Recife: die besten Sehenswürdigkeiten

In der Millionenmetropole Recife kannst du ein großes Angebot an Kultur und interessanten Sehenswürdigkeiten entdecken. Hier erhältst du einen Überblick über die besten Highlights und erfährst, wie du sie am besten erkunden kannst.

Recife zählt zu den Städten mit den meisten und vielfältigsten Sehenswürdigkeiten in Brasiliens Nordosten. Das liegt auch an der langen Geschichte der Stadt, die zu den ältesten des Landes gehört. In Kombination mit dem nahe gelegenen Unesco-Welterbe Olinda sowie einer außerordentlich aktiven Kunst- und Kulturszene ist Recife einzigartig. An der Küste nördlich von Salvador gibt es jedenfalls keinen Ort, der etwas Vergleichbares zu bieten hat.

Hier stellen wir dir die besten Sehenswürdigkeiten von Recife vor, von denen du in zwei Tagen die meisten sehen kannst. Viele weitere Infos für deine Planung, unter anderem zu Unterkünften, Stränden und Anreise findest du in unseren Reisetipps zu Recife. Und die Highlights der Nachbarstadt beschreiben wir im Artikel Olinda: Tipps für deine Reise.

Unterkunftstipp für deinen Aufenthalt in Recife:
Das Hotel Luzeiros Recife bietet elegant dekorierte und modern ausgestattete Zimmer sowie ein Top-Frühstücksbuffet für einen gelungenen Wohlfühlaufenthalt in Recife. Auf halber Strecke im Stadtteil Pina gelegen, sind es per Uber/Taxi jeweils nur wenige Minuten bis zum Strand von Boa Viagem sowie bis zur Altstadt Recife Antigo. Hier findest du das Hotel bei Booking.com. Weitere Hoteltipps in verschiedenen Preisklassen findest du am Ende des Artikels.

Die Sehenswürdigkeiten von Recife liegen fast alle in der Altstadt

Recife: die besten Sehenswürdigkeiten auf einen Blick

Nachfolgend stellen wir die besten Sehenswürdigkeiten von Recife vor. Das meiste im wichtigsten Stadtteil Recife Antigo liegt nah beieinander und du kannst dort alles ganz einfach zu Fuß ablaufen, der beste Wochentag dafür ist der belebte Sonntag. Die anderen Altstadtviertel Santo Antônio, São José und Boa Vista sind dagegen besser unter der Woche zu besichtigen, da dann auf den Straßen mehr los ist, während es dort an den Wochenenden doch teilweise etwas einsam zugeht.

Rundgang durch die Altstadt: Wer gut zu Fuß ist, kann auch alle vier Altstadtviertel auf einem langen Spaziergang zusammen erkunden: Der vorgeschlagene Weg führt dabei vom Parque 13 de Maio in Boa Vista zunächst über die Brücke Ponte Santa Isabel zur Praça da República, von dort geht es weiter zur Goldenen Kapelle und am Mercado São José sowie dem Pátio de São Pedro vorbei über eine weitere Brücke, bis schließlich Recife Antigo erreicht ist. Je nach Länge der einzelnen Besichtigungspausen dauert dieser Stadtspaziergang einen guten halben Tag. Die Öffnungszeiten der einzelnen Sights müssen dabei ein wenig mit eingeplant werden, denn beispielsweise schließt die Goldene Kapelle zur Mittagszeit. Die weiter außerhalb gelegenen Museen steuert man dagegen gesondert am besten mit Uber oder Taxi an.

Recife Antigo

Die Revitalisierung der Hafengegend in Recife war ein voller Erfolg

Praça do Marco Zero

Ein guter Ausgangspunkt für Erkundungen im Recife Antigo ist die zentrale Praça do Marco Zero, der Markstein der Stadtgründung, von wo aus kleine Barken zum gegenüberliegenden Riff ablegen.

