Essen und trinken in Rio de Janeiro

Hier findest du alles über Rios unverwechselbare gastronomische Szene mit Gourmetmeilen und charmanten Straßencafés, Restauranttipps und spannende kulinarische Entdeckungsreisen.

Rio de Janeiro ist – nach São Paulo – die Stadt mit den meisten Restaurants in Südamerika. Die Küche bietet insgesamt gesehen einen recht hohen Standard. Vertreten sind viele exzellente Lokale der ausländischen Küche, die zu den besten des Landes zählen und sowohl qualitativ als auch preislich mit europäischen Spitzenrestaurants mithalten können. Hier geben wir dir einen Überblick über die lebendige Gastronomieszene von Rio de Janeiro.

Viele weitere Infos zu Sehenswürdigkeiten, Ausflügen, Hotels, öffentlichen Verkehrsmitteln, Anreise und vielem mehr findest du in unserem Artikel Rio de Janeiro: Tipps für deine Reise.

Unterkunftstipp für deinen Aufenthalt in Rio de Janeiro:
Das beliebte Mar Ipanema Hotel besticht durch seine vorzügliche Lage im Herzen von Ipanema. Die schönsten Strände der Stadt sind nur einen Steinwurf entfernt und viele Bars, Restaurants und Geschäfte liegen gleich vor der Haustür. Darüber hinaus bietet das Hotel gut renovierte Zimmer, eine Dachterrasse mit Lounge und schönem Meerblick sowie ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Hier findest du das Hotel bei Booking.com. Weitere Hoteltipps in verschiedenen Preisklassen findest du weiter unten im Artikel.

Exquisit essen: In Rio kein Problem

Wissenswertes vorab

Vor allem entlang der Rua Dias Ferreira in Leblon und der Rua Garcia d’Ávila in Ipanema haben sich regelrechte Gourmetmeilen entwickelt, die einen abendlichen Besuch unbedingt wert sind. Auch lohnt es sich, den günstigen Wechselkurs auszunutzen und Ausflüge in die Welt der brasilianischen Haute Cuisine zu machen, deren kreative Spitzenköche hinter der europäischen Crème de la Crème keineswegs zurückstehen.

Restaurant in der Rua Dias Ferreira, einer der größten Gourmetmeilen Südamerikas

Am häufigsten findet man jedoch die einfachen populären Lokale, in denen du in lockerer Atmosphäre für kleines Geld speisen kannst. Viele von diesen Stadtteilrestaurants existieren schon seit Jahr und Tag und werden von der gesamten Nachbarschaft aufgesucht. Auch wenn es sehr informell zugeht, wird die Tradition doch groß geschrieben, oft wirst du hier noch von ganz klassisch in Anzug und mit Fliege gekleideten Kellnern empfangen.

In vielen Traditionsrestaurants warten Kellner mit Anzug und Fliege auf Gäste

Das Angebot ist in diesen Lokalen sehr ähnlich: Auf den Tellern landet Fleisch, Huhn oder Fisch, dazu gibt es Bohnen, Reis und/oder Nudeln, aber kaum Salate und Gemüse. Dafür sind die Gerichte fast überall sehr großzügig portioniert.

Typisch Rio: Gute und günstige Gerichte für Zwei

Was ist typisch für Rio?

Hier geben wir dir einen kleinen Überblick über die Besonderheiten der gastronomischen Szene von Rio de Janeiro.

Churrascarias

Das typischste Programm in Rio ist der Besuch einer der vielen Churrascarias, das sind Rodízio-Grilllokale, die sich in ganz unterschiedlicher Güte über die Stadt verteilen. Ein Problem in den günstigeren Häusern ist manchmal nur die schlechte Akustik, sodass man sich kaum mit den Sitznachbarn verständigen kann. Dies liegt vor allem daran, dass gerne größere Touristengruppen kommen und es nach ein paar Caipis recht laut und fröhlich zugeht.

Allen Churrascarias ist gemein, dass man sich für einen Fixpreis am reichhaltigen Buffet bedient und die Kellner köstliche Fleischsorten vom langen Spieß direkt auf den Teller schneiden. Und in den meisten Häusern ist es auch nach wie vor gültige Praxis, dass die edelsten Stücke (Picanha/Hüfte und Filé Mignon) erst später an den Tisch gebracht werden, wenn die Gäste sich schon ausgiebig mit den Buffetbeilagen und Würstchen den Magen gefüllt haben.

