Pantanal: Tipps für deine Reise
Hier findest du allgemeine Informationen und Tipps für deine Reise in den Pantanal. Du erfährst alles Wissenswerte rund um Klima und beste Reisezeit, Touren, Tierwelt, Unterkünfte und Ausrüstung für Exkursionen.
Inhaltsverzeichnis
Jedes Jahr lagern die Wassermassen im Pantanal Sedimente ab: Dünger für die Pflanzen, Nahrung für die gezählten 278 Fischarten (in Europa sind es knapp 200). Wenn die Regenzeit endet und die Trockenzeit im Juli beginnt, aus Seen und Lagunen langsam Sümpfe oder Inseln werden, beginnt das große Fressen, zu dem selbst aus dem 10.000 Kilometer entfernten Kanada die Zugvögel einfallen. Wasserschweine (Capivaras), Kaimane, Otter, Reiher und Jabiru-Störche (etwa 450 Vogelarten, darunter der seltene blaue Hyazinth-Ara) streiten sich um die schuppige Beute, die in die Wasseradern zu fliehen versucht. Auch mehr als 1000 Jaguare soll es seit dem Abschluss eines Artenschutzabkommens wieder im Pantanal geben.
Dass dieser Garten Eden in den letzten Jahren immer mehr für den Naturtourismus erschlossen wurde, hat mehrere Ursachen. Die alten Fazendas (Rinderfarmen), einst so ausgedehnt wie europäische Kleinstaaten und mit Herden von mehreren tausend Rindern, sind durch Erbteilung geschrumpft und unrentabel geworden. Viele Fazendeiros wandeln ihre Fazendas in Ferienhotels (Hotel-Fazendas) um, obgleich der Zugang zu Lande oder zu Wasser oder gar durch die Luft immer noch ein kleines Abenteuer ist. Zweitens wächst der Bedarf nach naturnahem Tourismus. Und drittens haben zahlreiche globale Naturschutzorganisationen erkannt, dass Ökotourismus ein sinnvolles Instrument ist, dieses einmalige Biotop zu erhalten.
Alles in allem mögen 200 Pensionen, Landhotels und Hotelschiffe im Pantanal vorhanden sein. Ansonsten ist die Gegend menschenleer: Auf einen einheimischen Bewohner entfallen statistisch sechs Rinder und 42 Kaimane (jacarés).



Wissenswertes vorab
Landschaftlich und kulturell zählt der Pantanal zu den faszinierendsten Regionen Brasiliens. Hier einige Informationen für deine Reise.
Geografie
Der Pantanal ist eine sumpfige Tiefebene mit einzelnen darin verstreuten Erhebungen. Zum Süden hin neigt sich diese Ebene, im Norden bilden die Chapada dos Parecis und die Serra Azul eine Wasserscheide zum Amazonasgebiet hin. Im Westen und Südwesten geht der Pantanal unmerklich in die Trockensteppe Gran Chaco über.
Fauna und Flora des Pantanal
Der Pantanal gilt als das brasilianische Paradies für Tiersichtungen. Anders als im Amazonas, wo primär die Wald- und Pflanzenwelt und die gigantischen Flüsse mit ihren Bewohnern im Mittelpunkt stehen, bekommen Reisende im Pantanal viele freilebende Tiere zu Gesicht. Nach neuesten Untersuchungen sind in der Region 152 Säugetierarten, 582 Vogelarten, 127 Reptilienarten, 47 Amphibienarten und 269 Fischarten dokumentiert. Hinzu kommen über 2000 Pflanzenarten.
Während der Safaris auf den Hotel-Fazendas wirst du zu Land, im Wasser und in der Luft zahlreiche dieser Spezies sehen, darunter beispielsweise den Rosalöffler, Reiher, Waldstörche und den großen Jabirustorch. Der Jabiru ist mit seinem auffällig schwarzen Kopf, Hals und Schnabel und dem weißen Gefieder so etwas wie das inoffizielle Wappentier des Pantanal. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,60 Meter ist es die drittgrößte fliegende Vogelart Mittel- und Südamerikas.
Auch Sumpf- und Pampashirschen, Nandus, Krabbenfüchsen und den possierlichen Wasserschweinen begegnet man regelmäßig, ebenso den unter Wasser oder an Land dösenden Kaimanen. Schon schwieriger zu entdecken sind die beeindruckenden Großen Ameisenbären, die einzeln durch die Landschaft streifen. Hierfür braucht man etwas Glück und eine Sichtung solltest du nicht gleich für den ersten Tag voraussetzen.
