen eine gute Stunde bis eineinhalb Stunden veranschlagen, einschließlich der Busfahrten und Wartezeiten sind es zwei bis zweieinhalb Stunden. Entsprechend länger dauert es, wenn du ein Mittagessen im Restaurant oder ein Picknick an die Wanderung anschließt. Falls du außerdem noch an der Bootsfahrt von Macuco Safari teilnehmen möchtest, kannst du weitere zwei Stunden hinzurechnen. Und wer auch den empfehlenswerten Vogelpark besuchen möchte, braucht zusätzliche eineinhalb bis zwei Stunden. Dies sind gemütliche und entspannt kalkulierte Zeiten, wer es eilig hat, schafft es im zackigen Gehtempo natürlich auch schneller.

Die Besichtigungsdauer ist ganz individuell: Wer viel fotografiert und unterwegs die Aussichten genießt, kann mit eineinhalb Stunden für den Panoramaweg rechnen

Beste Tageszeit

Viele Besucher fragen sich, zu welcher Uhrzeit man die brasilianische Seite am besten besuchen sollte: Vormittags oder nachmittags? Die Frage hat ihre Berechtigung, denn der Wanderweg liegt am Vormittag fast vollständig im Schatten. An kalten Tagen kann es hier ganz schön ungemütlich werden, umso mehr, wenn ein böiger Wind das Spritzwasser von den Wasserfällen herüberträgt und die Besucher unfreiwillige Duschen nehmen müssen. Ab circa 13 Uhr liegt der Weg dann in der prallen Sonne, das ist herrlich an frischeren und normalwarmen Tagen, aber wiederum ziemlich drückend, wenn die Temperaturen in brütend heiße Bereiche kommen, weil gerade dann oft auch kein Lüftchen weht. Was Selfies angeht, ist die brasilianische Seite aus den genannten Gründen generell eher mau, denn entweder ist Schatten oder Gegenlicht. Die besten Fotos der Wasserfälle entstehen im Winter am Nachmittag zur „Golden Hour“, also etwa ab 16.30 Uhr, im Sommer hingegen wird von Fotografen eher der frühe Morgen bevorzugt.

Fazit: Es gibt keine allgemeingültige „Goldene Regel“ für die beste Besuchszeit, orientiere dich am besten an der aktuellen Temperatur, um zu viel Kälte oder Hitze aus dem Weg zu gehen, oder wähle den späten Nachmittag im Winter beziehungsweise den Morgen im Sommer, wenn dir die besten Fotos wichtig sind.

Eine besonders schöne Stimmung bietet sich zur „Golden Hour“ am späten Nachmittag

Anfahrt von Foz do Iguaçu

Der Eingang des Parque Nacional do Iguaçu liegt nur knapp 14 Kilometer außerhalb des Stadtzentrums von Foz do Iguaçu und ist somit schnell und unkompliziert zu erreichen, zum Beispiel mit Taxi/Uber oder mittels einer organisierten Tour. Wer ein Auto gemietet hat, kann dies kostenpflichtig vor dem Gelände parken. Denn in den Nationalpark hinein kommen nur registrierte Fahrzeuge von Agenturen. Alle anderen Besucher nutzen die Pendelbusse, die vom Besucherzentrum aus starten und die verschiedenen Stationen des Nationalparks miteinander verbinden.

Wer mit dem Taxi oder Uber kommt, wird an der Einfahrt zum brasilianischen Nationalpark beim Besucherzentrum abgesetzt

Öffnungszeiten

Der brasilianische Nationalpark öffnet täglich um 9 Uhr und schließt um 18 Uhr. Letzter Eintritt ist um 16 Uhr, der letzte Pendelbus zurück fährt um 17.30 Uhr.

Preise und Ticketkauf

Preise: Der Eintrittspreis für den Parque Nacional do Iguaçu beträgt für Besucherinnen und Besucher aus Europa zurzeit R$86 pro Person, für Kinder unter sechs Jahren ist der Zugang gratis. Brasilianer und Bürger anderer Mercosur-Staaten zahlen R$78. Wer am nächsten Tag nochmal wiederkommen möchte, erhält 50 Prozent Rabatt.

Ticketkauf: Besucher, die sich nicht einer organisierten Tour angeschlossen haben, können momentan Tickets nur vorab online oder am Parkeingang mit Kreditkarte oder Debit Card an Automaten kaufen, akzeptiert werden Visa, MasterCard und Maestro. Die früheren Ticketschalter mit Menschen dahinter, an denen man noch bar bezahlen konnte, gibt es nicht mehr. Die Menüführung ist auf Englisch und recht selbsterklärend. Beim Ticketkauf musst du auch bereits eine Uhrzeit für den halbstündlich abfahrenden Pendelbus festlegen. Der erste Bus fährt um 9.10 Uhr vom Parkeingang los, der letzte startet um 16 Uhr. Wer Probleme am Automaten hat, dem helfen anwesende Parkangestellte bei der Bedienung.

Besucherzentrum und Struktur des Parks

Am Besucherzentrum beim Parkeingang findest du außer den Ticketautomaten und der Bushaltestelle der Pendelbusse noch eine recht komplette Infrastruktur, bestehend aus Café, Imbiss, Toiletten, Schließfächern, Geldautomaten von Banco 24 Horas (Gebühr), Souvenirshop, Orientierungstafeln und einem Büro von Macuco Safari. Am Ende des Panoramaweges gibt es das sehr gute Restaurant Porto Canoas. Rauchen ist im gesamten Nationalpark verboten.

Pendelbusse

Durch den Nationalpark fahren auf einer zwölf Kilometer langen Parkstraße bunte Doppeldeckerbusse, die oben seitlich offen und unten klimatisiert sind. Die Nutzung der Busse ist im Eintrittspreis enthalten. Der erste Pendelbus fährt vom Parkeingang um 9.10 Uhr los, von da an starten Busse jede halbe Stunde, also um 9.30, 10, 10.30 Uhr usw. bis 16 Uhr. Bei hohem Besucherandrang können auch zusätzliche Busse eingesetzt werden, um der Gästezahl Herr zu werden.

Pendelbusse verbinden auf einer zwölf Kilometer langen Parkstraße mehrere Stationen miteinander

Nach knapp neun Minuten Fahrt ist das Hauptquartier von Macuco Safari erreicht, bis zum Beginn des Panoramawegs am Hotel das Cataratas dauert es eine knappe Viertelstunde. Hier steigen 99 Prozent der Besucher aus und starten die Besichtigung auf dem Trilha das Cataratas. Man könnte theoretisch aber auch, zum Beispiel wenn man nicht so gut zu Fuß ist, bis zur Endstation Espaço Porto Canoas durchfahren und dort den Fahrstuhl runter zur Aussichtsplattform Mirante do Elevador nehmen, wo der Salto Floriano sehr sehenswert herabstürzt.