Du kannst jedoch auch Wünsche äußern und bestimmte Sorten gezielt bestellen. Einen Tipp für die aus unserer Sicht beste Churrascaria von Rio findest du weiter unten.

Der Besuch einer Churrascaria ist das typischste Gastronomieprogramm in Rio

Feijoada

Die zweite für Rio de Janeiro sehr typische Mahlzeit ist das brasilianische Nationalgericht Feijoada, ein dicker Bohneneintopf mit verschiedensten Fleischeinlagen, der unter anderem von Grünkohl und Apfelsinenstückchen begleitet wird. Heruntergespült wird diese äußerst kalorienreiche Mahlzeit in der Regel mit einem Gläschen Zuckerrohrschnaps oder einer Caipirinha.

Am interessantesten ist die Feijoada, wenn sie als Event verstanden von einer Sambaband begleitet wird und sich über den gesamten Nachmittag erstreckt. In der Regel treffen sich Familie und Freunde am Samstag in einem entsprechenden Lokal und hängen den halben Tag beim Feijoada essen, Caipirinha trinken und Samba tanzen ab.

Brasiliens Nationalgericht, die Feijoada, ist in Rio de Janeiro überall zu bekommen

Casa da Feijoada

So ein Rio-typisches Schlemmerbuffet solltest du ruhig mal ausprobieren. Eins der bekanntesten Feijoada-Restaurants der Stadt ist das enge und gemütliche Traditionslokal Casa da Feijoada in der Rua Prudente de Morais 10B in Ipanema. Als eines der wenigen Restaurants der Stadt serviert es auch an anderen Wochentagen als Samstag die klassische Feijoada, allerdings dann ohne Livemusik.

Öffnungszeiten: tgl. 12–23 Uhr

Schöne Straßencafés

Anders als man es für ein sonniges Land wie Brasilien erwarten würde, gibt es insgesamt recht wenig Straßencafés europäischen Einschlags, in denen man draußen sitzend das Treiben um sich herum beobachten kann. Das liegt zum großen Teil an der Affenhitze, die tagsüber in allen Großstädten herrscht. Viele Brasilianer bevorzugen daher ein heruntergekühltes Ambiente im Lokalinneren.

Eine Ausnahme unter den brasilianischen Metropolen bildet Rio. Dank der vielen Straßenbäume sind die Temperaturen auch im Verlaufe des Tages im Schatten noch so angenehm, dass sich eine Reihe von Straßencafés und Restaurants mit offener Terrasse besonders in Copacabana, Ipanema und Leblon finden lässt.

Auch der hohe Anteil an ausländischen Touristen, die sich aus Gewohnheit gerne ins Freie setzen, hat diesen Trend befördert. Es ist auch wirklich wunderbar, die tropischen Temperaturen auf der Haut zu spüren, während man sich beim Sightseeing ausruht, einen Kaffee trinkt und den Alltag von Rio an sich vorüberziehen lässt …

Wie schön ist es doch, draußen zu sitzen: Straßencafés sind in Rio de Janeiro weit verbreitet
Eiscafé mit Freilufttischen in Leblon

Leckere Getränke

Worum du dir wirklich keine Sorgen machen musst: An leckeren Getränken besteht in Rio de Janeiro kein Mangel.

Fruchtsäfte

Was Tropenfrüchte angeht, ist Rio ohne jeden Zweifel ein Paradies: In zahllosen Bars kannst du hier bis zu Hundert verschiedene frisch gepresste Fruchtsäfte, die sogenannten Sucos, probieren. Von Mango über Melone bis zur Maracuja findest du alle Klassiker. Sehr beliebt sind aber auch exotischere Säfte wie Cupuaçu oder Graviola. Auch die Amazonasbeere Açaí wird gerne konsumiert, meistens wird sie jedoch als eisgekühltes Sorbet bestellt.

Einer der Trümpfe von Rio: An jeder Ecke verkaufen Saftbars frische Fruchtsäfte

Biere

Nationalgetränk Nummer Eins ist jedoch auch in Rio das Bier, das wie überall in Brasilien stets eiskalt serviert wird. In letzter Zeit ist auch die Craftbier-Welle durchs Land geschwappt, die meisten besseren Lokale haben inzwischen eine oder mehrere „cerveja artesanal“ im Angebot. Am besten, man testet sich einfach mal durchs Sortiment und entscheidet sich für die wohlschmeckendste Marke.