Ähnlich wie auf afrikanischen Safaris hat sich auch im Pantanal eine „Big Five“ der Tiersichtungen herausgebildet. Dies sind die fünf großen Landsäugetiere, die die meisten Reisenden gerne sehen möchten:
- Das Wasserschwein (Capivara) ist das größte Nagetier der Welt und leicht zu finden, eine Sichtung ist praktisch garantiert.
- Der Sumpfhirsch (Cervo-do-Pantanal) ist mit bis zu 125 Kilogramm Gewicht der größte Hirsch Südamerikas, eine Sichtung ist recht wahrscheinlich.
- Der Große Ameisenbär (Tamanduá bandeira) ist der größte Ameisenbär der Welt, er kann einschließlich seines Schweifs bis zu zwei Meter lang und bis zu 40 Kilogramm schwer werden. Eine Sichtung ist nicht selbstverständlich und sehr früh morgens oder kurz vor Sonnenuntergang am wahrscheinlichsten. In einigen Gegenden kommt er häufiger vor als in anderen.
- Der Flachlandtapir (Anta) ist das größte Landsäugetier Südamerikas und kann eine Kopf-Rumpf-Länge von 2,20 Metern und ein Gewicht von bis zu 250 Kilogramm erreichen. Da er nachtaktiv und sehr scheu ist, wird er nur relativ selten gesichtet.
- Der Jaguar (Onça) ist die größte Raubkatze des amerikanischen Kontinents und nach Tiger und Löwe die drittgrößte Katze überhaupt. Seine Körperlänge beträgt ohne Messung des Schwanzes bis zu 1,85 Meter und das Gewicht kann bis zu 150 Kilogramm erreichen. Eine Jaguarsichtung gilt als Highlight eines Pantanalbesuchs, jedoch sind dafür in der Regel spezialisierte Agenturen und eine mehrtägige Safari Voraussetzung. Eine zufällige Sichtung ist unwahrscheinlich.
Viele Fazendas verkaufen in ihren Shops das ausgezeichnete Büchlein „Field Guide to Wildlife of the Pantanal“ von Ricardo Boschetti, 3. Auflage 2023. Auf 60 Seiten findest du darin die wichtigsten Pantanalbewohner mit vielen Abbildungen, mehrsprachigen Namensbezeichnungen, kurzen Charakterisierungen sowie Hintergrundinformationen und Karten zum Pantanal. Wer sich schon vor der Reise vorbereiten möchte, kann es über die Homepage des Autors online bestellen.
Essen und Trinken im Pantanal
Auch kulinarisch gibt es im Pantanal einiges zu entdecken, was von den üblichen Gepflogenheiten Brasiliens deutlich abweicht. In den trockenen Weiten des Cerrado wird zum Beispiel sehr gerne Arroz carreteiro gegessen, dabei handelt es sich um eine Art Risotto mit Trockenfleisch, Frühlingszwiebeln, Knoblauch und frischem Koriander. Außerdem zählt im Überschwemmungsgebiet Pantanal, ebenso wie im Amazonas, der Piranha zu den kulinarischen Spezialitäten. Der grätenarme Fisch kann sowohl in Fischeintöpfen genossen werden, als auch im typischen Caldinho de Piranha: eine kräftigende Brühe mit ein wenig Gemüse und dem festen weißen Fleisch des berüchtigten Fisches, dem auch eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt wird. Weitere typische Speisefische der Region sind der Pacu (eine Sägesalmlerart) und der Pintado (Gefleckter Sorubimwels). Außerdem isst man mit Vorliebe das Fleisch von gezüchteten Kaimanen (Jacaré) sowie natürlich jede Menge Rindfleisch. Im Süd-Pantanal wirst du außerdem kulinarischen Einflüssen aus Paraguay begegnen: Die Sopa Paraguaia ist keine Suppe, wie etwa der Name andeutet, sondern ein schmackhaftes souffléähnliches Maisbrot. Und wenn du Chipas findest, kannst du dich auf äußerst leckere herzhafte Gebäckkringel freuen, die unter anderem aus Maniokstärke und Käse zubereitet werden und geschmacklich etwas an das in Brasilien weit verbreitete Pão de Queijo erinnern.
Auch Süßspeisen stehen in den Hotel-Fazendas hoch im Kurs. Nach jeder Mahlzeit kannst du dich an den selbst gemachten Fruchtkompotten bedienen. Zudem sind oft vor Ort hergestellte Frischkäsearten und Doce de Leite, eine beliebte Karamellcreme aus Milch, Zucker und Vanille, an den Büffets zu finden.