Während du dich bei der Hinfahrt schon beim Ticketkauf für eine Uhrzeit entscheiden musst, gilt das für die Rückfahrt nicht. Du kannst so lange an den Wasserfällen bleiben, wie du willst, und die Uhrzeit deiner Rückfahrt spontan wählen. Wenn du genug gesehen hast, gehst du einfach zur Haltestelle und steigst in den nächsten Bus ein. Der letzte Bus zurück zum Besucherzentrum startet um 17.30 Uhr am Espaço Porto Canoas.

Pendelbus an der Endhaltestelle Espaço Porto Canoas

Alternativen zum Bus

Wer mag, kann vom Parkeingang aus statt mit dem Bus auch über eine schöne Route, die teilweise durch den Wald führt, in eineinhalb bis zwei Stunden zu Fuß bis zum Panoramaweg laufen oder mit dem Fahrrad die Strecke zurücklegen. Vielleicht sieht man dabei sogar einen der im Nationalpark lebenden Jaguare, das ist allerdings ausgesprochen selten und unwahrscheinlich, denn die Tiere sind extrem scheu. Falls doch, darf man sich ihnen keinesfalls nähern. Jaguare greifen Menschen nicht an, verteidigen sich aber, wenn sie sich bedroht fühlen.

Spaziergang: Bis zum Beginn des Panoramawegs sind es zehn Kilometer, bis zur Station von Macuco Safari acht Kilometer. Der Wanderweg „Trilha da Escola Parque“ beginnt links von der Bushaltestelle und führt anfangs auf einem exzellent begehbaren Weg durch den Wald, bevor er hinter einer Brücke über einen kleinen Flusslauf auf die Hauptstraße trifft, wo man parallel zur wenig befahrenen Straße weiterläuft.

Fahrradtour: Auch mit dem Fahrrad kannst du die Strecke eigenständig zurücklegen. Hier musst du dich nur um ein Bike kümmern. Oder du buchst einen geführten Ausflug zum Beispiel über Iguassu Bike Tour.

Wer Zeit und Lust hat, kann auch zu Fuß die zehn Kilometer vom Besucherzentrum zu den Wasserfällen laufen

Trilha das Cataratas (Panoramaweg)

An der Haltestelle Estação Trilha das Cataratas beim Hotel das Cataratas beginnt der 1,4 Kilometer lange Aussichtsweg, auf dem diverse Plattformen atemberaubenden Perspektiven ermöglichen. Die Steigungen sind nur gering und der Schwierigkeitsgrad des Weges ist insgesamt eher leicht, aber durch die 284 Stufen ist er für Menschen mit Gehbehinderung nicht geeignet. Auch Eltern mit Kind im Kinderwagen sollten sich zweimal überlegen, ob sie sich die Tortur zumuten wollen. Der Panoramaweg lässt sich theoretisch auch in die Gegenrichtung laufen, also vom Espaço Porto Canoas bis zum Hotel das Cataratas, das ist aber weniger angenehm, weil man sich dann die gesamte Strecke „gegen den Strom“ fortbewegt.

Aussichtspunkt vor dem Hotel das Cataratas

Gleich beim Ausstieg aus dem Bus hast du schon den ersten spektakulären Aussichtspunkt erreicht. Nur ein paar Stufen herab, und schon offenbaren sich dir die gewaltigen Fälle in überragender Schönheit. Es ist zwar schon eine tolle Sicht, aber noch lange nicht alles, denn von hier sieht man nur knapp 40 Prozent der gesamten Wasserfälle. Bei hohem Wasserstand und viel Wind fliegen dir schon hier die ersten Spritztropfen ins Gesicht, obwohl die Fälle doch noch so weit weg zu sein scheinen. Falls du noch ein Getränk oder einen kleinen Snack für den Weg brauchst, kannst du dir das hier an einem Kiosk vor Ort kaufen.

Beim Ausstieg aus dem Bus am Hotel das Cataratas wartet schon der erste phänomenale Aussichtspunkt

Versteckter Aussichtspunkt

Der Panoramaweg geht nun links weiter in Richtung zu den Wasserfällen. Wenn du aber stattdessen den kleinen Weg nimmst, der nach rechts führt, kommst du nach kurzer Zeit zu einem etwas tiefer gelegenen, ebenfalls sehr schönen Aussichtspunkt, an dem oft deutlich weniger los ist als vor dem Hotel das Cataratas.

Von allen Stellen wird dir unterwegs recht bald auf der gegenüberliegenden argentinischen Seite auch eine riesige Betonanlage ins Auge fallen, es handelt sich dabei um einen Hotelklotz aus den 1970er-Jahren, der aus heutiger Sicht sehr unsensibel in die Natur gesetzt wurde. Auch die große Insel San Martín ist zu sehen, wie sie im Wasserbecken vor den Fällen thront und sich von den rauschenden Wassermassen nicht beeindrucken lässt.

Auf der gegenüberliegenden argentinischen Seite sticht ein großer Hotelklotz ins Auge

Aussichtspunkt Espaço Tarobá

Hier ist der erste wichtige Instagram-Point und vor der Holzplattform bilden sich oft Schlangen von wartenden Influencerinnen und Hobbyfotografen. Auch ein Imbiss und Toiletten sind vorhanden. Detail: Es sind die letzten WCs für die nächsten knapp 45 Minuten.

Weiter auf dem Panoramaweg

Unterwegs folgen dann noch viele weitere spektakuläre Aussichten zwischen den Bäumen sowie einige gut geeignete Selfie-Plattformen. Übrigens bietet sich unmittelbar nach der einzigen Treppensteigung auf dem Weg der weitreichendste Blick überhaupt: Von hier aus sind knapp 90 Prozent der Iguaçu-Wasserfälle zu sehen. Je näher man dem Endpunkt des Panoramaweges kommt, umso mehr Spritzwasser weht vom hohen Wasserfall Salto Floriano herüber.

Besucherbrücke

Gegen Ende des Weges erreichst du einen großen begehbaren Steg (Passarela), der weit in den Fluss hineinreicht und ganz nah an die tosenden Wasserfälle führt. Wer den Steg bis zum Ende gehen möchte, braucht auf jeden Fall einen Poncho oder einen anderen Wasserschutz. Überall rauscht und brettert das Wasser runter, ein wahrer Hexenkessel, der bei Hochwasser besonders beeindruckend ist.