Cocktails

Das bekannteste Getränk von allen ist aber natürlich die Caipirinha aus Zuckerrohrschnaps, dem Cachaça. Sie wird allerdings am häufigsten von Touristen bestellt, weniger von den Einheimischen selbst. Probiere ruhig auch einmal die vielen anderen wohlschmeckenden Cocktails aus, wie zum Beispiel Caipirinha mit Erdbeere (morango), Maracuja oder Kiwi.

Wer eine „Roska“ bestellt, erhält den Cocktail mit Wodka anstatt mit Cachaça. Auch diese gibt es in zahlreichen Varianten mit allen möglichen Früchten. So ist eine Cajuroska beispielsweise ein Cocktail, der aus der Cashewfrucht und Wodka gemacht wird, eine Caipiroska besteht aus Limettenscheiben und Wodka, eine Kiwiroska aus Kiwistücken und Wodka usw.

Caipirinha mit Erdbeere, Maracuja und Kiwi

Darauf sollest du bei der Restaurantwahl achten

Insgesamt kann man in Rio, und überhaupt in Brasilien, bei der Restaurantwahl nicht so viel falsch machen. Im wichtigsten Touristenviertel des Landes Copacabana musst du nur ein wenig achtgeben, denn neben vielen wirklich guten Lokalen kannst du hier – insbesondere entlang der Strandpromenade – auch auf ein paar „Tourifallen“ stoßen. Sie sind für durchschnittlich erfahrene Reisende aber recht leicht erkennbar an den etwas zu aufdringlichen Kellnern, die Gäste mit vielen Versprechungen und Lobpreisungen der hiesigen Caipirinhas anzulocken versuchen. Und falls du doch mal in so einem Etablissement gelandet bist, hake es einfach als etwas überteuerte Reiseerfahrung ab. Wie gesagt, in Rio isst man überwiegend gut für sein Geld.

Restaurant-Tipps

Im Folgenden geben wir dir einige Empfehlungen, wo es uns bei unseren letzten Besuchen in Rio de Janeiro besonders gut geschmeckt hat.

In Copacabana

Copacabana ist der Stadtteil mit der größten Dichte an Restaurants und Imbissen für jeden Geschmack und Geldbeutel. Hier stößt du praktisch an jeder Ecke auf eine netten Ort, an dem du dich stärken kannst. Von den vielen typisch brasilianischen Churrascarias in Rio de Janeiro, die fast jeder Reisende einmal aufsucht, ragt diese heraus:

Churrascaria Palace

Ein Besuch in einer Churrascaria wird oft als Abschluss einer Brasilienreise eingeplant. In Rio besteht die Möglichkeit, eine der besten des Landes zu besuchen. Die Churrascaria Palace liegt sehr zentral in Copacabana, in der Rua Rodolfo Dantas 16, gleich um die Ecke des berühmten Copacabana Palace Hotels, daher die Namensähnlichkeit. Es ist ein wunderbares Traditionslokal von 1951, das Besitzer Antonio Saraiva mit Bezügen zur Geschichte Rios dekoriert hat, unter anderem hängt dort ein breites Wandbild mit den „zwölf Aposteln“, also den größten Ikonen aus der Zeit des Bossa Nova.

Die freundlichen Kellner vermitteln eine lockere Stimmung und bringen im Rodízio-System an die 40 verschiedene Fleischspieße und auch Fisch, darunter den Amazonasriesen Pirarucu, an den Tisch. Dazu gibt es ein überquellendes Buffet mit Salaten, Artischockenherzen, Spargel, getrockneten Tomaten, Krabben, Meeresfrüchten, Austern, Käse, Carpaccio, Sushi und vielem mehr. Es ist ein wahres Schlemmerfest … Als weitere Beilagen kannst du mithilfe eines Bestellzettels beim Kellner frisch zubereitete Bolinhos de Bacalhau (Kabeljaubällchen), Pastéis, Polenta, Pão de Queijo, Farofa, Pommes frites, Zwiebelringe, Aipim frito (frittierten Maniok) Reis und Bohnen bestellen. Alles ist im Preis inbegriffen.