Das Beste daran: Bei allen Hotel-Fazendas des Pantanal sind drei Mahlzeiten im Paketpreis enthalten, sodass du viel Gelegenheit haben wirst, dich an den üppigen Büffets durch die Besonderheiten der regionalen Küche zu schlemmen.
Tereré: Mehr als nur ein Getränk
Tereré ist ein traditionelles Getränk aus Paraguay, das über den oft wochenlangen Viehtrieb, die sogenannten Comitivas, den Weg nach Mato Grosso do Sul gefunden hat und heute für viele Menschen in der Pantanalregion zum Alltag gehört. Erfrischend und einfach zubereitet, besteht es aus Yerba Mate und eiskaltem Wasser und ist eine Alternative zu dem aus Südbrasilien bekannten Chimarrão, der heiß serviert wird. Typischerweise wird das Getränk in einem speziellen Tereré-Becher zubereitet und mit einem Metallstrohhalm, der sogenannten Bomba, getrunken. Die Zubereitung ist unkompliziert: Man gibt den Yerba Mate in den Becher und gießt nach und nach kaltes Wasser hinzu. Viele verfeinern den Geschmack noch mit etwas Minze, Zitrone oder anderen Kräutern, was ihn besonders an heißen Tagen noch angenehmer macht.
Neben der erfrischenden Wirkung wird Tereré auch für seine gesundheitsfördernden Eigenschaften geschätzt. Yerba Mate besitzt antioxidative Eigenschaften, die die Verdauung unterstützen und einen leichten Energieschub geben können. Besonders interessant ist der kulturelle Aspekt: Tereré zu trinken ist oft ein Moment der Ruhe und des Beisammenseins, meist mit Freunden oder der Familie, wobei der Becher in der Runde herumgereicht wird und alle aus demselben Gefäß trinken. Für Reisende in dieser Region lohnt es sich daher, das Gericht nicht nur wegen des Geschmacks zu probieren, sondern auch, um einen Brauch zu erleben, der tief im lokalen Alltag verwurzelt ist und viele Menschen zusammenbringt und verbindet.
Nachhaltiger Tourismus
Obwohl es seit 2011 offiziell verboten ist, werden Tiere im Pantanal immer noch angefüttert, um Touristen Sichtungen von Jaguar, Ozelot oder Riesenotter zu ermöglichen. Solche Anfütterungen können massive negative Auswirkungen auf das natürliche Verhalten der Tiere haben. So können sowohl Aggressionen als auch übermäßige Gewöhnung an den Menschen dadurch gefördert und Krankheiten auf dem Wege übertragen werden. Außerdem werden durch Anfütterung Tiere wie Kaimane, Fischbussarde, Krabbenfüchse, Kapuzineraffen und Mähnenwölfe verwundbarer für ihre Fressfeinde.
Impressionen (Video)
Einen schönen Eindruck der Naturlandschaften und der reichen Tierwelt des Süd-Pantanal kannst du im Video unseres Team-Mitglieds Jörg Rausch sehen. Jörg hat mit seiner Familie das Pantanal-Gebiet in der Nähe der Kleinstadt Miranda besucht, war auf dem gleichnamigen Fluss unterwegs und hat auch eine längere Tour auf der Estrada Parque unternommen. Dabei ist er unter anderem Ameisenbären, Gürteltieren, Papageien und vielen, vielen Kaimanen begegnet.
Orientierung
Der Pantanal kann von Süden und von Norden her angesteuert werden, entweder über Campo Grande oder über Cuiabá.
Der südliche Pantanal
Den „undurchdringlichen Busch“ hat es immer nur entlang der Flussläufe und weit im Norden, im Einzugsbereich des Amazonas (Mato Grosso Nord) gegeben. Der weitaus größte Teil des Bundesstaates Mato Grosso do Sul ist von Savanne bedeckt – und von der großartigen Sumpflandschaft des Pantanal. Zwei Schritte in den Pantanal hinein, und schon trifft man auf Jaguar und Gürteltier – wer mit dieser Erwartungshaltung anreist, wird arg enttäuscht: So leicht gibt die Natur ihre Geheimnisse nicht preis. Das Mindeste an Aufwand ist eine mehrstündige Tour per Jeep auf der Estrada Parque, zu Pferde oder zu Fuß. Zu einer solchen Exkursion braucht man keine spezielle Ausrüstung, sollte aber wegen der Moskitos unbedingt lange Hosen tragen (August bis Februar) sowie Fernglas und Teleobjektiv nicht vergessen.