Adresse: Praça Rio Branco, Recife Antigo

Der Platz Marco Zero ist meistens der Ausgangspunkt für Erkundungen im Recife Antigo

Parque das Esculturas

Gleich gegenüber erheben sich auf einem Riff im sogenannten Parque das Esculturas inmitten der Meeresbrandung imposante, und teilweise auch ziemlich skurrile Skulpturen des berühmten Bildhauers Francisco Brennand. Für die kurze Überfahrt in einer Barke zahlt man einen kleinen Obolus und wird dafür auf der anderen Seite neben dem Kunsterlebnis noch mit einer wunderschönen Aussicht auf das Stadtpanorama belohnt. Das höchst beeindruckende Atelier des kürzlich verstorbenen Künstlers liegt übrigens 16 Kilometer entfernt im Stadtteil Várzea und ist definitiv einen Besuch wert. Mehr Infos dazu findest du weiter unten.

Lage: Auf dem Riff gegenüber vom Marco Zero

Öffnungszeiten: Boote zum Riff fahren bis 17 Uhr

Der Parque das Esculturas liegt auf einem schmalen Riff, das Recife Antigo vorgelagert ist
Skurrile Kunstwerke des Bildhauers Francisco Brennand im Parque das Esculturas

Centro de Artesanato

Direkt neben der Praça do Marco Zero ist im alten Hafengebäude das Centro de Artesanato eingerichtet, in dem 15.000 Beispiele des Kunsthandwerks aus ganz Pernambuco ausgestellt sind. Interessante Werke zu allerdings gesalzenen Preisen. Auf der anderen Seite des Marco Zero wurden mehrere alte Lagerschuppen zu einer schönen Gastronomiezeile am Wasser umgestaltet.

Adresse: Avenida Alfredo Lisboa, Recife Antigo

Öffnungszeiten: Mo–Sa 9–19, So 9–17 Uhr

Web: artesanatodepernambuco.pe.gov.br

Rua do Bom Jesus

Von Marco-Zero-Platz sind es nur wenige Schritte in die hübsch restaurierte Rua do Bom Jesus, die mit vielen schönen Häusern vom Anfang des 20. Jahrhunderts ein überraschender Kontrapunkt im modernen Recife ist. Bei Hausnummer 197 befindet sich die Sinagoga Kahal Zur Israel, die erste Synagoge Amerikas. Ausstellungen informieren über die jüdische Geschichte in Pernambuco.

Adresse: Rua do Bom Jesus, Recife Antigo

Die Rua Bom Jesus zählt zu den charmantesten Straßen von Recife

Embaixada dos Bonecos Gigantes

In der Rua Bom Jesus 183 befindet sich die Embaixada dos Bonecos Gigantes, oder genauer gesagt die Embaixada de Pernambuco – Bonecos Gigantes de Olinda, wo die Riesenpuppen des Karnevals ausgestellt sind. Die Figuren sind brasilianischen und internationalen Prominenten nachempfunden und sehr lebensnah. Zu sehen sind hier unter anderem Bob Marley, Michael Jackson, Elvis Presley, Freddie Mercury, Gene Simmons von Kiss, die Beatles, Pelé, Neymar, der Papst sowie diverse Kinofiguren aus der Filmgeschichte wie Joda, Darth Vader, Frankenstein oder Jigsaw. Und wer will, kann sich sogar selbst als kleinere Puppe bestellen (Lieferzeit vereinbaren, Kostenpunkt um R$1000).

Adresse: Rua do Bom Jesus 183, Recife Antigo

Öffnungszeiten: tgl. 8–16 Uhr

Web: bonecosgigantesdeolinda.com.br

Praça do Arsenal

Adresse: Praça do Arsenal, Recife Antigo

Die Praça do Arsenal ist das schönste Platz in Recife Antigo
… und auch der belebteste: Viele Straßenbars füllen sich am Wochenende mit Ausflüglern

Torre Malakoff

Etwas weiter, an der Praça do Arsenal, steht der Torre Malakoff, eine restaurierte Sternwarte aus dem 19. Jahrhundert, in deren Räumen wechselnde Kunstausstellungen zu sehen sind. Die Aussichtsplattform bietet bei klarem Himmel einen schönen Blick über die Altstadt (nur am Sonntag geöffnet). Sonntagnachmittags finden außerdem im schönen Innenhof des Turms oft Musikaufführungen statt, unter anderem am letzten Sonntag im Monat eine mitreißende Afoxé-Show der Grupo Brincante Popular unter dem Motto „Jardim Sonante“.