Exzellent ist darüber hinaus die Weinkarte mit mehr als 300 erlesenen Sorten, auch die lokalen Craftbiere können sich sehen und schmecken lassen. Tipp: Wenn du es dir einrichten kannst, komme am besten schon etwas früher, denn ab 19 Uhr füllt sich das Lokal meistens recht schnell. Ansonsten lässt sich ein Tisch auch vorab über die Website reservieren.

Öffnungszeiten: tgl. 12–24 Uhr

In Ipanema

Der Nachbarstadtteil Ipanema besitzt zwar wenige Hotels, dafür aber unzählige exzellente Restaurants. Wer auf leichte und gesunde, aber auch exotische und außergewöhnliche Kost steht, wird hier schnell fündig.

Delírio Tropical

Das hübsche Lokal Delírio Tropical in der Rua Garcia d’Ávila 48 in Ipanema bietet hauptsächlich vegetarische Speisen und liegt nur einen Block vom Strand entfernt, genau auf halber Strecke zwischen dem Posto 8 und dem Posto 9. Insofern ist es der naheliegende Ort für eine kurze Snackpause am Badetag in Ipanema, insbesondere dann, wenn du was Leichtes und Gesundes suchst oder dir das am Strand verkaufte Fastfood etwas suspekt vorkommt. Im Delírio Tropical wählst du aus 15 frischen Salatzubereitungen aus oder bestellst dir eine Quiche, Crêpe, Suppe oder einen Veggie-Burger. Auf zwei Etagen gibt es Tische und Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen in klimatisiertem Ambiente – sehr willkommen an heißen Tagen.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 11–20, Samstag und Sonntag 11–19 Uhr

In Leblon

Leblon besitzt die größte Sammlung an Fine-Dining-Optionen in ganz Rio. Entlang der Rua Dias Ferreira und ihrer Verlängerung Rua Conde de Bernadotte liegt ein Top-Restaurants neben dem nächsten.

Chez Claude

Ein besonderes Gourmeterlebnis, das man nicht unbedingt alle Tage hat, kann man sich in der Rua Conde de Bernadotte 26 bei Chez Claude gönnen. Der Franzose Claude Troisgros ist einer der berühmtesten Sterneköche Brasiliens, der nicht zuletzt durch seine regelmäßigen Fernsehauftritte als Juror in der Reality Show „The Taste Brasil“ Kultstatus erlangt hat. Von seinen diversen Restaurants in São Paulo und Rio ist dieses zugleich Aushängeschild und für Touristen am besten zu erreichen. Schon beim Betreten in das kleine, fast intime Lokal fällt die offene Küche in der Mitte des Raumes ins Auge. Leichtfüßig tänzeln die Köche und Köchinnen umeinander und um die Platten herum, hier lässt sich die Herstellung von Haute Cuisine einmal aus allernächster Nähe studieren. Dennoch entsteht nie ein Gefühl von Hektik, alles geht ruhig und leicht von der Hand und man fühlt sich auf Anhieb wie zuhause. Zubereitet wird eine Fusion aus französischer Küche mit tropisch-brasilianischen Zutaten. Schon die Vorspeisen sind feinster Genuss, wie zum Beispiel beim „Ovo & Caviar Clarisse“, einer cremigen Mischung aus Rührei, Milchcreme und Mujol-Kaviar, begleitet von krossem Panko-Farofa. Als Hauptgang ist das Shrimprisotto mit Trüffelschaum und Parmesan-Crumble eine exzellente Wahl, aber kaum weniger köstlich ist das gegrillte Fischfilet, cherne oder Wrackbarsch, mit karamellisierter Banane, Zwiebeln und Rosinen. Die Profiterole mit Pistazieneis, Schokosoße und Mandeln beschließt das Geschmacksfeuerwerk. Für so viel Qualität sind die Preise fast noch moderat. Wer Glück hat, trifft vielleicht auch den Besitzer an, Claude Troisgros ist gerne und so oft die Zeit es zulässt, vor Ort und kümmert sich persönlich um das Wohlergehen seiner Gäste.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 18.30–23 Uhr, Freitag und Samstag 18.30–24 Uhr, Sonntag 12–16 Uhr