Der nördliche Pantanal
Der wichtigste Zugang in den nördlichen Pantanal verläuft über Poconé, die Pforte zur Transpantaneira, einem glücklicherweise wieder aufgegebenen Straßenprojekt, das den Pantanal komplett zerschnitten und ökologisch schwer geschädigt hätte. So verläuft nun die Transpantaneira nach rund 149 Kilometern buchstäblich im Sumpf, das heißt sie endet in dem Fischerweiler Porto Jofre, der so gut wie keine Infrastruktur hat. Vorher aber muss man noch etliche der alten und teils bedrohlich wackligen Balkenbrücken überqueren (sie werden nach und nach durch Betonbrücken ersetzt). Besonders die Holzbrücken auf den letzten knapp 60 Kilometern sind prekär und häufiger sind lockere Planken auf den richtigen Radabstand hin zurecht zu rücken. Oft sind auch erst einige Kaimane oder Anakondas zu verscheuchen, die sich auf dem warmen Holz abgelegt haben. An einigen Stellen muss zudem mit einer Fähre übergesetzt werden, und in der Regenzeit ist die Gefahr, stecken zu bleiben, sehr hoch.
Tipps zur Planung
Wer den Pantanal bereisen möchte, sollte einige Dinge schon vorab bei der Planung berücksichtigen. Wir helfen dir dabei, das Beste aus deinem Pantanalbesuch herauszuholen.
Klima und beste Reisezeit im Pantanal
Das Klima im Pantanal ist vom Wechsel kühle Trockenzeit und heiße Regenzeit geprägt. Der Pantanal ist somit ganzjährig besuchbar und zu jeder Zeit ein wunderbares Reiseziel. Allerdings präsentieren sich die Landschaften und Flüsse zu den verschiedenen Jahreszeiten in jeweils anderen Gewändern. Was die beste Reisezeit betrifft, streiten sich die Gelehrten. Eine eindeutig beste Reisezeit gibt es nach unserer Auffassung nicht. Zu unterscheiden sind die Saisons im Hinblick auf Niederschläge und Flusspegelstände, jedoch sollten dabei auch die Temperaturen, die zwischen Sommer und Winter stark schwanken, nicht außer Acht gelassen werden. Auch die Berücksichtigung der touristischen Haupt- und Nebensaisonzeiten kann in die Wahl des optimalen Besuchszeitraums einfließen.
Allgemein lässt sich festhalten, dass die Wetterbedingungen in den einzelnen Jahreszeiten infolge des Klimawandels immer schwieriger vorhersehbar werden. Auch das früher noch zuverlässig prognostizierbare Auftreten von Moskitos in bestimmten Monaten ist nicht mehr so in Stein gemeißelt wie früher. Manchmal tauchen regional plötzlich viele Mücken auf, ein paar Kilometer weiter gibt es dagegen kaum welche.
Niedrigwasser und Trockenzeit im Pantanal
Oft wird die Trockenperiode zwischen Juni/Juli und September/Oktober als beste Reisezeit beschrieben. Tiersichtungen sind am ergiebigsten in der Phase von Juni bis November. Und um Vögel zu beobachten, kommt man am besten zwischen Juli bis Oktober. Zu Beginn der Trockenzeit sind die Flüsse noch gut gefüllt, allerdings können gerade dann auch ziemlich kalte Tage und vor allem Nächte auftreten. Im Winter, vor allem im Juli, streichen Kaltwinde aus Patagonien über den Pantanal und können die Temperaturen auf bis zu fünf Grad herabsetzen. Auch wenn im Allgemeinen tagsüber 20 Grad nicht unterschritten werden, muss man auf solche möglichen Kaltphasen sowohl mental wie auch kleidungstechnisch vorbereitet sein. Ab August nimmt das Dürrerisiko zu und in den letzten Jahren kam es dann immer wieder zu großen und teilweise verheerenden Buschfeuern.