Adresse: Praça do Arsenal, Recife Antigo

Öffnungszeiten: zuletzt wegen Renovierung geschlossen, danach voraussichtlich Di–Fr 10–17, Sa 15–18, So 15–19 Uhr

Museu Cais do Sertão

Mit der Revitalisierung der Altstadt haben auch neue interessante Museen eröffnet, darunter das Museu Cais do Sertão in der Avenida Alfredo Lisboa. Nur wenige Meter vom Marco Zero gelegen, widmet es sich der Kultur und Geschichte des Hinterlands („Interior“) im Nordosten in der trockenen Sertão-Landschaft. Es ist die am meisten bevölkerte semiaride Region der Welt, in der viele kulturelle Wurzeln Brasiliens zu finden sind. Beschrieben werden in einer Dauerausstellung im Erdgeschoss in sieben Teilbereichen verschiedene Themen wie „arbeiten“, „leben“, „erschaffen“ oder „singen“. Zuvor gibt es zur Einstimmung ein 16-minütiges Video in einem Rundkino, in dem Besucher audiovisuelle Eindrücke eines typischen Tagesablaufs des Sertão erhalten. In den oberen Stockwerken gibt es temporäre Ausstellungen zu anderen Themen, und ganz oben über einen separaten Eingang erreichbar befindet sich eine Rooftop Bar mit schöner Aussicht. Das Museu Cais do Sertão war Teil des Projekts „Porto Novo Recife“, das die alten Hafenschuppen in eine attraktive Freizeit- und Kulturmeile verwandelt hat.

Adresse: Avenida Alfredo Lisboa, Recife Antigo

Öffnungszeiten: Di–Fr 10–16, Sa, So 11–17 Uhr

Paço do Frevo

An der hübschen Praça do Arsenal wird im Stadtpalast Paço do Frevo die für Pernambuco typische Frevo-Musik mitsamt ihren Tänzen vorgestellt. Hier kannst du dir sozusagen einen kleinen Vorgeschmack auf den lebendigen Karneval von Recife und Olinda geben lassen, es ist neben dem Karneval von Rio und dem von Salvador der berühmteste in ganz Brasilien, über den auch im landesweiten Fernsehen umfangreich berichtet wird. Die Hauptausstellung des Museums befindet sich im dritten Stock, wo man über Glasvitrinen spaziert, in denen einige Standarten der über Tausend offiziellen und inoffiziellen Karnevalsvereine der Stadt liegen. Diese sogenannten Agremiações untergliedern sich in Clubes (offizielle Gruppen), Troças (inoffizielle Gruppen), Blocos líricos (lyrische Gruppen) und Clubes de Bonecos (Gruppen mit riesigen Puppen). Viele Hundert Fotos illustrieren dazu das bunte Treiben auf den Straßen. Im Erdgeschoss gibt es ein nettes Café in ebenso buntem Ambiente.

Adresse: Rua da Guia, Recife Antigo

Öffnungszeiten: Di–Fr 10–17, Sa, So 11–18 Uhr; Eintritt R$10, Personen über 60 Jahre R$5, Dienstag Eintritt frei

Web: pacodofrevo.org.br

Modernes Museum in Recife Antigo: der renovierte Paço do Frevo

Santo Antônio und São José

Praça da República

Ebenfalls noch zur Altstadt zählt die auf der anderen Seite der Brücke liegende Praça da República, der Platz der Republik. Hier findest du gleich drei imposante Bauten, nämlich den Palácio do Campo das Princesas, den Palácio da Justiça sowie das Teatro de Santa Isabel. Die ersteren beiden sind Regierungsgebäude. In der Mitte liegt ein schön gestalteter kleiner Stadtpark, der von einem riesigen Affenbrotbaum dominiert wird. In Recife gibt es zahlreiche dieser auch Baobab genannten Bäume afrikanischen Ursprungs. Von dort sind es nur wenige Meter bis zur berühmten Igreja de Santo António, zu der die „Goldene Kapelle“ gehört, die Capela Dourada.