In Jardim Botânico

Eine kleine Anfahrt von den Hotelvierteln ist nötig, um in den Bezirk Jardim Botânico zu gelangen, doch der Weg lohnt sich. Hier gehen die Einheimischen gerne aus, hier tauchst du in den Carioca-Alltag abseits der Hotelbettenburgen ein und lernst einen weiteren interessanten Stadtteil kennen. Nur solltest du die Fahrt rund um die Lagune zur Hauptverkehrszeit unter der Woche zwischen 17 und 19 Uhr meiden, insbesondere zwischen Mittwoch und Freitag staut sich dort der Verkehr extrem und gelangt mitunter zum Stillstand. Ein Tipp für die Planung: Restaurants in Jardim Botânico lassen sich prima mit einem Besuch des Botanischen Gartens oder des Parque Lage kombinieren, auch im Anschluss an die Auffahrt zur Christusstatue bietet sich der kurze Abstecher an.

Sabores de Gabriela

Der Name des Restaurants lässt bereits durchscheinen, welche Regionalküche den Gast hier erwartet. Denn er bezieht sich natürlich auf „Gabriela wie Zimt und Nelken“, das Meisterwerk des großen bahianischen Schriftstellers Jorge Amado. Die nette Besitzerin Erika Rangel hat vor Jahren einmal die typischen Gerichte für die berühmte gleichnamige Fernsehnovela gekocht, somit war der Name für ihr Restaurant geboren. Es erwartet dich also beste Küche aus dem Bundesstaat Bahia. Solltest du es auf deiner Reise nicht dorthin schaffen, kannst du hier wenigstens auf kulinarischem Wege diese einzigartige Region bereisen. Das Restaurant liegt in einer kleinen, charmanten Straße in einem Häuschen mit drei Etagen, Tische stehen sowohl im klimatisierten Innenbereich als auch auf einer Außenterrasse zur Verfügung. Ein Tipp zur Speisefolge: Das frittierte Küchlein Acarajé gehört zu Bahia wie der Croissant zu Frankreich oder die Brezel zu Bayern, hier kannst du es in hervorragender Qualität gleich als Vorspeise bestellen. Es kommt mit den typischen Beilagen Vatapá, Caruru, Shrimps und Tomaten-Zwiebel-Mischung auf den Tisch und braucht sich nicht hinter den besten Acarajés von Salvador zu verstecken. Ein besonderer Kniff von Erika ist es, auch die Shrimps im Dendê-Kokosöl zu frittieren, so erhalten sie ihre ganz besondere Note. Ebenfalls sensationell ist die für den gesamten Nordosten typische Casquinha de Siri (gerupftes Krebsfleisch), die mit einem Körbchen krosser Beiju-Cracker serviert wird. Als Hauptgericht bietet sich die klassischste aller Mahlzeiten aus Bahia an, das Fisch- und Krabbenragout Moqueca, das in einer dampfenden Tonpfanne serviert wird, himmlisch! Zusammen mit einer köstlichen Caipirinha, zum Beispiel mit der Frucht Siriguela, wird dir das Abendessen in unvergesslicher Erinnerung bleiben. Das i-Tüpfelchen ist dann zum Abschluss die Cocada de Forno mit Ananassoße, eine Dessertspezialität aus Bahia. Die Cocada ist hier unglaublich zart und besitzt genau den leckeren Kokosgeschmack, den man sich in der Bounty-Werbung immer vorgestellt hat.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 12–23 Uhr, Sonntag 12–21 Uhr

Maguje

Das Maguje zählt zu den edleren Restaurants in Rio und liegt direkt neben der Pferderennbahn in der Rua Jardim Botânico 1003. Wer sich für Pferdesport interessiert, kann die Rennen Sonntag ab 16 Uhr sowie Montag und Dienstag ab 18 Uhr von einer der Außenterrassen des Restaurants nebenbei verfolgen. Auch der berühmte Botanische Garten liegt praktisch gegenüber, sodass sich ein Besuch dort mit einer Mahlzeit im Restaurant gut kombinieren lässt. Spezialität des Hauses sind nicht ganz zufällig Fisch und Meeresfrüchte, denn der Küchenchef ist selbst Fischer. Sehr gut ist der Tintenfisch mit Safranreis, Kartoffeln, Tomatenconfit und Kräuter-Aioli. Es gibt aber auch Fleisch oder Veganes sowie Gerichte für Kinder. Auf der umfangreichen Speisekarte findet sich gehobene Gourmetküche zu sehr fairen Preisen, zudem locken unter der Woche günstige Tagesgerichte. Was die Getränke angeht, sticht das große Sortiment an speziellen Bieren hervor, darunter auch Pilsen, IPA oder Witbier, sowie die erlesene Auswahl an Cocktails, Weinen und Sekt. Ein weiterer Pluspunkt ist das moderne und mit viel Grün durchsetzte Ambiente. Im unteren Bereich finden sich zwei Freiluftbars, im Innenbereich stehen unten eine Cocktailbar und oben ein großer Partyraum zur Verfügung. Abends steigen hier gelegentlich ab 20 Uhr Shows oder Partys mit DJ (Eintritt R$55) sowie am Jahresende rauschende Silvesterfeste mit Reservierung ab August. Viele Stammgäste schätzen das Lokal auch wegen der totalen Sicherheit, denn es liegt innerhalb des renommierten Jockeyclubs. Ein Lokal, das einen Ausflug wert ist.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 12–24 Uhr, Sonntag 12–23 Uhr