Gegen Endes des Panoramawegs ragt ein Steg weit in den Fluss hinein
Ein guter Spritzwasserschutz ist ab hier definitiv empfehlenswert

Espaço Naipi am Salto Floriano

Zum Abschluss erreicht man ein hohes Holzhaus, in dem sich auf der unteren Ebene ein weiterer toller Aussichts- und Fotopunkt direkt vor dem Floriano-Wasserfall befindet. Kaum jemand schießt hier kein Foto von sich vor der nur wenige Meter entfernt herabstürzenden Wasserwand. Außerdem gibt es hier einen Imbiss und einen Shop für Fotosouvenirs.

Mirante do Elevador

Mit einem Panoramaaufzug kann man dann nach oben fahren oder, falls die Schlange zu lang erscheint, über die Treppen laufen, die allerdings ein paar sportliche Steigungen beinhaltet. Oben befinden sich die Toiletten sowie eine weitere beeindruckende Aussichtsplattform, der Mirante do Elevador. Von hier aus hast du den Fluss auf Augenhöhe und es bietet sich ein fabelhafter weiter Blick auf gut 40 Prozent der Wasserfälle.

Restaurant Porto Canoas

Nun kannst du an der Bushaltestelle Estação Porto Canoas vorbei bis zum sehr guten Mittagsrestaurant Porto Canoas laufen und dich dort am exzellenten All-you-can-eat-Buffet stärken und gegebenenfalls die durchgefrorenen Glieder wieder etwas aufwärmen. Auf der Außenterrasse sitzt du direkt neben dem Fluss, der sich kurz dahinter die Steilwand hinunterstürzt. Das Restaurant öffnet täglich von 11.30 bis 16 Uhr, letzter Einlass ist um 15 Uhr.

Nach dem Panoramaweg warten frische Salate und ein üppiges Buffet im Restaurant Porto Canoas

Picknick

Alternativ kannst du auf der Freifläche davor dein eigenes Lunchpaket verdrücken oder dir in einem der Imbisse einen Snack besorgen, und die nassgewordenen Sachen zum Trocknen in die Sonne legen. Nur auf die gierigen Coatis muss man etwas aufpassen.

In der Anlage des Espaço Porto Canoas kann gepicknickt werden

Rückfahrt mit dem Bus

An der Busstation fahren dann Pendelbusse in recht kurzen Abständen alle 10 bis 20 Minuten zum Eingang zurück. Hier kannst du einfach in den meist schon wartenden Bus einsteigen und dir den gewünschten Platz im offenen Bereich oben oder im windgeschützten Bereich unten aussuchen. Letzte Abfahrt ist um 17.30 Uhr.

Einsteigen und Platz aussuchen: Pendelbus am Espaço Porto Canoas

Touren im brasilianischen Nationalpark

Der Besuch der Wasserfälle wird von vielen Reisenden mit einer adrenalinfördernden Bootsfahrt an den unteren Rand der Fälle angereichert, manche Besucher entscheiden sich auch für einen Anblick aus der Luft auf einem Hubschrauberrundflug.

Bootstour mit Macuco Safari

Auf brasilianischer Seite werden die Bootstouren von Macuco Safari angeboten. Die dazugehörige Bushaltestelle liegt innerhalb des Nationalparks und wird in der Regel per Lautsprecher angekündigt, du siehst das Gebäude von Macuco Safari aber auch bei der Hinfahrt auf der rechten Seite aus dem Bus heraus, es ist nicht zu verfehlen. Die gesamte Tour dauert knapp zwei Stunden und kostet R$362 pro Person. Du kannst das Ticket entweder schon im Macuco-Büro am Parkeingang kaufen oder direkt vor Ort am Macuco-Hauptquartier (bis 16.30 Uhr). Auch ein Online-Kauf vorab ist möglich.

Das Abenteuer beginnt harmlos mit einer gemütlichen Fahrt in einem offenen, elektrisch betriebenen Wagen durch dreieinhalb Kilometer Dschungel. Unterwegs gibt ein Guide an einigen Stationen Erläuterungen zum Regenwald. Danach folgt ein knapp 600 Meter langer Abstieg über Treppen und Metallstege durch den Uferwald bis zu einem Sammelplatz, wo du dich in Umkleidekabinen für die nasse Bootsfahrt umziehen kannst. Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann den zweiten Abschnitt auch auslassen und sich alternativ von einem Jeep zum Sammelplatz bringen lassen.

Wenn du bereit für die Wasserschlacht bist, stellst du dich in die Schlange und wartest auf das nächste Boot. Mit einer kleinen Standseilbahn werden die Besucher in passender Gruppengröße zu einem Ponton auf dem Fluss gefahren, erhalten dort ihre Schwimmwesten und besteigen das nächste freie Boot. Die Boote legen permanent ab, es gibt keine festen Uhrzeiten.

Die Fahrt auf dem Fluss selbst dauert gute 25 Minuten. Auf dem Hinweg sieht man zunächst noch nichts von den gigantischen Fällen, nur der aufsteigende Wassernebel in der Ferne weist auf das hin, was gleich kommt. Erst allmählich tauchen die Cataratas auf und schlagartig wird einem klar, dass sie von unten betrachtet noch viel mächtiger und bedrohlicher wirken als aus der sicheren Perspektive vom Wanderweg aus. Aber jetzt ist es zu spät, der Bootsführer gibt nur noch ein paar Erklärungen, die aber wegen der tosenden Wassermassen kaum zu verstehen sind, es bleibt Zeit für ein paar schnelle Fotos, bevor die Kameras und Handys hektisch in wasserdichten Schutzhüllen verstaut werden, und dann geht es los. Das Boot fährt mit vollem Tempo in die Gischt eines der Wasserfälle rein und dreht gefühlt erst im allerletzten Moment ab, was völlig ausreichend ist, um der kompletten Besatzung ein Vollbad aus frischem Wasser des Rio Iguaçu zu verpassen. Während man noch durchschnauft und checkt, ob die Geräte trocken geblieben sind, fragt der Bootsmann scheinheilig, ob man Lust auf eine zweite Runde hätte. Natürlich geht es nochmal mitten hinein in den gigantischen Whirlpool. Pudelnass tropfend und sich schüttelnd werden die Passagiere dann schnurstracks in höchstem Tempo zurück zur Plattform gebracht.

An der Sammelstelle kannst du danach duschen und dich umziehen. Außerdem wird ein Video gezeigt, das unterwegs von den schreienden und jauchzenden Teilnehmern gedreht wurde. Beim Rückweg entfällt dann die Wanderung, du wirst mit einem Jeep zum Elektrowagen gefahren und fährst damit zum Eingang zurück.