Adresse: Praça da República, Santo Antônio, Recife

Igreja de Santo Antônio

Herausragende Sehenswürdigkeit im Zentrum, auf der anderen Seite der Brücke, ist die Capela Dourada (1697). Betritt man die von blau-weißen Azulejos gezierte Igreja de Santo Antônio, so sieht man zur Linken durch ein Gitter die berühmte „goldene Kapelle“. Das angeschlossene Museum für sakrale Kunst verschafft direkten Zutritt. Das mit wertvollem Palisander- (Jacarandá) und Zedernholz vertäfelte Innere ist fast komplett mit Gold überzogen, eine ähnliche Barockpracht findet sich in Brasilien sonst nur noch in Salvador und Ouro Preto. Wer sich in der Kirche noch den Kreuzgang des Klosters und die Sakristei ansehen möchte, kann das gegen Zahlung einer kleinen Spende tun.

Adresse: Rua do Imperador Pedro II, Santo Antônio, Recife

Öffnungszeiten: Mo–Fr 9–16 Uhr sowie Messen Samstag 16–17.30 und Sonntag 9–11.30 Uhr, Eintritt frei, Konvent und Sakristei R$5

Capela Dourada und Museu de Arte Sacra

Eine Barockpracht diesen Ranges kannst du in Brasilien ansonsten nur noch in Salvador oder Ouro Preto bewundern.

Adresse: Rua do Imperador Pedro II, Santo Antônio, Recife

Öffnungszeiten: Mo–Fr 8–12, 14–16 Uhr, Eintritt R$10, Personen über 60 und Kinder unter 8 Jahren sowie Schüler und Studenten zahlen bei Vorlage eines Ausweises die Hälfte

Mercado de São José

Im Herzen des geschäftigen Viertels São José liegt an der Praça Dom Vital der Mercado de São José von 1875, eine markante grüne Metallkonstruktion, deren Eisenträger aus Frankreich importiert wurden. Im Gebäude wird von Fisch über religiöse Amulette bis zu günstigem Kunsthandwerk alles verkauft, es ist ein wahres Paradies für Souvenir- und Schnäppchenjäger. Außen um den Markt herum befinden sich in den angrenzenden Seiten- und Nebenstraßen noch unzählige weitere kleine Stände und Geschäfte. Und gleich nebenan thront etwas überraschend eine von einer gewaltigen Kuppel gezierte Basilika.

Adresse: Praça Dom Vital, São José, Recife

Öffnungszeiten: Mo–Sa 6–18, So 6–12 Uhr

Pátio de São Pedro

Von hier in nordwestlicher Richtung dringt man in den lebhaftesten Teil der Altstadt ein. Er ist geprägt von turbulenten Einkaufsstraßen, reizvollen, teilweise verfallenen und teilweise schön restaurierten Kirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie schönen Plätzen. Der schönste von allen ist der Pátio de São Pedro. Es ist ein kulturelles Herz der Stadt mit viel Geschichte. Hier kannst du auf dem Platz in einer der Bars eine kleine Pause einlegen und das Treiben rings herum verfolgen.

Oder du besuchst die kleinen Kulturzentren: Das schön gemachte Memorial Luiz Gonzaga erinnert an eine der größten Musik-Ikonen den Landes, den aus Pernambuco stammenden Forró-Großmeister Luiz Gonzaga, der von 1912 bis 1989 lebte und mit seinen Kompositionen brasilianische Musikgeschichte schrieb. Im Memorial Chico Science wird dem 1997 jung verstorbenen Mitbegründer der einflussreichen Manguebeat-Bewegung Anfang der 1990er-Jahre gedacht.

