Salvador: Ribeira, Bonfim und Dique do Tororó

Außerhalb des historischen Zentrums liegen weitere Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnen. Vor allem die berühmte Wallfahrtskirche von Bonfim zieht viele Menschen an, sie zählt zu den am meisten besuchten Orten in Salvador überhaupt. Für den Besuch dieser weiter entfernten Stadtteile ist ein motorisierter Untersatz nötig, der öffentliche Verkehr hierher ist kompliziert und aufwendig.

Die Stadtteile Ribeira und Bonfim mit der Wallfahrtskirche und einem herrlichen Aussichtspunkt liegen auf der Halbinsel Itapagipe. Sie lassen sich zusammen auf einem schönen Ausflug erkunden.

Unterkunftstipp für deinen Aufenthalt in Salvador:
Das beliebte Hotel Casa do Amarelindo hat komfortable und geschmackvoll eingerichtete Zimmer in einem renovierten Altbau mitten im historischen Zentrum des Pelourinho. Die größten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie die Goldene Kirche oder die Kathedrale, liegen quasi vor der Haustür. Ein kleiner Pool, ein gutes Restaurant und eine schöne Dachterrasse mit Bar und herrlicher Aussicht auf die Allerheiligenbucht stehen den Hotelgästen ebenfalls zur Verfügung. Hier findest du das Hotel bei Booking.com. Weitere Hoteltipps in verschiedenen Preisklassen sowie Empfehlungen für Touren und alles Wissenswerte zur Anreise findest du weiter unten im Artikel.

Der Markt Feira de São Joaquim

Auf halbem Weg dorthin lohnt sich ein Stopp am exotischen Markt Feira de São Joaquim (seit 1964). Das Bild, das sich hier bietet, ist trotz kürzlicher Renovierung allerdings nichts für Tierschützer und sensible Mägen.

Angeboten wird alles, was irgendwie kreucht und fleucht, oder es mal tat. Als Ganzes oder in Einzelteilen. Aber auch Gemüse, Früchte und Zutaten für allerlei bahianische Gerichte findet man.
Mo–Sa 5–18, So 5–14 Uhr

Wird gerne von Reisegruppen besucht: der exotische Markt São Joaquim

Ribeira

Kunstfliesen und Eisdiele

Auf dem weiteren Weg erreichst du zunächst das sehr authentische Viertel Ribeira. Hier gibt es unter anderem einen Segelhafen mit schöner Aussicht auf die Bucht und das Atelier eines der letzten Kunstfliesenmalers von Salvador.

Und natürlich die bekannteste Eisdiele der Stadt: In der seit 1931 bestehenden Sorveteria da Ribeira kannst du hausgemachtes Eis aus über 60 Geschmacksrichtungen auswählen, die meisten sind aus exotischen Tropenfrüchten gemacht, von denen du teilweise vermutlich noch nie gehört hast.

Für manche gibt es nicht einmal eine deutsche Übersetzung (Cupuaçu, Cajá, Mangaba, Graviola, …), also einfach ausprobieren!

Man darf sich vor der Bestellung übrigens an der Theke eine Kostprobe geben lassen. Ob die Eisdiele nun tatsächlich die beste Lateinamerikas ist, wie es der Besitzer stolz proklamiert, entzieht sich unserer Kenntnis, aber sie ist auf jeden Fall einen Stopp wert.
tgl. 9–22 Uhr

Wie wär’s zur Erfrischung mit einem Eis aus exotischen Tropenfrüchten?
Außentische der Eisdiele in Ribeira

Praia da Ribeira

Kurz hinter der Eisdiele macht die Straße einen Bogen und es eröffnet sich urplötzlich der Blick auf einen langgezogenen, blendend weißen Strand vor dem Panorama der Allerheiligenbucht: die Praia da Ribeira.

Hierher verirren sich erstaunlicherweise kaum Touristen, obwohl der Strand zu den attraktivsten im Stadtgebiet zählt.

Überraschend perlweiße Buchtstrände finden sich im Stadtteil Ribeira

Entlang der renovierten Promenade reihen sich mehrere schön gelegene Restaurants und Bars mit Blick auf die Bucht aneinander. Wer mag, kann hier gut und günstig zu Mittag essen, oder einfach im Schatten eines Baums bei einem Getränk die herrliche Aussicht genießen.

Auch ein Bad im glasklaren Wasser ist hier natürlich möglich. In der Ferne sind auf einem Hügel bereits die Glockentürme der Wallfahrtskirche zu erkennen …

In der Ferne ist sie schon zu sehen: die Basilika

Die Wallfahrtskirche Basílica Senhor do Bonfim

In Itapagipe thront auf einem Hügel die berühmteste Wallfahrtskirche der Stadt und eine der wichtigsten Brasiliens: die Basílica Senhor do Bonfim (1754).

Ziel für Pilger aus der ganzen Welt: die Wallfahrtskirche von Bonfim

Die meisten Besucher Salvadors werden indirekt schon mit ihr in Berührung gekommen sein, denn wem wurde noch nicht eines der bunten Bändchen (Fitinhas) mit der Aufschrift „Lembrança do Senhor do Bonfim da Bahia“ angeboten oder gleich ums Handgelenk gebunden?