Hinweise für die Bootsfahrt zu den Wasserfällen

  • Deine trockenen Klamotten zum Wechseln sowie Wertsachen kannst du in einem kostenpflichtigen Schließfach am unteren Sammelplatz am Flussufer deponieren.
  • Falls du Kamera und/oder Mobiltelefone auf den Wassertrip mitnehmen möchtest, sollten deine Geräte zu Hundert Prozent wasserdicht oder in eine absolut zuverlässige Schutzhülle verpackt sein.
  • Für die Fahrt durch den Regenwald sollte Insektenspray auf jeden Fall im Gepäck sein.
  • Ein Tipp für die Reihenfolge des Tagesablaufs: Falls du dich für die Bootsfahrt entscheidest, solltest du den Vogelpark schon am Morgen als Erstes besuchen, danach den Panoramaweg laufen und dort gegebenenfalls zu Mittag essen oder picknicken, und zum Abschluss am frühen Nachmittag ins Boot steigen. Denn zu dieser Tageszeit sind die Temperaturen in der Regel deutlich angenehmer und du kannst danach mit deinen nassen Klamotten direkt zurück ins Hotel fahren.
Die Bootsfahrt von Macuco Safari führt bis dicht an die tosenden Wasserfälle

Hubschrauberflug

Vor dem Parkeingang an der Straße befindet sich ein Büro von Helisul, in dem Reisende Hubschrauberflüge über die Wasserfälle buchen können. Man kann dort einfach ohne Anmeldung zwischen 9 und 16 Uhr aufkreuzen und sich gegebenenfalls anderen Interessenten anschließen. Zur Wahl steht ein kurzer Rundflug von etwa zehn Minuten, der nur zu den Wasserfällen führt und R$530 pro Person kostet (mindestens drei Personen).  Eine längere Variante dauert circa 35 Minuten und führt zunächst über das Wasserkraftwerk Itaipu, weiter zum Dreiländereck, wo sich Rio Iguaçu und Rio Paraná treffen, zu den länderverbindenden Brücken zwischen Brasilien und Paraguay sowie zwischen Brasilien und Argentinien, bevor schließlich als krönender Abschluss die Wasserfälle angesteuert werden. Die Flugzeit über den Fällen ist bei der längeren Tour auch länger als bei dem Kurztrip. Der Preis dafür liegt bei R$5800 bis vier Personen oder R$8700 bis sechs Personen. Kein ganz billiges Vergnügen also.

Blick aus der Vogelperspektive auf die Iguaçu-Wasserfälle und das Hotel das Cataratas

Parque das Aves (Vogelpark)

Der fantastische Parque das Aves ist der größte Vogelpark Lateinamerikas. Hier kannst du mehr als 1500 Vögel aus 150 Arten sehen, die meisten davon in großzügigen und begehbaren Fluggehegen. Aber auch andere beeindruckende Tiere wie Kaimane, Schmetterlinge oder Anakondas kommen bei den Besuchern gut an, ebenso wie die überall freilaufenden Leguane. Überhaupt greift der Begriff „Vogelpark“ zu kurz, denn du tauchst auf der riesigen Anlage in dichten Atlantischen Regenwald ein, über den auf vielen Tafeln und Schaubildern ausführlich informiert wird. Das Erlebnis ist also viel umfassender und betrifft bei Weitem nicht nur die Vogelwelt.

Dennoch sind die gefiederten Zweibeiner natürlich die Stars: Wer die ganze Vogelschar, die sich sonst hartnäckig im Laub versteckt hält oder nur mit viel Geduld oder einem guten Fernglas beobachten lässt, also mal ganz aus der Nähe erleben will, der sollte den Parque das Aves auf jeden Fall ins Programm aufnehmen.

Der Vogelpark von Foz do Iguaçu bietet ein ganzheitliches Erlebnis inmitten von geschütztem Atlantischem Regenwald

Wissenswertes vorab

Der Parque das Aves wird privat betrieben und erhält keinerlei staatlichen Fördermittel. Gegründet wurde er 1994 von der deutschen Tiermedizinerin Dr. Anna Croukamp und ihrem Ehemann. Besonders hervorzuheben ist der von Anfang an formulierte Anspruch an Nachhaltigkeit und Tierwohl, denn die meisten Tiere wurden aus illegalem Schmuggel befreit oder so misshandelt, dass sie nicht ohne weiteres in die Natur entlassen werden können. Hier werden sie wieder aufgepäppelt.

Erklärtes Ziel des Parks ist vor allem die Bewahrung der gefährdeten Arten, denn alleine im Atlantischen Regenwald sind 120 von ihnen vom Aussterben bedroht. Ein Beispiel für diese Schutzfunktion ist der Mituhokko (mutum-de-alagoas), der mit nur drei bekannten Exemplaren schon als so gut wie ausgestorben galt. Heute leben hier wieder über 200 Tiere dieser Gattung.

Dabei hat sich der Fokus des Vogelparks in den letzten Jahren deutlich geändert: Zu sehen sind nun nicht mehr, so wie früher, Tiere aus sämtlichen Kontinenten, sondern fast nur noch Vögel und Reptilien aus dem heimischen Atlantischen Regenwald. Das tut dem Erlebnis aber keinen Abbruch, ganz im Gegenteil.

Viele verletzte oder misshandelte Tiere werden im Vogelpark wieder aufgepäppelt

Lage

Der Vogelpark liegt schräg gegenüber vom Besucherzentrum der Wasserfälle auf der brasilianischen Seite, an der Rodovia das Cataratas, KM 15, und wird deswegen fast immer mit dem Wasserfallbesuch kombiniert. Denn die Lage könnte wirklich kaum günstiger sein: Du musst nur einmal die Straße überqueren.

Öffnungszeiten

Der Vogelpark öffnet von Dienstag bis Sonntag sowie im Dezember und Januar täglich um 8.30 Uhr. Kassenschluss ist um 16.30 Uhr, um 18 Uhr müssen Besucher die Anlage verlassen.

Preise und Ticketkauf

Der Eintritt beträgt einheitlich R$80, Kinder unter 8 Jahren haben gegen Vorlage eines Lichtbildausweises kostenlosen Zugang. Das Ticket lässt sich am Schalter vor dem Eingangsbereich kaufen oder vorab online buchen.

Ein Spontankauf am Kassenhäuschen ist an den meisten Tagen möglich

Zeitplanung

Je nach Aufenthaltsdauer in den einzelnen Gehegen und Länge deiner Verschnaufpausen kannst du locker eineinhalb bis zwei Stunden für den Besuch einplanen.

Weitere Tipps

Bring dir auch hier eine Trinkwasserflasche mit, denn an vielen Stellen im Park kannst du sie an Spendern gratis auffüllen.