Falls du gerade nicht aus dem Stegreif darauf kommst, was der Unterschied zwischen Manguebeat und Forró noch gleich war, kannst du hier einen Eindruck in den Videos dieser komplett gegensätzlichen und dennoch beide Recife definierenden Musikstile bekommen. Im ersten Video spielt Nação Zumbi, die Ex-Band von Chico Science, live auf dem Marco Zero einen ihrer größten Hits: „Maracatu Atômico“. Im zweiten Video erklingt Luiz Gonzagas schon zur „Hymne des Nordostens“ gewordene „Asa Branca“.

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Und die Casa do Carnaval hat es sich zur Aufgabe gemacht, über den berühmten Frevo-Karneval der Stadt sowie weitere regionale Feierlichkeiten wie das São-João-Fest zu informieren. Es sind kleine, aber mit viel Liebe gepflegte Kulturzentren.

Adresse: Pátio de São Pedro, Santo Antônio, Recife

Öffnungszeiten: Memorial Chico Science und Luiz Gonzaga Di–Fr 9–16, Sonntag 13–16 Uhr, Casa do Carnaval Di–Fr 10–16, Sonntag 13–16 Uhr

Forte das Cinco Pontas

Folgt man der Rua das Águas Verdes bis an ihr Ende, kommt man zum Forte das Cinco Pontas (1630), einem frisch restaurierten Fort aus holländischer Besatzungszeit. Hier befindet sich das Museu da Cidade do Recife mit interessanten wechselnden Fotoausstellungen.

Adresse: Praça das Cinco Pontas, São José, Recife

Öffnungszeiten: Di–Sa 10–16 Uhr

Das Forte das Cinco Pontas wurde 1630 von den Holländern errichtet

Casa da Cultura de Pernambuco

Die Casa da Cultura de Pernambuco, also das „Haus der Kultur Pernambucos“, liegt im Stadtteil São José und ist in erster Linie eine Einkaufsstätte mit vielen Verkaufsboxen für Kunsthandwerk und Souvenirs. Das Besondere ist aber ihre Geschichte, denn im 19. Jahrhundert stand hier ab 1855 das mit 8400 Quadratmetern größte Gefängnis Brasiliens, davon umfassten alleine 6000 Quadratmeter den Innenhof. Auch das Format in Kreuzform mit vier Flügeln war für damalige Zeit ungewöhnlich. In den kleinen Zellen, in denen heute unter anderem Hängematten und Stickereien angeboten werden, fristeten die Haftinsassen ihr Dasein.

Erst 1973 wurde das Gefängnis wegen Überbelegung geschlossen und die verbliebenen Insassen verlegte man auf die Insel Itamaracá. Auf Initiative des Künstlers Francisco Brennand entstand in den Jahren darauf aus der Anlage ein kultureller Begegnungsort, so wie er heute anzutreffen ist ist. In den 150 ehemaligen Zellen befinden sich nun kleine Läden, Büchereien oder Imbisse. Es bietet sich an, während des Stadtbummels durchs Zentrum hier mal reinzuschauen.

Adresse: Rua Floriano Peixoto, São José, Recife

Öffnungszeiten: Mo–Sa 9–17, So 9–14 Uhr

Eine interessante Mischung: Kunsthandwerk in einem ehemaligen Gefängnis in der Casa da Cultura

Boa Vista

Auch der auf dem Festland gelegene Stadtteil Boa Vista zählt noch zur Altstadt, obwohl die meisten Besucher außer der lauten Hauptstraße Avenida Conde da Boa Vista mit ihren Shoppingcentern und Geschäften davon nicht viel zu Gesicht bekommen. Dabei lohnt sich ein Abstecher in die quirligen Seitenstraßen von Boa Vista. Viele alte Gebäude und Kirchen sind noch erhalten und an der Uferpromenade der Rua da Aurora erschließt sich beim Blick auf Santo Antônio und den Rio Capibaribe auch der Name Boa Vista: Schöne Aussicht.

