Wasserfälle von Iguaçu: Tipps für deine Reise

Die berühmten Wasserfälle im Dreiländereck von Brasilien, Argentinien und Paraguay sind eines der gigantischsten Naturwunder der Welt. Über mehr als zweieinhalb Kilometer stürzen sich die Wassermassen des Rio Iguaçu aus durchschnittlich 60 Metern in die Tiefe. Für die Besichtigung brauchst du zwei Tage, denn der Zugang erfolgt sowohl von brasilianischer als auch von argentinischer Seite aus.

Schon von Weitem wirst du das Grollen der gewaltigen Wassermassen hören. Vor allem nach ausgiebigem Landregen schwillt der Rio Iguaçu an und stürzt sich dann voluminös über einen fast drei Kilometer langen Basaltbruch bis zu 80 Meter in die Tiefe. Es ist eine scheinbar nicht enden wollende Kette von über 250 spektakulären Wasserfällen, „Cataratas“ auf Portugiesisch, von denen einer beeindruckender als der nächste ist.

Von den atemberaubenden Aussichtspunkten, die zumeist auf der brasilianischen Seite liegen, sind die weit unten durch das Sprühwasser flitzenden Zodiacboote kaum mehr auszumachen. Was aber aus der Ferne noch märchenhaft wirkt, weicht aus der Nähe ganz schnell Ehrfurcht angesichts der rohen Naturgewalten. Worte und selbst Bilder können das Erlebnis nur schwer beschreiben.

Es ist ein einzigartiges Naturparadies, allerdings eines, in dem du auch den Rest der Welt oder zumindest Südamerikas triffst. Denn der Parque Nacional do Iguaçu gehört zu den beliebtesten und am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten Brasiliens.

Auf einer Bootstour kannst du ganz nah an die gewaltigen Iguaçu-Wasserfälle heranfahren

Tipps zur Planung

Hier einige wichtige Tipps für deine Planung im Schnellüberblick:

  • Ausgangspunkt in Brasilien für Touren zu den Iguaçu-Wasserfällen ist die Stadt Foz do Iguaçu. Wer sich in Argentinien einquartieren möchte, wählt eine Unterkunft in Puerto Iguazú.
  • Die Wasserfälle können von zwei Seiten besucht werden: der brasilianischen und der argentinischen Seite. Beide solltest du besuchen.
  • Den besseren Überblick bietet der brasilianische Teil (die meisten fahren am ersten Tag hierher). Für die nähere und intensivere Erfahrung muss man jedoch über die Grenze nach Argentinien (zweiter Tag).
  • Die Fälle im brasilianischen Nationalpark sind einfacher zu erreichen und schneller zu besichtigen. Wer es eilig hat, dem reicht hier ein halber Tag. Am besten sind die Lichtverhältnisse morgens (Fotos!).
  • Wer zu Hochbetriebszeiten keine Zeit am Ticketschalter verlieren will, der kann seine Eintrittskarte vorab im Internet besorgen.
  • Im Anschluss an die brasilianische Seite solltest du noch etwas Zeit für den gleich gegenüber vom Haupteingang gelegenen Vogelpark Parque das Aves reservieren.
  • Der restliche Nachmittag könnte einer Besichtigung des Itaipu-Staudamms dienen oder einem Shopping-Ausflug nach Ciudad del Este in Paraguay.
  • Für den argentinischen Part ist es sinnvoll, einen ganzen Tag einzuplanen, zum einen weil die Anreise länger dauert (Grenzformalitäten), zum anderen, weil die Wanderwege länger und die Möglichkeiten vielfältiger sind. Viele sind sogar so angetan, dass sie am nächsten Tag noch einmal wiederkommen.
Kein seltenes Ereignis: ein Regenbogen vor den Wasserfällen

Klima und beste Reisezeit

Die Region um Foz do Iguaçu hat subtropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Die durchschnittliche Temperatur beträgt 14 Grad im Winter und 26 Grad im Sommer. An heißen Tagen kann das Thermometer schon mal auf 40 Grad springen, im Winter (etwa Juni bis August) kann es allerdings auch auf deutlich unter 10 Grad fallen.