Kundenfreundlich und nachhaltig: An mehreren Stellen kann man sich die Wasserflasche nachfüllen

Gleich zu Beginn der Tour kannst du dich auf einer großen Übersichtskarte des Parks orientieren. Es ist ratsam, sich die Karte abzufotografieren, denn an einigen Stellen verzweigen sich die Wege und die Abfolge ist dann nicht immer ganz eindeutig.

Gut für die Orientierung: die Übersichtskarte am Eingang

Struktur des Vogelparks

Der gesamte Rundweg umfasst 1,8 Kilometer und ist vollständig rollstuhlgerecht und damit auch für Personen mit Gehbehinderungen oder mit Kinderwagen geeignet. Unterwegs durch den 16 Hektar großen Park gehst du auf einem schönen Spazierpfad durch fünf große begehbare Vogelgehege, sogenannte Viveiros, und kommst an vielen weiteren kleinen Anlagen und Gehegen vorbei. Die Viveiros sind in letzter Zeit weiter ausgebaut worden und noch beeindruckender als vorher schon.

Gut gewartete Spazierwege führen durch den Vogelpark
Neben den fünf großen begehbaren Viveiros sind viele kleinere Gehege und Volieren zu sehen

Unterwegs findest du immer wieder Tafeln und Schilder mit zahlreichen Informationen zu Hintergründen und welche Tiere hier gerade zu sehen sind. Die Erklärungen sind unter anderem in Englisch und Spanisch verfasst und daher auch für viele ausländische Besucher verständlich.

Zahlreiche Infotafeln helfen beim Verständnis der Zusammenhänge

Auch wenn man den Vögeln oft recht nahe kommen kann, ist ein Anfassen nicht erlaubt, auch Fotografieren mit Blitzlicht ist verboten. Freundliche Angestellte in den Gehegen achten auf die Einhaltung der Parkregeln.

Man kommt den Bewohnern des Vogelparks sehr nahe, aber Anfassen ist nicht erlaubt

Zwischendurch kannst du dich in einem schönen Urwaldcafé ausruhen.

In einem wahren Urwaldcafé kann man unterwegs verschnaufen

Und am Ende des Rundgangs wartet zum Abschluss ein schönes Gartenrestaurant mit Blick auf den Regenwald.

Der Besuch des Vogelparks kann in einem schönen Gartenrestaurant abgeschlossen werden

Highlights

Hier stellen wir eine Auswahl der beliebtesten oder bemerkenswertesten Stationen auf dem Rundweg des Vogelparks vor.

Flamingo-Gedenkstätte

Gleich zu Beginn stößt du auf eine traurige Gedenkstätte, die den noch vor Kurzem hier durch einen See stolzierenden 178 Flamingos gewidmet ist. Was war passiert? Ein Jaguar-Weibchen übersprang mit seinem Nachwuchs den Zaun des Parks und drang ins Flamingo-Gehege ein. Zwar wurden nur wenige Tiere von den Raubkatzen gerissen, aber alleine durch den Schreck und den Stress verstarben fast alle anderen der äußerst sensiblen Vögel an Herzversagen. Mit den beiden einzigen Überlebenden der Tragödie soll nun eine neue Kolonie gegründet werden, was nicht ganz einfach ist, denn Flamingos fühlen sich nur in großen Gruppen wohl und sicher. Aus diesem Grund sieht man auch noch die aufgestellten Spiegel im früheren Flamingo-Areal, die den Tieren zahlreiche Artgenossen simulieren sollten.

Eine Gedenkstätte erinnert an die früher hier lebende große Flamingo-Kolonie

Erstes Gehege: Die kleinen Braunen (Os pequenos marrons)

Das erste begehbare Gehege gehört den „kleinen Braunen“, die aber gar nicht alle so klein sind.  Hier siehst du einige der typischen Bewohner des Atlantischen Regenwalds, darunter den Nacktgesichthokko (mutum-de-penacho), den Zimttimamu (macuco), den Kappenblauraben (gralha-picaça) oder den Schwarzmaskenguan (jacutinga). Insgesamt sind alleine in diesem Abschnitt 35 verschiedene Spezies zu bewundern.

Nah dran: Hokkohühner spazieren in Seelenruhe durch das erste Gehege

Reptilien

Im Reptiliengehege dösen große Kaimane neben Südamerikanischen Schmuckschildkröten an einem Teich, in dem Karpfen und Tilápias schwimmen. Außerdem werden in diesem Abschnitt riesige Anakondas (sucuri) gehalten, die größte Schlangenart der Welt. Die Boas (jiboias) sind zwar etwas kleiner und ungiftig, aber nicht weniger respekteinflößend. Alle leben hier harmonisch nebeneinander.

Träge dösen die Kaimane an ihrem Fischteich

Raubvögel (Rapinantes)

Zu den spannendsten Vögeln im Parque das Aves zählen Hans und Esperança, das Paar aus der Habichtfamilie Harpia harpyja (Gavião-real). Dabei handelt es sich um einen der größten Jagdvögel Südamerikas. Die mächtigen Tiere bringen bis zu neun Kilogramm auf die Waage und können auf eine Flügelspannweite von über zwei Metern kommen. In freier Natur nisten sie nur in Baumkronen von über 30 Meter Höhe und ernähren sich von Faultieren, Affen und anderen Kleintieren. Im Parque das Aves sind sie manchmal im freien Flug zu sehen.

Der Harpia harpyja zählt zu den größten Greifvögeln der Welt

Drittes Gehege: Cecropia

Dieses 2020 eröffnete begehbare Gehege sprengt alle Dimensionen. Mit 22 Metern Höhe und einer Ausdehnung von einem halben Hektar ist es so groß, dass man die Netze kaum sieht und oft vergisst, sich in einem geschlossenen Bereich zu bewegen. Die Anlage ist komplett in die Natur integriert und bei der Errichtung wurde strengstens darauf geachtet, keine Bäume dafür zu fällen.

Kaum zu erkennen: Das Viveiro Cecropia ist so hoch, dass man vergisst, in einem Gehege zu sein
Eintauchen in die Natur im Viveiro Cecropia

Im größten Vogelgehege Lateinamerikas leben jetzt 300 Papageien aus 15 verschiedenen Arten, die einen mit lautem Geschrei daran erinnern, dass man sich in einem Regenwald befindet. Die lebendigen, bunten Papageien zählen zu den absoluten Publikumslieblingen und können zwischen 9 und 17 Uhr auch gefüttert werden. An einem Stand werden entsprechende Futterrationen verkauft.

Direkt daneben kannst du dann die beliebten Tukane sehen.