Schöne Aussicht: Blick von der Rua da Aurora in Boa Vista auf Santo Antônio und den Rio Capibaribe

Parque 13 de Maio

Die grüne Lunge von Boa Vista ist der kleine Parque 13 de Maio. Bis ins 19. Jahrhundert war hier noch eine undurchdringliche Sumpflandschaft, bevor man sich entschied, den Ort für die städtische Nutzung zu erschließen. Von der ersten Planung bis zur Fertigstellung vergingen jedoch Jahrzehnte, sodass der erste Stadtpark Recifes erst 1939 eingeweiht wurde. Der Name des Parks bezieht sich auf die Abschaffung der Sklaverei, deren Dekret am 13. Mai 1888 von der Kronprinzessin Princesa Isabel in Abwesenheit ihres Vaters, des Kaisers Dom Pedro II., unterzeichnet wurde. Der Park ist zwar nicht ganz so beeindruckend und auch weniger gepflegt als der Parque da Jaqueira, besitzt aber ebenso eine stattliche tropische Vegetation und ist es wert, einmal durchschlendert zu werden.

Adresse: Rua Mamede Simões 111, Boa Vista, Recife

Öffnungszeiten: tgl. 5–22 Uhr

Der Parque 13 de Maio ist leicht von Recife Antigo aus zu Fuß zu erreichen

Mercado da Boa Vista

Quasi noch ein touristischer Geheimtipp ist der historische Mercado da Boa Vista. In mehr als 60 Verkaufsständen werden hier unter der Woche Gemüse, Früchte, Gewürze und Geflügel verkauft. Am Wochenende mutiert der grüne Innenhof zu einem angesagten Treffpunkt, mehrere Bars servieren kalte Drinks und regionale Speisen zum Mittagessen, dazu spielen Bands ihre Livemusik. Im Schatten der hohen Bäume sitzt man wirklich gut, allerdings sind nicht immer dort noch Plätze frei. Am Samstag kannst du das lebendige Treiben bis 18 Uhr auskosten. Am Sonntag schließen die Bars schon um 15 Uhr und sind damit ein guter Auftakt, um gleich danach ins benachbarte Recife Antigo weiterzuziehen.

Adresse: Rua da Santa Cruz, Boa Vista, Recife

Öffnungszeiten: Mo–Sa 6–18, So 6–15 Uhr

Der grüne Innenhof des Mercado da Boa Vista wird am Wochenende zum angesagten Treffpunkt

Boa Viagem

Der Stadtteil Boa Viagem mit dem angrenzenden Bezirk Pina hat außer Stränden so gut wie keine Sehenswürdigkeiten zu bieten. Mehrspurige, laute Straßen ziehen sich parallel zum Strand durch dieses Wohn- und Ausgehgebiet, in dem auch fast alle Hotels liegen. Günstig ist aber die Nähe zur Altstadt und nach Olinda, denn von deiner Hotelbasis ausgehend kannst du sowohl einen Badetag am Strand verbringen, als auch mit einer kurzen Uber-/Taxifahrt alle Sehenswürdigkeiten schnell erreichen.

Strände

Die kalte Dusche vorab: Recife ist die einzige Stadt Brasiliens, in der Haie vorkommen und wo gelegentlich auch unvorsichtige Badende angegriffen werden. Wenn man sich damit einmal abgefunden hat und alle Sicherheitsregeln konsequent beachtet, sind die kilometerlangen Stadtstrände als solches gar nicht mal so schlecht. Der Sand ist perlweiß, das Wasser an den meisten Stellen sauber und überall werden einem günstige Getränke an den Platz gebracht. Dazu ein oft strahlend blauer Himmel und die meiste Zeit des Jahres perfektes Badewetter. Könnte auch schlechter sein. Jedenfalls gibt es in Brasilien und Südamerika deutlich unattraktivere urbane Strände. Baden darf man natürlich nur, wo der Strand von Riffen geschützt ist und Schilder es nicht ausdrücklich verbieten.