Ein Besuch ist dennoch das ganze Jahr über möglich. Zu empfehlen ist insgesamt der brasilianische Sommer (Dezember bis März), denn dann führt der Rio Iguaçu mehr Wasser und die Fälle sind noch beeindruckender.

Im Gepäck sollte sich neben Sonnencreme unbedingt auch Insektenschutz befinden. Durch das feuchte Klima gibt es viele Moskitos, was insbesondere bei Wanderungen durch den Urwald lästig werden kann.

An heißen Tagen sollten zudem Badesachen nicht fehlen, an kühleren Regenschutz, da bei den Fällen immer mit Spritzwasser zu rechnen ist.

Wissenswertes vorab

Iguaçu, „große Wasser“, nannten die Tupi-Guarani-Indianer, die ursprünglich das heutige Grenzgebiet von Brasilien und Argentinien bewohnten, die Wasserfälle. Ein bescheidener Ausdruck für eines der gigantischsten Naturwunder der Welt.

Der Rio Iguaçu ist ein Nebenfluss des Rio Paraná von 1200 Kilometer Länge und entspringt in der Nähe der Serra do Mar. Kurz bevor er in den Paraná mündet, donnert er mit unglaublicher Macht durchschnittlich 60 Meter in die Tiefe. Der geologische Aufschluss formt dabei einen Bogen, der sich über 2,7 Kilometer erstreckt.

Das Gebiet der Wasserfälle teilt sich Brasilien mit Argentinien. Der kleinere Teil (800 Meter) liegt dabei auf brasilianischem Boden.

Je nach Wasserstand sind 150 bis 270 verschiedene Fälle zu bewundern, die bis zu 6500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde nach unten befördern.

Mit einer Höhe von bis zu 80 Meter sind sie höher als die Niagarafälle, in puncto Breite müssen selbst die Victoria-Fälle in Afrika kapitulieren.

Umwerfende Ausblicke am laufenden Band bieten die Wasserfälle von Iguaçu

Beide Seiten der Fälle sind seit den 1930er-Jahren Nationalparks und seit 1984 beziehungsweise 1986 Weltnaturerbe der Unesco.

Der Urwald besteht aus geschätzten 2000 Pflanzenarten. Er ist Heimat für 420 Vogel- und 68 verschiedene Säugetierarten, außerdem von Reptilien und Amphibien, von denen viele vom Aussterben bedroht sind.

Zwischenzeitlich stand der brasilianische Nationalpark auf der roten Liste der gefährdeten Welterbe durch die illegale Öffnung einer Straße und häufige Helikopterflüge. Die Vernunft hat jedoch gesiegt – die Straße ist nun wieder geschlossen und die Helikopter müssen höher fliegen.

Nicht nur Wasserfälle, auch viele Tiere gibt es in den beiden Nationalparks zu sehen

Brasilianische Seite der Wasserfälle

Knapp 18 Kilometer vom Stadtzentrum von Foz do Iguaçu entfernt liegt der Eingang des Parque Nacional do Iguaçu.

Von dem dortigen Besucherzentrum aus starten Pendelbusse, die die verschiedenen Stationen des Nationalparks miteinander verbinden.

Leider müssen hier ausländische Gäste tiefer in die Tasche greifen, denn der Eintrittspreis ist satte 65 Prozent höher als für Brasilianer. Autos können kostenpflichtig vor dem Gelände geparkt werden.
tgl. 9–17 Uhr, Eintritt R$41 (Brasilianer), R$70 (Ausländer)

Trilha das Cataratas (Panoramaweg)

An der Estação Trilha das Cataratas (beim Hotel das Cataratas) beginnt ein schöner Aussichtsweg, diverse Plattformen erlauben atemberaubenden Perspektiven.

Aussichtsplattform auf dem Panoramaweg der brasilianischen Seite der Iguaçu-Wasserfälle

Ab und zu laufen einem Coatis über den Weg, auf den ersten Blick putzige, dem munteren Nasenbär ähnelnde Tiere mit langem gestreiftem Schwanz.

Aufgrund wohlmeinender Touristen sind sie jedoch mittlerweile auf Fütterung konditioniert und suchen zum Teil aggressiv in menschlicher Nähe nach Nahrung – du solltest ihnen aus dem Weg gehen und dein Sandwich gut im Auge behalten.