Hochwasser und Regenzeit im Pantanal
Dagegen gelten die regnerischen und heißen Monate von Dezember bis März gemeinhin als ungünstigere Reisezeit, die Temperaturen schnellen dann an manchen Tagen auf bis zu 40 Grad. Besonders von Dezember bis Mitte Januar regnet es zudem fast täglich und der inzwischen trockene „Schwamm“ des Pantanal füllt sich auf. Die feuchte Luft ist wiederum Nektar für Moskitos, die in der Abenddämmerung die Luft bevölkern. Doch auch zu dieser Zeit lässt sich der Pantanal aus unserer Sicht gut bereisen. Der mitunter schlechte Ruf ist nicht ganz gerechtfertigt, denn dieser Zeitraum birgt auch seine Vorteile. So können Besucher die wunderbaren Landschaften in größerer Ruhe erleben, denn es sind deutlich weniger Touristengruppen unterwegs, und alle Preise sinken. Zudem konzentrieren sich die Landtiere in den höheren Landesteilen, die nun zu Inseln werden, den sogenannten Cordilheiras oder Capões, und lassen sich daher leichter beobachten.
Hauptsaison und Nebensaison im Pantanal
Die Trockenzeit, insbesondere die Monate zwischen Juli und September, gelten im Pantanal als absolute Hauptsaison. Wer zu dieser Zeit anreist, muss sich auf höhere Preise einstellen, manche Hotel-Fazendas sind schon Monate im Voraus ausgebucht. Auch Oktober und November gelten als stark nachgefragte Reisemonate, dazu kommen mittlerweile auch Mai und Juni immer mehr in Mode. Deutlich ruhiger und preislich moderater sieht es hingegen zwischen Dezember und April aus.


Unterkünfte im Pantanal
Die Unterbringung findet meist auf einer Hotel-Fazenda statt. Dabei handelt es sich um ein rustikales, manchmal luxuriöses Haupthaus, möglichst in die Natur eingebettet. Im Preis sind fast immer Vollpension und zwei bis drei Ausflüge pro Tag enthalten. Die Zimmer haben in der Regel Klimaanlage oder Ventilator, Moskitonetze, Warmwasser und Strom.
Alle Hotel-Fazendas bieten ein Naturprogramm an, darunter Safaris, Wanderungen, Bootsfahrten, Vogelbeobachtungen, Piranha-Angeln, Reitausflüge usw. Um die Umgebung einer Fazenda zu erkunden, sind drei bis vier Tage ausreichend. Die hauseigenen Guides sprechen allerdings oft nur Portugiesisch. Englisch oder gar Deutsch sprechende Führer sind selten und kosten dann auch noch extra. Die Anreise (per Jeep, Boot oder Flugzeug) muss über eine Agentur oder die betreffende Fazenda organisiert werden.
Hier findest du Empfehlungen für Hotel-Fazendas im Süd-Pantanal, und hier für Hotel-Fazendas im Nord-Pantanal.

Privatguides und Agenturen im Pantanal
Für individuelle Touren ist der Pantanal eher ungeeignet. Man kann zwar einen Wagen mieten, (mit Glück) die Estrada Parque oder Transpantaneira abfahren und sich unterwegs in einer Lodge beziehungsweise Hotel-Fazenda einquartieren. Wer aber ohne Landes- und Sprachkenntnisse den Pantanal besucht, sollte sich besser einer der zahlreichen Agenturen anvertrauen und den Aufenthalt über sie reservieren lassen beziehungsweise anspruchsvollere Touren dort buchen. Ein einheimischer lokaler Guide ist unverzichtbar, dem Slogan „No Pantanal siga o Pantaneiro“ (Folge im Pantanal dem Einheimischen) solltest du unbedingt Rechnung tragen.
Ausrüstung für den Pantanal
Auf intensive Naturbeobachtung fernab der Straßen und Trampelpfade sollte man sich besser vorbereiten: Ausgerechnet im Morgengrauen und in der Abenddämmerung, wenn sich der Pantanal von seiner wundervollsten Seite zeigt, schlagen Stechmücken und Zecken am heftigsten zu – Kleidung aus dichtem, widerstandsfähigem Stoff ist daher unverzichtbar. Auf unbedeckte Hautpartien trägt man Mückenschutz auf.
Hat einen doch mal eine Zecke erwischt, lassen sich diese nach unserer persönlichen Erfahrung viel leichter wieder herausziehen … ohne dass der Kopf steckenbleibt. Zur Vorsorge tragen auf jeden Fall lange, dünne Hosen und geschlossene Schuhe bei.
Ein Regencape sollte ebenfalls zur Standardausrüstung gehören. In morastigem Gebiet besteht eine, wenn auch geringe, Wahrscheinlichkeit, auf Schlangen zu treffen oder gar zu treten, deshalb sind feste, wasserdichte Stiefel dringend zu empfehlen – einen erfahrenen Guide sollte man ohnehin an seiner Seite haben. Piranhas bevorzugen stehende Gewässer – daher besser nicht die Hand hineinhalten.