Adresse: Avenida Boa Viagem, Recife

Der Stadtstrand von Boa Viagem zieht sich über mehrere Kilometer

Andere Stadtteile

Die meisten Sehenswürdigkeiten von Recife liegen in den Altstadtvierteln und viele Touristen belassen es dann auch dabei. Dabei lohnt es sich durchaus, auch über den Tellerrand zu schauen. Denn einige der größten Highlights der Stadt verstecken sich weitab von den touristischen Zonen und man muss schon einige Kilometer zurücklegen, um dorthin zu kommen. Vor allem der Park von Francisco Brennand ist einzigartig in Brasilien und nicht nur Kunstinteressierte sollten sich möglichst einen halben Tag für dieses außergewöhnliche Anwesen reservieren.

Oficina Cerâmica Francisco Brennand

Francisco Brennand (1927–2019) war einer der bedeutendsten brasilianischen Bildhauer der Gegenwart. Während seiner Studienzeit in Frankreich wurde er von Picasso, Miró und Gaudi beeinflusst, 1993 standen seine Werke in der Kunsthalle von Berlin. Sein früheres Atelier in Recife, die Oficina Cerâmica Francisco Brennand, liegt mitten in einem tropischen Waldgebiet 16 Kilometer vom Zentrum, im Stadtteil Várzea. Hier betrieb der Vater des Künstlers Anfang des vergangenen Jahrhunderts eine Ziegelfabrik, heute werden hier die beliebten Brennand-Fliesen gebrannt.

Auf dem Weg durch den Park kommt man am wohl imposantesten Teil des Geländes vorbei, dem Pátio de Esculturas. Zur Rechten steht eine mit unzähligen Fabelwesen bestückte, sieben Meter hohe und 70 Meter lange Mauer, zur Linken eine Reihe mit Vogelskulpturen und die alte Ziegelfabrik, in der man viele weitere der Skulpturen bei klassischer Musik studieren und einen Blick in die Produktionswerkstatt werfen kann.

Brennand sah seine Kunst im Archaischen und Mythologischen verwurzelt und wehrte sich stets gegen das Etikett des „Phallischen“ oder „Pornographischen“, welches seiner Arbeit oft verliehen wird. Zu seinem Material, dem Ton, sagte er: „Wer ihn bearbeitet, ist sofort in der Welt der Archetypen, mit allen ihren Mythen und Symbolen.“

Im hinteren Teil des Gartens stößt du auf ein großes Haus, die Accademia. In diesem Museum sind die wichtigsten Gemälde des Künstlers ausgestellt, der sich im fortgeschrittenen Alter wieder verstärkt der Malerei zugewandt hatte. In vielen seiner Frühwerke lassen sich bereits Motive der späteren Skulpturen erkennen.

Die Anzahl seiner Werke kannte selbst Brennand lange Zeit nicht genau, er nannte sie nur „meine 1001 Werke“. Inzwischen sind sie katalogisiert und es stehen knapp 1900 Skulpturen sowie 1500 Gemälde und Zeichnungen zu Buche. Francisco Brennand selbst war bis kurz vor seinem Tod noch immer täglich zur Pflege seiner Werke vor Ort und stand gerne für einen Plausch mit Gästen zur Verfügung.

Für die Besichtigung der weitflächigen Parkanlage kannst du ohne Weiteres eine bis zwei Stunden einplanen. Wer mag, kann im Anschluss an den Rundgang in einem Café mit Souvenirshop Keramiken kaufen, sie kosten von R$20 bis R$850 und mehr.

Anfahrt mit Uber (R$40–50) oder Taxi (30–40 Min., Taxipreis für Hin- und Rückfahrt vereinbaren). Sehr umständlich ist es mit dem Bus: von Boa Viagem CDU/Caxangá/Boa Viagem bis Viaduto Caxangá, von dort Uber/Taxi (R$15–30).

Adresse: Propriedade Santos Cosme e Damião, Rua Diogo de Vasconcelos, Várzea, Recife

Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr

Web: oficinafranciscobrennand.org.br

Instituto Ricardo Brennand

In einem Schloss in Várzea stellt der kürzlich verstorbene Wirtschaftsmagnat und Kunstsammler Ricardo Brennand (1927–2020), ein Cousin des Künstlers Francisco Brennand, im Instituto Ricardo Brennand ein wahrhaft buntes Sammelsurium aus: Unter den zu besichtigenden Objekten befinden sich unter anderem sehenswerte Ölgemälde des Holländers Frans Post (17. Jahrhundert) und 4000 Waffen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert.

Adresse: Alameda Antônio Brennand, Várzea, Recife

Öffnungszeiten: Di–So 13–17 Uhr

Web: institutoricardobrennand.com.br

Eingang zum pompösen Anwesen des Kunstsammlers Ricardo Brennand

Museu do Homem do Nordeste

Die besten Museen Recifes liegen außerhalb der Altstadt, so auch das anthropologische Museu do Homem do Nordeste im Stadtteil Casa Forte. Es wurde 1979 unter Mitwirkung des international berühmten Soziologen und Anthropologen Gilberto Freyre gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, die traditionelle Kultur und Lebensweisen der Bewohner Nordostbrasiliens vorzustellen. Drei Museen wurden seinerzeit zusammengeschlossen: das damalige anthropologische Museum, das Museum für Volkskunst sowie das Zuckermuseum, das durch die in dieser Region einst weit verbreiteten Zuckermühlen entstand. Diese drei Wurzeln sind im heutigen Museum klar erkennbar.

Das Museu do Homem do Nordeste ist ein interessantes, gut restauriertes und angenehm klimatisiertes Museum, das auch auf die Bedeutung der nordestinischen Kultur für ganz Brasilien verweist. Denn durch Landbewegungen finden sich viele von hier stammende Riten und Gebräuche heute im gesamten Land wieder. Englischsprachige Guides stehen manchmal zur Verfügung, man fragt am besten am Eingang danach. Für die Anfahrt ist Uber/Taxi empfehlenswert. Wer mit dem Stadtbus fahren will, nimmt vom Zentrum die Linie „Dois Irmãos/Rui Barbosa“ oder „Alto Santa Isabel“, von Olinda aus fährt die Linie „Dois Irmãos/Rio Doce“ am Museum vorbei.

Adresse: Avenida 17 de Agosto 2187, Casa Forte, Recife

Öffnungszeiten: Di–Fr 10–16, Sa, So 13–17 Uhr

Interessante Einblicke in den Alltag vieler Menschen des Nordostens liefert das Museu do Homem do Nordeste
Ausstellung zu traditionellen Werkzeugen und Arbeitsgeräten im Museu do Homem do Nordeste

Parque da Jaqueira

Der Parque da Jaqueira ist eine sieben Hektar große „Grüne Oase“ in der Nordzone der Millionenstadt. In einem historischen Teil des Parks findet sich eine alte Kapelle von 1766, am interessantesten sind aber die vielfältigen exotischen Baumarten, von denen es an jeder Ecke eine andere zu geben scheint. Der Bestand reicht von Surinamkirschbäumen über Mango- und die namensgebenden Jackfruchtbäume bis zu seltenen Palmengewächsen, europäische Besucher kommen aus dem Staunen kaum heraus. Die Infrastruktur des Parks ist sehr gut, neben gepflegten Spazier- und Radwegen gibt es auch Kinderspielplätze und viele Sitzbänke.

Der Ausflug hierher von Boa Viagem dauert mit Uber/Taxi nur knapp zwanzig Minuten und als netten Nebeneffekt lernt man so auch mal eines der typischen Residenzviertel der Stadt kennen. In der direkten Umgebung gibt es einige Restaurants und Bars, sodass sich ein Mittagessen mit dem Parkbesuch gut verbinden lässt. Wegen der Nähe zum Museu do Homem do Nordeste bietet sich ein kombinierter Besuch dieser beiden Sehenswürdigkeiten an.

Adresse: Rua do Futuro, Jaqueira/Graças, Recife

Öffnungszeiten: tgl. 4–22 Uhr

Hotels & Unterkünfte

Zum Abschluss noch schnell ein paar Tipps für deinen Aufenthalt in Recife.

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