Der Tukan beeindruckt mit einem langen Schnabel

Der Name Cecropia bezieht sich übrigens auf die Ameisenbäume, die bei der Entstehung von Regenwäldern eine zentrale Rolle spielen. Auf diversen Schautafeln wird diese wichtige Funktion der Bäume erläutert.

Fundamental wichtig bei der Entstehung von Regenwald: der Ameisenbaum (Cecropia)

Viertes Gehege: Aras (Viveiro das Araras)

Im vierten Gehege wartet dann mit den knallbunten Hyazinth- und Grünflügel-Aras schon der nächste Besucherfavorit. Auch einige Papageien und andere Vögel sind hier untergebracht. Wer bei der Fütterung zusehen möchte, sollte etwa gegen 10.30 Uhr oder 15.30 Uhr vorbeischauen. Im Anschluss kommst du noch durch zwei Areale für Schmetterlinge und Eulen und bist dann am Ausgang, wo du in einem Restaurant noch eine Kleinigkeit essen und trinken kannst.

Argentinische Seite der Wasserfälle

Die argentinische Seite der Wasserfälle bietet den unmittelbarsten Kontakt zu den gewaltigen Cataratas. Hier läufst du auf Wegen und Metallstegen über, neben und unter den Fällen entlang und erlebst hautnah die ganze Power des Wassers.

Durch das Gelände auf argentinischer Seite führen insgesamt fünf Wege, von denen aber nur drei direkt an die Wasserfälle gehen: der Circuito Inferior („unterer Rundweg“), der Circuito Superior („oberer Rundweg“) sowie als Highlight: der Circuito Garganta del Diablo, ein über den Fluss führender Metallsteg, der dich direkt zur Abbruchkante des „Teufelsschlunds“ führt.

Diese drei sind die wichtigsten Wege, denn sie bieten jeweils ganz unterschiedliche Perspektiven auf die Wasserfälle. Daneben gibt es noch den Sendero Verde, einen kurzen Spazierweg durch den Regenwald, den du nehmen kannst, wenn du dir die Wartezeit der Bahn zwischen der ersten und der zweiten Station sparen möchtest, sowie den Sendero Macuco, einen etwas anspruchsvolleren dreistündigen Wandertrek zu einem kleineren Wasserfall, bei dem das Naturerlebnis im Dschungel im Vordergrund steht.

Die argentinische Seite bietet unmittelbaren Kontakt mit den Fällen

Zeitplanung

Für den Besuch des Parks solltest du einen ganzen Tag einplanen, vor allem, wenn du aus Brasilien anreist und auf dem Hin- und Rückweg noch die zeitraubenden Grenzformalitäten zu erledigen hast.

Grenzübertritt

Der Grenzübertritt zwischen Brasilien und Argentinien dauert an einem „normalen“ Tag zwischen 30 und 60 Minuten. Laut Schätzungen erfahrener Guides betrifft das ungefähr 60 Prozent aller Tage. Wenn man Glück hat und sehr wenig los ist, kann es nach Aussage der Experten durchaus auch mal in 15 bis 30 Minuten zu schaffen sein. Allerdings sind an Tagen mit sehr hohem Andrang Wartezeiten an der Grenze von einer bis zwei Stunden leider auch keine Seltenheit. Dies kann insbesondere in den Ferienmonaten Januar und Juli vorkommen, außerdem zwischen Weihnachten und Neujahr sowie an allen Wochenenden und Feiertagen. Siehe hierzu für deine Planung auch unsere Übersicht der wichtigsten nationalen Ferienwochenenden (Feriadão) in Brasilien.

Anfahrt von Foz do Iguaçu

Die Wasserfälle auf argentinischer Seite können zwar auch mit öffentlichen Bussen erreicht werden, empfehlenswerter ist es aber, sich wegen der umständlichen Grenzformalitäten einem zertifizierten Guide oder einer organisierten Tour anzuschließen. In jedem Fall musst du an deinen Reisepass denken, denn ohne den kommst du nicht über die Grenze.

Organisierte Tour: Am wenigsten Stress hast du, wenn du dich einem offiziellen Privatguide oder einer Agentur anvertraust. Die erfahrenen Fachleute wissen genau, was an der Grenze zu beachten ist und welche Formalitäten wie, wann und wo erledigt werden müssen. Du kannst dich einfach zurücklehnen und den Ausflug genießen. Außerdem steht dir dein Experte auch im Nationalpark mit seinem Wissen zur Verfügung. Empfehlungen für Guides und Agenturen findest du weiter oben.

Mit dem Bus: Wer es trotz der Umständlichkeit mit dem Bus probieren möchte, begibt sich zu einer kleinen Haltestelle in der Rua Mem de Sá, gleich neben dem Busbahnhof TTU. Von dort fährt die Linie „Argentina/Puerto Iguazú“ schätzungsweise alle 50–60 Minuten ab. An der Grenze muss man zum Erledigen der Einreiseformalitäten aussteigen, ein Stück weiter wieder einsteigen und weiterfahren. Das Ganze dauert im Optimalfall etwa 20–30 Minuten. Es kann aber auch passieren, dass sich die Grenzkontrolle bei Ausländern in die Länge zieht. Dann fährt der Bus einfach schon mal weiter und zurückgelassene Fahrgäste müssen auf den nächsten warten. Einfacher ist es, wenn man in Puerto Iguazú einquartiert ist. Vom dortigen Busbahnhof fahren regelmäßig Busse zu den Wasserfällen, Grenzkontrollen entfallen, die Fahrt dauert etwa 30 Minuten.

Mit dem Taxi: Die Fahrt mit einem Taxi von Brasilien nach Argentinien ist theoretisch möglich, geht aber ziemlich ins Geld. Uber-Fahrzeuge dürfen Gäste dagegen nicht über die Grenze bringen.

Öffnungszeiten

Der argentinische Nationalpark öffnet jeden Tag um 8 Uhr seine Pforten und schließt um 18 Uhr. Der letzte Einlass ist um 16.30 Uhr.

Preise und Ticketkauf

Der Eintritt zum argentinischen Parque Nacional Iguazú kostet derzeit Arg$4000, das entspricht etwa R$80. Wer noch einmal wiederkommen möchte, kann sich seine Eintrittskarte am Ausgang abstempeln lassen und erhält damit am nächsten Tag 50 Prozent Ermäßigung.

Die Eintritte können nur bar in argentinischen Pesos bezahlt werden, nicht in brasilianischen Reais und auch nicht in anderen Währungen. Kreditkarten werden zwar offiziell akzeptiert, allerdings funktionieren die Kreditkartengeräte nicht immer! Um Problemen bei der Bezahlung an der Kasse vorzubeugen, solltest du dir daher unbedingt ausreichend Pesos aus Foz do Iguaçu mitbringen. Am Parkeingang angekommen gibt es keine offizielle Geldwechselmöglichkeit mehr. Im Notfall ist man darauf angewiesen, zu einem sehr schlechten Kurs bei den wartenden Taxifahrern Geld zu tauschen.