maguje

In Santa Teresa

Auch in den Hügeln von Santa Teresa verbergen sich etliche hervorragende Restaurants, die eine abendliche Anfahrt wert sind. Die Fahrt von den Strandhotels hierher ist etwas weiter, doch kulinarisch und vom Ambiente her wird man sie nicht bereuen.

Aprazível

Das Restaurant Aprazível kann man fast als eigene Sehenswürdigkeit bezeichnen, denn von der traumhaften, tropisch-grünen Anlage mit viel Holz und Strohdächern im Amazonas-Stil eröffnet sich aus knapp 500 Metern Höhe ein sensationeller Fernblick über die Skyline von Rio de Janeiro. Besonders am Abend ist das oberhalb der funkelnden Lichter der Großstadt eine magische Atmosphäre. Das Lokal erstreckt sich über mehrere Ebenen, besonders genial ist die kleine Hütte ganz oben mit nur vier Tischen und der weitesten Aussicht. Das Essen steht dem eindrucksvollen Ambiente in nichts nach, ein Gedicht ist „Peixe Tropical“, ein Fischfilet mit Bioreis, der mit Kokosnuss, Paranuss und Orangen-Safran-Soße versetzt ist. Ebenfalls wundervoll ist der zarte Tintenfisch mit Bratkartoffeln und Gemüseratatouille. Aber vor allem die Vorspeisen, die zu einem Ausflug in den Amazonas einladen, fallen aus dem Rahmen. Wer „Palmito Pupunha“ bestellt, für den werden warme Palmherzen vor seinen Augen am Tisch aus dem Stamm geschnitten, mit einem leckeren Pesto dazu sind sie sofort verzehrfertig. Ebenfalls exotisch ist die köstliche Açaí-Guacamole, die mit krossen Biju-Crackern aus Pará serviert wird. Der in diesem Fall würzige Geschmack des Açaí wird durch die Zugabe von Cashewnuss erreicht. Zu so einem Gaumenschmaus darf ein guter Cocktail nicht fehlen, der „Tahj Mahal“ mit lokalem Top-Cachaça, Cashewfrucht, Mandarine und Minze wäre ein angemessener Begleiter. Und als Krönung des Abends empfiehlt sich zum Abschluss noch das mit einer Lemongrass-Infusion versehene Mangosorbet mit der Amazonasfrucht Tucumã, wow! Oder, wer es traditioneller mag, bestellt einfach den Cheesecake mit hausgemachter cremiger Goiabada. Falls du danach noch entdeckungsfreudig bist, kannst du dich im ehemaligen Wohnhaus der Besitzerin umsehen, in dem unter anderem eine große Sammlung edler Cachaças in Eichenfässern reift. Ein in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Erlebnis.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 12–23 Uhr, Sonntag 12–18 Uhr

Térèze

Das zum Hotel M Gallery gehörende Térèze in der Rua Almirante Alexandrino 660 zählt zu den besten Gourmetrestaurants von Rio und bietet als Beigabe noch eine fantastische Aussicht über die Stadt und die Guanabara-Bucht. Serviert wird zeitgenössische Küche mit lateinamerikanischem Einschlag, wie zum Beispiel die hervorragende Vorspeise „Zé Cabra“, ein überbackener Ziegenkäse mit Palmherzenstreifen in Zuckerrohrmelasse und Cupuaçu-Gelee. Auch die Hauptgerichte sind großartig und, gemessen an ihrer Qualität, wirklich nicht zu teuer. Top ist der fangfrische Fisch mit Gemüse, Kohl und Tintenfischcreme. Das tropisch-elegante Design in einer angenehm gedimmten Beleuchtung verleiht dem Abend einen angemessenen Rahmen und lädt zu einem besonderen Anlass ein.

Öffnungszeiten: Montag 18–22 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 12–16 und 18–22 Uhr, Freitag 16–23 Uhr, Samstag 18–23 Uhr, Sonntag 12–16 und 18–23 Uhr

In Glória

Nicht weit von Santa Teresa liegt der Stadtteil Glória, zu dem auch Rios schönster Jachthafen gehört. Warum nicht einmal stilvoll mit Blick auf schicke Boote und die nächtliche Skyline von Rios Zentrum schmausen?

Bota

Das Restaurant Bota befindet sich im Jachthafen Marina da Glória und bietet exakt das oben beschriebene, schöne Ambiente. Dezente Loungemusik untermalt die ruhige Stimmung auf der halboffenen Außenterrasse. Serviert wird vor allem klassische italienische Küche mit einem Schwerpunkt auf Meeresfrüchten. Mehrere hervorragende Vorspeisen stehen zur Auswahl, bei dem „Duo de bruschetta“ solltest du nicht zweimal überlegen.  Es erwartet dich zum einen eine Burrata-Bruschetta mit Trüffelsoße, zum anderen eine klassische Bruschetta mit Büffelmozzarella, Tomate und Basilikum. Wenn du eher brasilianisch einsteigen magst, wählst du die leckeren Kabeljaubällchen, ein Teigtäschchen mit Shrimpfüllung oder gleich die gemischte Meeresfrüchteplatte für mehrere Personen mit frittierten Tintenfischringen, Shrimps und einem würzigen Kapern-Zwiebeln-Dip. Dazu passt einer der super Cocktails, wie zum Beispiel „Flor da Noite“ mit Smirnoff, Pitaya, Ananas, Hibiskussirup, Malibu und Kokosschaum, oder auch „Mandarino premiado“ mit Smirnoff, Mandarine, Basilikum und Ingwerschaum. Derart in Schwung gekommen, kannst du mit dem „Risotto Bota“ als Hauptgericht noch einen drauf setzen, ein köstliches Reisrisotto mit Shrimps, feinen Linguíça-Scheibchen, Pilzen und gerösteten Zwiebeln. Wer danach noch mit einer Süßigkeit abschließen möchte, kann ein Apfeltörtchen mit veganem Mango-Ingwer-Eis bestellen oder auf das klassische Petit Gâteau mit Tapioca-Eis zurückgreifen. Ein wunderbares kulinarisches Erlebnis in maritimer Umgebung, sehr beliebt zum Sonnenuntergang.

Öffnungszeiten: Montag 11.30–22 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 11.30–23 Uhr, Freitag und Samstag 11.30–23.30 Uhr, Sonntag 11.30–21.30 Uhr

In Lapa

Das Viertel Lapa, ebenfalls unweit von Santa Teresa gelegen, ist eher für sein Nachtleben und tolle Sambaschuppen bekannt. Aber auch tagsüber kommen viele Besucher hierher, meistens mit der Absicht, die berühmte Selarón-Treppe zu besichtigen. Ansonsten hat Lapa wenig zu bieten. Wer aber wegen der Escadaria do Selarón sowieso schon in der Nähe ist, kann ein sehr lobenswertes Sozialprojekt besuchen und dort zudem gut und günstig Mittag essen.

Refettorio Gastromotiva

Das Refettorio Gastromotiva in der Rua da Lapa 108 befindet sich in einem ehemals verlassenen Schuppen, der vor ein paar Jahren für ein Sozialprojekt restauriert wurde. Mit dem Etikett „Gastronomia social“ haben die Betreiber ihr Engagement zutreffend beschrieben. Jeden Abend unter der Woche erhalten hier bis zu Hundert Obdachlose eine gratis Mahlzeit, die zum Teil vor Ort konsumiert und zum Teil mitgenommen wird. Das Besondere daran ist, dass die Gerichte ehrenamtlich von namhaften Chefkochs zubereitet werden und das Lokal zugleich als Restaurantschule und Ausbildungsstätte fungiert. Das preiswerte Mittagsmenü, das für die zahlende Öffentlichkeit bestimmt ist, beinhaltet eine Vorspeise, Hauptgericht, einen kleinen Nachtisch und ein Getränk. Alle Einnahmen fließen in die Finanzierung des Abendessens für die Bedürftigen. Die Zutaten stammen überwiegend aus Spenden von großen Supermärkten sowie Frucht- und Gemüsemärkten. Auf diese Weise dient das Projekt somit auch der Nachhaltigkeit, denn es vermeidet das unnötige Wegwerfen von Lebensmitteln. Wer hier isst, unterstützt also gleich in mehrfacher Hinsicht eine gute Sache.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 11.30–15 Uhr

Kulinarische Entdeckungsreisen

Nicht nur gut zu essen macht Spaß, auch die Zubereitung leckerer Gerichte bereitet große Freude. Wie gut, dass man sich in Rio in lockerer Atmosphäre in die brasilianische Küche einführen lassen kann.

Brasilianischer Kochkurs

Wer die brasilianische Küche nicht nur passiv genießen möchte, kann in Ipanema in der Rua Visconde de Pirajá 281 (Sala 213) einen vierstündigen Workshop bei Cook in Rio belegen. In einer gemütlichen Küche wird eine kleine Gruppe von Kochschülern mit höchstens acht Personen von einem erfahrenen Koch oder Köchin in die Geheimnisse der brasilianischen Kochkunst eingewiesen. Gemeinsam bereitet man ein komplettes viergängiges brasilianisches Menü zu, dessen Herzstück entweder eine Moqueca oder die für das brasilianische Churrasco unentbehrliche Picanha ist. Begleitend lernen die Kursteilnehmer, wie man in Brasilien die verführerisch süßen Brigadeiros zaubert, wie man eine leckere Farofa de Banana und gegrillten Käse am Spieß mit scharf gewürztem Gelee kreiert und wie die flambierte portugiesische Schweinswurst (Linguíça flambada) am besten gelingt.

Natürlich darf auch das Nationalgetränk Caipirinha im Kursprogramm nicht fehlen. Die Zubereitung von gleich zwei verschiedenen Caipis wird hier gelehrt: einmal die traditionelle Art mit Limetten sowie eine Variante mit Maracuja. Bei der Caipirinha gilt übrigens das gästefreundliche Motto „All you can make (and drink …)“, es geht also meistens nach kurzer Zeit auch recht lustig zu.

Im Kurspreis sind alle benötigten Zutaten inbegriffen. Anmelden kannst du dich über die Webseite von Cook in Rio.

Kurszeiten: Moqueca-Kurs Montag und Donnerstag 19–23 Uhr, Picanha-Kurs Dienstag, Freitag und Samstag 12–16 Uhr

Fruit Tasting

Das kreative Team von Cook in Rio bietet auch eine Einführung in die brasilianische Früchtewelt an. Während der beliebten Brazilian Fruit Tasting Session zeigen Einheimische auf einem der vielen Märkte Rios die unglaubliche Vielfalt der brasilianischen Tropenfrüchte. Besucher haben Gelegenheit, sich auf dieser zweistündigen Tour durch die köstlichsten Fruchtsorten zu naschen und diese mit allen Sinnen zu erfahren. Weiterführende Erklärungen gibt es dazu von den Guides auf Englisch oder auf Deutsch.

Kompetente Einführung in die Welt der brasilianischen Tropenfrüchte: Brazilian Fruit Tasting Session

Hotels & Unterkünfte

Zum Abschluss noch schnell ein paar Tipps für deinen Aufenthalt in Rio.

Lateinamerika-Newsletter: Nützliche Tipps für deine Reise!

Auf Wunsch senden wir dir regelmäßig aktuelle Berichte, nützliche Reisetipps und exklusive Insiderinformationen zu Mittel- und Südamerika.

Hier findest du Hinweise zu Datenschutz, Widerruf und Analyse

Lateinamerika-Newsletter: Nützliche Tipps für deine Reise!

Auf Wunsch senden wir dir regelmäßig aktuelle Berichte, nützliche Reisetipps und exklusive Insiderinformationen zu Mittel- und Südamerika.

Hier findest du Hinweise zu Datenschutz, Widerruf und Analyse