Sehen putzig aus, sind aber mit Vorsicht zu genießen: die freilaufenden Nasenbären (Coatis)

Gegen Ende des Weges beginnt ein Laufsteg über das Wasser Richtung Garganta do Diabo: ein wahrer Hexenkessel!

Ein Aussichtsturm, den man zu Fuß oder über einen Panoramaaufzug erreichen kann, bietet danach noch einen letzten herrlichen Überblick.

Von der hintersten Station Estação Porto Canoas fahren Busse zurück zum Eingang, vorher kann man noch in einem Restaurant oder Imbiss am Fluss verweilen.

Touren im brasilianischen Nationalpark

Ähnliche Touren wie auf der argentinischen Seite bietet Macuco Safari an (zweite Haltestelle der internen Buslinie).

Die beliebteste Tour beinhaltet eine Jeepfahrt (drei Kilometer), 600 Meter Abstieg durch den Uferwald und eine 25-minütige Bootsfahrt zu den Wasserfällen. Die gesamte Tour dauert zwei Stunden und kostet R$238 pro Person.

Auch für geführte Wanderungen, Vogelbeobachtung, Fahrradtouren durch den Regenwald oder Kajakfahrten auf dem Rio Iguaçu ist die Agentur der richtige Ansprechpartner. Alle Angebote können auch in einem Büro im Besucherzentrum gebucht werden.
tgl. 9–17.30 Uhr

Die Bootsfahrt von Macuco Safari führt bis dicht an die tosenden Wasserfälle

Parque das Aves (Vogelpark)

Direkt gegenüber vom Eingang zum brasilianischen Nationalpark liegt der Parque das Aves, ein sehenswerter Vogelpark, der schon fast zum Standardprogramm des Wasserfallbesuchs dazugehört. Die Lage könnte kaum günstiger sein: an der Rodovia das Cataratas, KM 15, schräg gegenüber vom Besucherzentrum der Wasserfälle auf brasilianischer Seite, du musst nur einmal über die breite Straße gehen.

Im Park kannst du mehr als 1000 Vögel und 130 Arten aus fünf Kontinenten in zum Teil großräumigen und begehbaren Fluggehegen erleben. Wer die ganze Vogelschar, die sich sonst hartnäckig im Laub versteckt hält oder nur mit viel Geduld oder einem guten Fernglas beobachten lässt, einmal ganz aus der Nähe erleben will, der sollte also auf jeden Fall den Parque das Aves besuchen.

Dabei solltest du jedoch deinen Schmuck gut sichern, denn die Tukane sind wahre Meister im Abzwacken von verlockenden Knöpfen und Halsketten.
tgl. 8.30–17 Uhr, Eintritt R$45

Begehbare Fluggehege: Der sehenswerte Vogelpark ist eine tolle Ergänzung zu den Wasserfällen
Schnabel mit Vogel dran: ein Tukan im Parque das Aves

Argentinische Seite der Wasserfälle

Der Eintritt zum argentinischen Parque Nacional Iguazú kostet Arg$700 (ca. R$65). Darin enthalten sind Fahrten mit der Bimmelbahn „Tren Ecológico“ (drei Stationen, Abfahrt alle 25 Minuten), unter anderem zur Garganta del Diablo, dem absoluten Höhepunkt der Wasserfälle.

Eine gemütliche Bimmelbahn fährt durch den argentinischen Nationalpark

Im Park befinden sich einige Imbisse und Cafés sowie Erste-Hilfe-Stationen an den Bahnhöfen. Wer noch einmal wiederkommen will, kann sich seine Eintrittskarte am Abend abstempeln lassen und erhält damit am nächsten Tag 50 Prozent Ermäßigung.
tgl. 8–18 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr

Zur Vollmondzeit können die Fälle an fünf Tagen im Monat auch nachts besucht werden (circa drei Stunden, Arg$1400 beziehungsweise R$120) – ein ganz besonderes Erlebnis! Genaue Daten und Uhrzeiten siehe Webseite des Parks.

Die Eintritte können nur bar in argentinischen Pesos oder mit Kreditkarte bezahlt werden. Wenn nötig, am besten schon in Foz Geld wechseln, da die Kurse am Eingang schlechter sind.