Zur Vollmondzeit können die Fälle an fünf Tagen im Monat auch nachts besucht werden. Diese Tour dauert circa drei Stunden und kostet Arg$1400 beziehungsweise R$120. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis! Genaue Daten und Uhrzeiten siehe Webseite des Parks.

Taxa de Ecoturismo: Nicht wundern, dass dein Fahrzeug auf dem Rückweg bei der Ausfahrt aus dem Nationalpark nochmal angehalten wird. Alle Besucher haben bei einer Kontrollstation auf der Straße eine kleine Gebühr von einem knappen Euro (Arg$150) pro Person zu entrichten.

Besucherzentrum und Struktur des Parks

Im Park befinden sich einige Imbisse und Cafés sowie Erste-Hilfe-Stationen an den Bahnhöfen, wo leichtsinnige Touristen mit Schnitt- und Kratzwunden versorgt werden, die sich zu nah an die Nasenbären gewagt haben.

Die Preise für Getränke und Snacks sind jedoch ziemlich gesalzen. So zahlst du zum Beispiel für eine 600ml-Flasche Wasser ungefähr 4 Euro, wenn du in brasilianischer Währung zahlst. Besorg dir am besten in Foz do Iguaçu ein paar argentinische Pesos, damit wird es etwas günstiger. Oder du nimmst dir gleich ein Lunchpaket mit. In den Daypack gehört auf jeden Fall auch eine wiederauffüllbare Trinkwasserflasche.

Trinke reichlich, vor allem an heißen Tagen. Trinkwasserspender, an denen du deine Wasserflasche auffüllen kannst, findest du an allen drei Bahnstationen sowie am Mirante Dos Hermanas auf dem Circuito Inferior. Mit einer mitgebrachten Flasche vermeidest du zum einen den Verbrauch von Einwegplastik und umgehst zum anderen die teuren Getränke in den Shops.

Besucherzentrum

Gleich nach dem Parkeingang triffst du auf das Besucherzentrum Centro de Visitantes Yvyrá Retá. Hier lohnt es einmal durchzugehen, denn es wartet eine kleine Ausstellung zum Naturraum des Atlantischen Regenwalds mit seiner Flora und Fauna sowie zu den indigenen Völkern, die immer noch im Nationalpark auf argentinischer Seite leben. Das Verständnis der Zusammenhänge wird durch interessante Begleittexte auf den Infotafeln erleichtert, die auch ins Englische übersetzt sind.

Bahn Tren Ecológico

Im Eintrittspreis enthalten sind beliebig viele Fahrten mit der kleinen Bimmelbahn „Tren Ecológico“, die an drei Stationen Halt macht: Estación Central, Estación Cataratas und Estación Garganta.

Zwischen Estación Central und Estación Cataratas: Um zu den Wegen Circuito Inferior und Superior zu gelangen, kannst du den Zug nehmen oder laufen. Die Abfahrt der Züge auf dieser Strecke ist alle 30 Minuten, bei viel Besucherverkehr auch öfter. Die langsame Fahrt dauert knapp zehn Minuten. Etwa Hundert Meter vor der Bahnstation befindet sich ein Schalter, an dem Tickets mit Angabe der nächsten verfügbaren Abfahrtzeit sowie der Waggonnummer verteilt werden. Wer sich die Wartezeit sparen möchte, kann zwischen diesen beiden Stationen auch einfach in circa 10–15 Minuten zu Fuß laufen. Der angenehme und nur 650 Meter lange Spazierweg Sendero Verde führt durch einen ruhigen Regenwaldabschnitt mit Sumpfgebiet, in dem oft auch Tiere zu sehen sind. Auf dem Hinweg ist es wegen des oft hohen Andrangs an der Bahnstation empfehlenswert, zu Fuß zu laufen. Auf dem Rückweg sind die Bahnen dann meistens leerer und man kann die müden Füße auf der Bahnfahrt etwas ruhen lassen.

Zwischen Estación Cataratas und Estación Garganta: Die Garganta del Diablo, der Höhepunkt der Wasserfälle, kann nur per Bahn erreicht werden. Eine alternative Wanderstrecke steht nicht zur Verfügung. Auch auf diesem Abschnitt verkehren die Züge alle 30 Minuten, die Fahrt selbst dauert knappe 15 Minuten. Bei sehr hohem Besucherverkehr kann es sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg zu längeren Wartezeiten kommen. Stell dich am besten schon vorher mental darauf ein, dass du vor allem in der Hauptsaison sowie an Feiertagen und Wochenenden hier an den Stationen etwas Zeit verbringen wirst.

Wegen Hochwasserschäden am Circuito Garganta del Diablo wird seit Oktober 2022 die Estación Garganta nicht angefahren.

Eine gemütliche Bimmelbahn fährt durch den argentinischen Nationalpark

Circuito Inferior

Der Circuito Inferior bietet den wohl intimsten Kontakt mit den Cataratas, die Wassermassen erscheinen hier zum Greifen nah. Der vollständige Rundweg hat eine Länge von 1,7 Kilometern und du brauchst etwa eine bis eineinhalb Stunden, um ihn gemütlich abzulaufen. Der Weg ist zu 70 Prozent eben und besteht zu 30 Prozent aus Treppen.

Der erste schöne Aussichtspunkt eröffnet einen wunderbaren Blick auf die brasilianischen Fälle sowie die Garganta del Diablo, weitere traumhafte Ausblicke folgen. Am Ende des Rundwegs lässt sich ein kleiner Abstecher zum Salto Chico einlegen, der jedoch oft wenig Wasser führt, und zum Schluss werden die „Zwei Schwestern“ (Salto Dos Hermanas) erreicht.

Die Boote zur Isla San Martin, die früher in kurzen Abständen vom unteren Ufer des Circuito Inferior ablegten, verkehren inzwischen nicht mehr. Aus Sicherheitsgründen wurden die dortigen Wanderwege stillgelegt, sodass die auffällige Insel jetzt nur noch aus der Ferne bewundert werden kann.

Wegen Steinschlaggefahr ist der Circuito Inferior momentan an mehreren Stellen gesperrt und nur etwa die Hälfte des Weges ist begehbar! Als Folge daraus verpasst man nicht nur einige schöne Aussichten, sondern kann den Weg auch nicht wie üblich als Rundweg laufen. Stattdessen bleibt derzeit nur die Möglichkeit, vom Eingang und Ausgang des Circuito Superior jeweils bis zu den Sperrungen zu laufen und dann umzudrehen, mit entsprechendem Gegenverkehr.

Circuito Superior

Der Circuito Superior („oberer Rundweg“) ist 1550 Meter lang und zu 100 Prozent eben, er kann also sehr leicht begangen werden. Bei gemütlichem Tempo und mit mehreren Foto- und Bewunderungspausen braucht man etwa eine bis zwei Stunden für den gesamten Weg.

Wie der Name schon sagt, führt der Circuito Superior oberhalb der Fälle entlang und bietet dir unterwegs einige der spektakulärsten Aussichten auf argentinischer Seite. Vor allem an Wochenenden und Feiertagen wird es auf den Aussichtsplattformen allerdings ziemlich eng und man braucht mitunter ein bisschen Geduld, um an einen Platz in der ersten Reihe zu kommen.

Verlauf: Zu Beginn des Rundwegs kannst du zuerst einen Abstecher zum idyllischen Salto Martin machen, einem etwas abseits gelegenen Wasserfall, der sich in ein Becken ergießt. Ab da geht es dann zumeist ohne Gegenverkehr nur noch in eine Richtung. Nach kurzer Zeit erreicht man den ersten einer Kette von wunderbaren Aussichtspunkten, wo sich eine gewaltige Wasserflanke vor einem eröffnet. Trotz des umwerfenden Panoramas siehst du hier gerade mal 40 Prozent der gesamten Wasserfälle auf einen Blick. Als Nächstes kommt man zum Salto Bossetti, wo direkt an der Kante der Wasserfall unter dir 60 Meter in die Tiefe rauscht.

Nach dem Salto Adán y Eva erreichst du die Plattform des Salto M’Bigua. Hier war früher der Steg zu Ende und man musste umdrehen und sich den Weg zurück durch die Menschenmenge bahnen. Zum Glück ist das heute nicht mehr nötig, denn eine 2018 errichtete Fortsetzung des Stegs führt jetzt über den neuen Mirante San Martín, wo allerdings recht wenig zu sehen ist, durch den wunderschönen Flusslauf zwischen Atlantischem Regenwald zurück aufs „Festland“.

Gegenwärtig ist der Circuito Superior der einzige der drei Hauptwege, der ohne Einschränkung begangen werden kann.

Circuito Garganta del Diablo

Den beeindruckenden „Teufelsschlund“ Garganta del Diablo heben sich viele Besucher als dramaturgisch krönenden Abschluss des Tages auf. Die Fluten stürzen hier wie in einem riesigen Abfluss von allen Seiten mit ohrenbetäubendem Lärm in die Tiefe. Hier am Rand dieses Höllenstrudels zu stehen ist für die meisten eines der größten Highlights der Wasserfälle von Iguaçu.

Aber auch schon der Weg zum Schlund ist nicht schlecht. Man spaziert über einen 1100 Meter langen metallenen Laufsteg übers Wasser, unter einem fließt und gurgelt der Fluss und in der Ferne hört man schon das Grollen und sieht den Wassernebel aufsteigen. Auf der Plattform angekommen kann man das Naturwunder dann aus der Nähe studieren. Je nach Wind und Wasserstand entsteht dabei reichlich Spritzwasser und ein Regencape sowie Schutzhülle für Kamera und Mobiltelefon sind hier definitiv angebracht.

Der Circuito Garganta del Diablo ist nur mit der Bahn erreichbar. Einschließlich der An- und Abfahrt kann man für den Besuch dieses Abschnitts gute zwei Stunden einplanen, wovon der Spaziergang einschließlich Bewunderung und Fotopausen durchschnittlich eine gute Stunde genossen wird.

Wegen Hochwasserschäden ist der Circuito Garganta del Diablo seit Oktober 2022 voll gesperrt! Auch die Estación Garganta wird von den Zügen momentan nicht angefahren.

Vorsichtige Annäherung an den Teufelsschlund: Garganta del Diablo

Touren im argentinischen Nationalpark

Bootsfahrten sind auch von Argentinien aus ein beliebtes Vergnügen und laufen sehr ähnlich wie in Brasilien ab. Auf argentinischer Seite werden sie von der gut organisierten Agentur Iguazú Jungle Explorer durchgeführt. Wasserscheu darfst du bei der Bootstour „Gran Aventura“ aber nicht sein, denn wie bei Macuco Safari auf brasilianischer Seite fahren auch die argentinischen Piloten mit ihrem Speedboot direkt an die Fälle heran, Adrenalinschübe, spitze Schreie der Passagiere und die totale Durchnässung sind inbegriffen. Es ist ein aufregendes Erlebnis, für das du dich entsprechend wappnen solltest. Trage an warmen oder heißen Tagen im Boot am besten einfach nur Badekleidung, oder bringe dir zumindest einen Satz trockener Klamotten zum Wechseln danach mit. An kühleren Tagen sind Touren mit derart intensivem Wasserkontakt nur den ganz Abgehärteten unter den Reisenden zu empfehlen.

Ablauf der Tour: Zuerst geht es mit einem Geländewagen 5,5 Kilometer durch den Urwald, dabei gibt es Erläuterungen zur Botanik. Im Anschluss folgt die sechs Kilometer lange Bootstour, bei der die Spannung immer weiter steigt, während sich das Boot langsam auf dem Rio Iguaçu von unten den donnernden Wasserfällen nähert. Alles in allem dauert der gesamte Ausflug zwei Stunden, die Bootsfahrt selbst etwa 25 Minuten. Anders als in Brasilien legen oft mehrere Boote gleichzeitig ab, Abfahrt ist alle 60 bis bis 75 Minuten.

Ticketkauf: Der Preis für die Bootstour auf argentinischer Seite beträgt Arg$14.000 oder R$306, ist also etwas billiger als auf brasilianischer Seite. Du kannst das Ticket prinzipiell vorab online buchen oder es spontan am Nationalparkeingang kaufen. Beides birgt jedoch Risiken. Denn wenn du online buchst, musst du dich bereits auf eine Uhrzeit festlegen, die möglicherweise bei Verzögerungen an der Grenze nicht mehr zu schaffen ist oder es dich stresst, noch rechtzeitig anzukommen. Plane daher bei dieser Variante zeitlich sehr großzügig. Das Risiko beim Spontankauf am Eingang besteht darin, dass für den Tag eventuell alle Tickets ausgebucht sein könnten. Einen goldenen Mittelweg gibt es in diesem Fall nicht. Sicherer ist es für Reisende, die ihre Unterkunft auf brasilianischer Seite haben, die Bootstour auch in Brasilien mit Macuco Safari zu machen.

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