Dem Volksglauben nach hat man für jeden der drei Knoten einen Wunsch frei, der einzige Haken daran ist: In Erfüllung gehen sie erst, sobald das Band von alleine abfällt. Und das kann schon mal ein paar Jahre dauern …

Die berühmten „Fitinhas“ flattern im Wind

Die Bedeutung der Kirche liegt weniger in ihrer klassizistischen Architektur oder in der kunstvoll bemalten Holzdecke als vielmehr in ihrem afrobrasilianischen Religions-Synkretismus, das heißt in ihrer traditionellen Verbindung von Katholizismus und der afrobrasilianischen Candomblé-Religion.

Diese zeigt sich besonders Mitte Januar, wenn hier das wichtigste religiöse Fest Salvadors stattfindet: die Lavagem do Bonfim, eine rituelle Waschung der Kirchentreppen und des Vorplatzes samt Prozession und karnevalsähnlichem Tanzfest.

Das Innere der Bonfim-Wallfahrtskirche

Am interessantesten an der Kirche ist ein kleiner Raum, der ganz versteckt am Ende eines Seitenganges liegt: In der Sala dos Ex-Votos können Gläubige sich für eine erhaltene Wunderheilung bedanken, indem sie beispielsweise Fotos, Gemälde oder Stickereien mit einer persönlichen Botschaft hinterlassen. An der Decke baumeln aus Kunststoff gefertigte Körperteile und Organe, die vom Senhor do Bonfim geheilt wurden und ebenfalls mit Danksagungen versehen sind.

Aber es geht in dieser Kirche nicht nur um gesundheitliche Themen, auch für Aus- und Weiterbildung, Kinderwunsch und vieles mehr ist man hier richtig …
tgl. 6.30–18.30 Uhr

Der Saal mit den Dankesgaben in der Wallfahrtskirche

Ponta de Humaitá mit dem Forte de Monte Serrat

Nach einer knappen Viertelstunde zu Fuß (besser ist es per Uber oder Taxi) erreichst du über die Rua Plínio de Lima und Rua Rio São Francisco die westliche Spitze der Halbinsel Ponta de Humaitá, wo auf einer Anhöhe die schönste Festung Salvadors steht: das Forte de Monte Serrat (1587).

Blickfang und Geheimtipp: das Forte de Monte Serrat

Dieser herrliche Ort ist ein Geheimtipp, denn da die großen Reisebusse nicht durch die engen Straßen passen, hast du ihn meistens fast für dich alleine.

Von dem Hügel aus bietet sich der wohl beste Panoramablick von ganz Salvador: Im Süden erstreckt sich hinter dem Strand von Boa Viagem der Hafen mit der dahinter liegenden Oberstadt, weiter über die Skyline von Vitória wandert der Blick bis hin nach Barra, wo die gigantische Bucht und das offene Meer aufeinandertreffen. Ein umwerfendes Bild!

Fabelhafter Panoramablick vom Forte de Monte Serrat auf die Skyline Salvadors

Wenn du einmal um das Fort herumgehst, schaust du in Richtung Norden und Westen tief in die hintere Allerheiligenbucht hinein.

Dieser Teil der Bucht ist von Barra oder Vitória aus gar nicht einzusehen, da er von der Halbinsel Itapagipe selbst verdeckt ist. Zu erkennen sind die große Ilha de Itaparica ebenso wie Dutzende kleinere Inseln und das weit entfernte Festland.

Im Vordergrund erhebt sich idyllisch die unter Denkmalschutz stehende Igreja Nossa Senhora de Monte Serrat aus dem 17. Jahrhundert, die als Eremitage des Benediktinerklosters São Bento errichtet wurde.

Blick auf die westliche Spitze der Halbinsel Itapagipe: Ponta de Humaitá

Um den Ausflug abzurunden, empfiehlt sich eine kühle Água de Coco am Stand von Rasta, die Kokosnüsse werden hier vom Besitzer noch eigenhändig mit der Machete treffsicher aufgeschlagen. Bei einer frischen Brise und herrlicher Aussicht ist dies der perfekte Ort für ein kleines Päuschen …

Ein erfrischendes Kokoswasser mit Buchtblick gibt’s bei Rasta am Forte de Monte Serrat

Dique do Tororó und  Arena Fonte Nova

Die Dique do Tororó ist ein 110.000 Kubikmeter großer binnenstädtischer See, der etwa einen Kilometer südlich des Pelourinho liegt (Luftlinie).

Am Wochenende dient er Joggern und Spaziergängern als Naherholungsziel, auch gibt es ein nettes Restaurant am Seeufer.

Besonderes Markenzeichen der „Dique“ und ein schönes Fotomotiv ist die Gruppe im Wasser stehender, übergroßer Orixás-Figuren (Götter des Candomblé) des Künstlers Tati Moreno.

Markante Orixás-Götter des Candomblé stehen in dem See Dique do Tororó

Unmittelbar an den See angrenzend steht die in neuem Glanz erstrahlende Arena Fonte Nova, die für die Fußball-WM 2014 nach dem Entwurf eines deutschen Architekturbüros an exakt der Stelle der (gesprengten) alten Arena errichtet wurde.

Das Stadion ist sozusagen in die deutsche Sportgeschichte eingegangen, denn hier erfolgte mit einem 4:0-Sieg gegen Portugal der Startschuss zur erfolgreichen Weltmeisterschaft.

Während der WM fasste das in drei Ränge gegliederte Stadion 55.000 Zuschauer (danach 50.000). Eine breite Öffnung zum See hin sorgt auch an heißeren Tagen für eine durchgehende Belüftung.

Neben den Spielen des publikumskräftigen Erstligavereins EC Bahia wird das Stadion auch heute noch regelmäßig für große Konzerte und Events genutzt.

Blick auf Dique und Arena

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