Die argentinische Seite bietet unmittelbaren Kontakt mit den Fällen

Anfahrt von Foz do Iguaçu

Zu den Wasserfällen auf der argentinischen Seite nimmt man den Bus „Argentina/Puerto Iguazú“ bis zur Grenze. Abfahrt ist alle halbe Stunde ab Rua Mem de Sá gleich neben dem Busbahnhof TTU (R$7, Pass mitnehmen!).

Busse diverser Gesellschaften (Celeste, Viação Itaipu, 3 Fronteiras und Crucero del Norte) wechseln sich in einem etwa 40-minütigen Rhythmus ab.

An der Grenze muss man zum Erledigen der Einreiseformalitäten aussteigen, ein Stück weiter wieder einsteigen und weiterfahren. Das Ganze dauert etwa fünf bis zehn Minuten.

Auch vom Busbahnhof in Puerto Iguazú fahren Busse zu den Wasserfällen. Die gesamte Fahrt dauert einschließlich der Grenzprozeduren ungefähr 90 Minuten.

Circuito Inferior

Es gibt drei Rundgänge mit ganz unterschiedlichen Perspektiven auf die Wasserfälle: Der Circuito Inferior (1,7 Kilometer, eine bis zwei Stunden) bietet den wohl intimsten Kontakt mit den Cataratas, die Wassermassen erscheinen hier zum Greifen nah.

Unten am Wasser angekommen, fahren in kurzen Abständen Boote zur Isla San Martin (einige kürzere Wanderwege, 30 bis 60 Minuten).

Circuito Superior und Garganta del Diablo

Der Circuito Superior (650 Meter, 30 bis 60 Minuten) führt oberhalb der Fälle entlang.

Den Weg über einen metallenen Laufsteg zur beeindruckenden Garganta del Diablo, dem Teufelsschlund (ein Kilometer, eine bis zwei Stunden) solltest du dir dabei als krönenden Abschluss des Tages aufheben.

Wie in einem gigantischen Whirlpool vereinen sich die Fluten von allen Seiten mit ohrenbetäubendem Lärm und viel Spritzwasser.

Vom Circuito Superior fährt man ab der Estación Cataratas mit dem Zug bis zur Endstation, von wo der Weg zum Teufelsschlund beginnt.

Vorsichtige Annäherung an den Teufelsschlund: Garganta del Diablo

Restaurants

Viele Emotionen und Bewegung machen Appetit, das Buffet im Restaurante La Selva schafft Abhilfe.
tgl. 11–16 Uhr

Touren im argentinischen Nationalpark

Neben Wanderungen sind auch Bootsfahrten zu den Wasserfällen ein beliebtes Vergnügen: Bei Iguazú Jungle Explorer (gut organisiert, mehrsprachige Führer) stehen mehrere Arten von Bootstouren zur Auswahl, bei einigen sollte man jedoch nicht wasserscheu sein: Wie bei Macuco Safari fährt man mit einem Speedboot bis direkt an die Fälle heran, Adrenalinschübe und totale Durchnässung inbegriffen – ein aufregendes Erlebnis.

An warmen Tagen ist Badekleidung ratsam, an kühlen Tagen sind Touren mit derart intensivem Wasserkontakt jedoch nur eingeschränkt zu empfehlen.

  • Gran Aventura: Geländewagentour durch den Urwald (5 km) mit Erläuterungen zur Botanik, danach sechs Kilometer Bootstour. Langsam steigt die Spannung, während sich das Boot auf dem Rio Iguaçu von unten den Wasserfällen nähert (Tourdauer eine Stunde, Preis Arg$2000/R$173).
  • Paseo Ecológico: Gemächliche Bootstour auf dem oberen Teil des Flusses, Start ist am Bahnhof der Garganta del Diablo (Tourdauer 30 Minuten, Preis Arg$500/R$45).

Die besten Preise für die Touren im Park bietet die Agentur im Busbahnhof von Puerto Iguazú, dort wo man auch die Tickets für den Linienbus zum Park löst (Arg$100 hin und zurück, letzte Rückfahrt 18.30 Uhr).

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