Anders ist es mit den Kaimanen: Sonnenbadend strecken einem die etwa drei Meter langen ausgewachsenen Echsen drohend den aufgerissenen Rachen entgegen. In Wirklichkeit aber sind die Kaimane beinahe friedliche Tiere; Pantanalkinder baden sogar in ihrer Nähe. Nur in der nahrungsarmen Trockenzeit ist eine gewisse Vorsicht angebracht.
Reiseführer für den Pantanal
Unser Autorenteam ist seit vielen Jahren zuständig für die Reiseführer DuMont Reise-Handbuch Brasilien und Stefan Loose Travel Handbuch Brasilien. Beide Bücher bieten eine große Auswahl an nützlichen Tipps und Erklärungen, die dir helfen, dich nicht nur in dem Pantanal, sondern in ganz Brasilien zurechtzufinden.

Jaguarsichtungen im Pantanal
Die Rückkehr der Jaguare – Was sich wie der Titel eines Hollywood-Films anhört, ist ein kleines Naturwunder und eine Erfolgsstory des Ökotourismus. Strengerer Schutz und ein ausreichendes Futterangebot (Capivaras, Kaimane) haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass sich der Jaguar-Bestand in einigen Pantanalregionen erholen konnte. Die Wahrscheinlichkeit, diese bis zu 150 Kilogramm schwere Raubkatze in freier Wildbahn zu sehen, ist in der Trockenzeit (Juni bis November) besonders hoch, aber auch in der übrigen Zeit sind die Aussichten nicht schlecht.
In der Nähe der Flüsse Cuiabá, Três Irmãos, Piquiri und Corixo Negro kommt der Jaguar inzwischen recht häufig vor, die Raubkatzen scheinen sich sogar an Motorboote gewöhnt zu haben. Bisweilen lassen sie sich stundenlang beobachten, ganz im Gegensatz zu ihren Artgenossen im Amazonas oder den Dschungeln Zentralamerikas, wo Sichtungen sehr selten sind. Für eine erfolgreiche Pirsch muss man allerdings gute drei bis vier Tage mitbringen und sich einer seriösen Agentur anvertrauen.

Verhaltensregeln bei Jaguarsichtung
Einige wichtige Regeln, die jeder Tourist bei einer Jaguar-Exkursion beherzigen sollte:
- Immer daran denken: Jaguare töten in einem von 20 Versuchen. Es ist wichtig, dem Tier so viel Raum zu lassen, dass es sich nicht gestört fühlt.
- Ausreichenden Abstand zum Jaguar halten, die Tiere können bis zu zehn Meter weit springen!
- Nur wenige Boote sollten sich um ein Tier versammeln. Sollten zu viele Boote vor Ort sein, kann man den Bootsführer bitten, einen anderen Jaguar zu suchen. Dies ist weniger stressig für das Tier und man selbst kann das Verhalten des Jaguars besser studieren.
- Keinesfalls sollte dem Jaguar in kleine Nebenflüsse gefolgt werden. Das Tier kann sich dadurch bedrängt fühlen, außerdem wird das sensible aquatische Leben dadurch gestört.
- Im Fall einer Notdurft im Busch bitte das Toilettenpapier wieder mitnehmen.
- Bitte nicht aus dem Boot aussteigen, die Uferränder sind der Lebensraum vieler Wasservögel, die dadurch gestört werden.
- Der Pantanal bleibt nur ein Paradies, wenn alle mitmachen und es bewahren.
Empfehlenswerte Agentur für Jaguarsichtungen
Die kleine und sehr empfehlenswerte Agentur Pantanal Nature legt Wert auf nachhaltigen Pantanal-Tourismus. Besitzer Ailton Lara ist selbst professioneller Naturführer und besitzt ein unglaubliches Wissen. Eine der Spezialitäten sind Jaguartouren, die als beste im Pantanal gelten. Eine ausführliche Beschreibung der Fazenda und der durchgeführten Touren findest du hier.
Hotels & Unterkünfte in Campo Grande
Die meisten Ausflüge in den südlichen Pantanal führen über Campo Grande, sodass man auch dort stets einen oder zwei Tage verbringen wird. Hier sind unsere Übernachtungsempfehlungen für dieses Tor zum Pantanal: