Salvador: Das historische Zentrum Pelourinho

Das von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärte Altstadtviertel Pelourinho ist der größte Touristenmagnet von Salvador. Hier erfährst du, welche Sehenswürdigkeiten bei deiner Stadtbesichtigung im historischen Zentrum nicht fehlen sollten und wie du dich im Gassengewirr am besten orientieren kannst.

Die erste Hauptstadt Brasiliens und älteste Stadt des Landes quillt geradezu über vor historischen Sehenswürdigkeiten. Alleine für das Altstadtviertel Pelourinho bräuchte man mindestens zwei Tage, um allen sehenswerten Kirchen, Plätzen, Kolonialgebäuden und Museen einen Besuch abzustatten.

Und dabei ist noch nicht einmal von den kulturellen Highlights die Rede: zum Beispiel eine Capoeira-Vorführung, eine Folklore-Tanzshow oder das Bewundern einer der mitreißenden afrobrasilianischen Trommelgruppen. Das Pelourinho ist lebendig und vibriert!

Unterkunftstipp für deinen Aufenthalt in Salvador:
Das beliebte Hotel Casa do Amarelindo hat komfortable und geschmackvoll eingerichtete Zimmer in einem renovierten Altbau mitten im historischen Zentrum des Pelourinho. Die größten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie die Goldene Kirche oder die Kathedrale, liegen quasi vor der Haustür. Ein kleiner Pool, ein gutes Restaurant und eine schöne Dachterrasse mit Bar und herrlicher Aussicht auf die Allerheiligenbucht stehen den Hotelgästen ebenfalls zur Verfügung. Hier findest du das Hotel bei Booking.com. Weitere Hoteltipps in verschiedenen Preisklassen sowie Empfehlungen für Touren und alles Wissenswerte zur Anreise findest du weiter unten im Artikel.

Blick auf die Kolonialhäuser und Kirchen der Oberstadt von Salvador

Orientierung im Pelourinho

Das kulturgeschichtlich und architektonisch bedeutende historische Zentrum war noch in den 1980er-Jahren gekennzeichnet von Kriminalität, Drogenhandel und Rotlichtszene und wurde erst mit Beginn umfangreicher Renovierungsarbeiten 1993 zu einem touristischen Ausgehviertel. Heute ist es geprägt von Boutiquen, Kleider- und Souvenirläden, Kunsthandlungen, Ateliers, Geschäften für Musikinstrumente und CDs, Capoeira-Schulen sowie Hotels, Pousadas, Restaurants und Bars.

Zur Orientierung im Gassengewirr des Pelourinho hilft es, sich gedanklich an die fünf zentralen Plätze zu halten:

  • Praça Tomé de Sousa
  • Praça da Sé
  • Terreiro de Jesus
  • Cruzeiro de São Francisco
  • Largo do Pelourinho
Überbordend vor Geschichte: das Pelourinho

Praça Tomé de Sousa

Fahrstuhl Elevador Lacerda

Von der Unterstadt aus ist das Pelourinho in 20 Sekunden mit dem 1873 erbauten und 1930 renovierten Aufzug Elevador Lacerda zu erreichen, der mit seiner mächtigen Architektur die Szenerie beherrscht – das wohl bekannteste Postkartenmotiv Salvadors. Der Fahrstuhl ist eines der wichtigsten Verkehrsmittel der Stadt und befördert knapp 28.000 Personen täglich zwischen Comércio und Altstadt.

Der Aufzug von unten betrachtet

Oben angekommen, bietet sich von der Praça Tomé de Sousa (wegen des dortigen Rathauses auch als Praça Municipal bekannt) ein herrlicher Blick auf Hafen und Bucht mit der Insel Itaparica im Hintergrund und rechts der Halbinsel Itapagipe.

Im Vordergrund siehst du den Mercado Modelo, das frühere Zollhaus, wo sich nach einem Großbrand heute ein touristisch geprägter Markt für Souvenirs und Handwerkskunst befindet. Dahinter liegt das Terminal Náutico da Bahia, von dem Personenfähren nach Itaparica und Schnellboote nach Morro de São Paulo ablegen. Und im Wasser liegend erkennst du das kreisrunde Forte São Marcelo, von Jorge Amado einmal als „Bauchnabel Salvadors“ bezeichnet. Die außergewöhnliche Festung wurde im 17. Jahrhundert auf einer Sandbank errichtet. Sie ist nicht zu besichtigen.

Blick vom Elevador Lacerda auf das Forte São Marcelo und das Bootsterminal
Wunderbarer Panoramablick mit dem Fahrstuhl Elevador Lacerda

Palácio Rio Branco

Der Platz wird vom Palácio Rio Branco dominiert, wo bis 1979 die Landesregierung von Bahia tagte. An dieser Stelle errichtete Mitte des 16. Jahrhunderts Tomé de Sousa, der von Portugal entsandte Generalgouverneur, den ersten – noch sehr einfachen – Regierungssitz der neuen Kolonialhauptstadt. Der Palast wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach baulich verändert, die aktuelle neoklassische Fassade stammt aus dem Jahr 1919. Wenn der Palácio Rio Branco geöffnet ist, solltest du einmal die der Bucht zugewandten Veranda ansteuern, von dort bietet sich ein schöner Ausblick.
Di–Fr 10–17 Uhr, Eintritt frei

Historischer Ort – der Palácio Rio Branco steht dort, wo Brasiliens Kolonialisierung ihren Anfang nahm
Blick von der Palastveranda auf die Allerheiligenbucht

Paço Municipal

Gegenüber dem Palast steht eine Bausünde von 1986, die zur Prefeitura (Rathaus) gehört. Deutlich schöner und viel bedeutender ist der Paço Municipal an der Ostseite des Platzes, ein lang gezogener Bau mit Säulengang und Turm von 1660 – eines der ältesten erhaltenen Bauwerke Salvadors. Nebenan im Memorial da Câmara Municipal erfährt man Geschichtliches zum Stadtrat, ein paar Meter davor überblickt Tomé de Sousa den nach ihm benannten ersten Hauptplatz Brasiliens.
Mo–Fr 9–17 Uhr

Tomé de Sousa, erster Gouverneur und Stadtgründer von Salvador
Historisches Rathaus: der Paço Municipal

Praça da Sé

Igreja da Misericórdia und Museu da Misericórdia

Wenn du der Rua da Misericórdia in nördlicher Richtung folgst, kommt kurz vor der Praça da Sé links die Igreja da Misericórdia (1654) mit einem sehenswerten Museum. Sie ist seit 2006 wieder für das Publikum zugänglich, der Eintritt erfolgt über das Museu da Misericórdia. Die Architektur wurde von den Benediktinerbaumeistern beeinflusst, erkennbar an der frühbarocken Fassade. Das Kircheninnere ist ein Resultat spätbarocker Ausschmückung aus dem 18. Jahrhundert, zu sehen sind unter anderem hübsche Azulejo-Bilder aus der gleichen Epoche (religiöse wie weltliche Themen).
Di–Fr 8.30–17.30, Sa 9–17, So 12–17 Uhr, Eintritt R$10 (Führung auf Englisch)

Die Igreja da Misericórdia besitzt ein interessantes Museum
Beim Rundgang durch das Museu da Misericórdia

Fundação Pierre Verger

Gleich gegenüber liegt die Fundação Pierre Verger. Hier sind Bilder des französischen Fotografen (1902–96) ausgestellt, der 50 Jahre bis zu seinem Tod in Bahia lebte und sich intensiv mit bahianischer Kultur und Religion beschäftigt hat. In dem kleinen Raum kannst du dir die wechselnden, stets sehr interessanten Ausstellungen seiner Fotografien kostenlos ansehen, die übrigens auch aus anderen Erdteilen stammen, die der Künstler im Laufe seines langen Lebens bereist hat. Im dazugehörigen Galerieladen werden Bücher, Poster, T-Shirts und andere Souvenirs verkauft.
Mo–Fr 9–20, Sa 9–18 Uhr

Beeindruckende Schwarz-Weiß-Fotografien des Franzosen Pierre Verger
Ausstellungsraum für die Werke von Pierre Verger

Cruz Caída

Ein paar Schritte weiter erreichst du schließlich die Praça da Sé. Hier stand einmal die historische Kathedrale von Salvador, die 1933 einer Modernisierung der Altstadt mit Straßenbahnanschluss zum Opfer fiel – einige Schienen sind im Pflaster noch zu sehen.

Links erinnert das zwölf Meter hohe „Mahnmal des Gefallenes Kreuzes“ Cruz Caída des Künstlers Mario Cravo an den damals sehr umstrittenen Abriss der bedeutenden Kirche. An dieser Stelle befindet sich außerdem eine Aussichtsplattform, von der aus sich ein fast ebenso beeindruckender Panoramablick auf die Allerheiligenbucht bietet, wie vom Fahrstuhl an der Praça Municipal aus.

Aussichtspunkt beim Cruz Caída, dem Mahnmal des gefallenen Kreuzes

Zu Beginn des Platzes erinnert ein Denkmal an Dom Pedro Fernandes Sardinha, den ersten Bischof der Stadt, der 1556 von Ureinwohnern gefangen und verspeist wurde.

Blick auf die Praça da Sé mit zwei Denkmälern und schattigen Laubbäumen

Denkmal für Zumbi dos Palmares

Das zweite Denkmal auf der Praça da Sé ist Zumbi dos Palmares (1655–95) gewidmet, dem Anführer der größten Siedlung aus geflohenen und freigeborenen Sklaven, in der von 1654 bis 1694 – über 40 Jahre lang – zeitweise bis zu 30.000 Menschen in Freiheit gelebt haben. Unter der Führung von Zumbi wandelte sich ab 1678 die Taktik des Königreichs Palmares, die bis dahin ausschließlich aus der Abwehr der portugiesischen und holländischen Kolonialherrscher bestanden hatte. Zumbi jedoch ging zum Gegengangriff über: Die Kämpfer von Palmares griffen Plantagen und Dörfer an und befreiten auf diesem Weg weitere Sklaven. Das Ende war dennoch unvermeidbar: 1694 legten portugiesische Truppen das Dorf in Schutt und Asche, die Überlebenden wurden erneut versklavt. Zumbi gelang zunächst die Flucht, wurde jedoch ein Jahr später gefasst und am 20. November 1695 hingerichtet. Das Datum wird bis heute als „Tag des Schwarzen Selbstbewusstseins“ (Dia da Consciência Negra) von der afrobrasilianischen Gemeinde gefeiert. Die Zumbi-Statue ist eines der seltenen Denkmäler eines Schwarzen in Brasilien. Wo, wenn nicht hier, im „schwarzen Herzen“ des Landes, könnte besser an den Befreiungskampf der afrikanischen Sklaven erinnert werden?

Anführer entflohener und freigeborener Sklaven: Zumbi dos Palmares
Das Zumbi-Denkmal findet stets Beachtung

Paço Arquiepiscopal

An Ständen wird allerlei Tand angeboten und Jugendliche schieben hier rollende Kioske vor sich her; in den Thermoskannen ist Cafezinho, der „kleine Kaffee“. Das auffällige Gebäude etwas weiter am Platz auf der linken Seite ist der Paço Arquiepiscopal von 1715, ehemaliger Verwaltungssitz der Erzdiözese, heute residiert hier ein Energieunternehmen.

Beleuchteter Springbrunnen vor dem Paço Arquiepiscopal

Plano Inclinado Gonçalves

Hinten links führt hinter dem Springbrunnen eine kleine Stichgasse zum Plano Inclinado Gonçalves, einer Standseilbahn in die Unterstadt, die jedoch öfters nicht in Betrieb ist.

Eine Standseilbahn führt ins Geschäftszentrum der Unterstadt

Casa do Carnaval

Gleich neben dem Plano Inclinado Gonçalves hat die Casa do Carnaval eröffnet, ein Museum, das über den einzigartigen Karneval von Bahia informiert. Zu sehen sind Kostüme und Instrumente, und im ersten Stock können sich Besucher in zwei interaktiven Kinos mit Masken und Hüten ausstatten und bei einem 10- bis 15-minütigen Video mit Erklärungen von Stars wie Daniela Mercury und Ausschnitten von Ilê Aiyê oder Olodum auch mittanzen. Zu Beginn wird ein Audio-Guide (Englisch) ausgegeben. Von der hinteren Terrasse bietet sich ein prachtvoller Blick auf die Bucht. Den Eingangsbereich oder Vorplatz des historischen Hauses zieren drei übergroße „Foliões“ (Jecken, Narren).
Di–So 11–19 Uhr (Einlass bis 18 Uhr), Eintritt R$30

Traditionelle Kostüme des einzigartigen afrobrasilianischen Karnevals von Salvador
Drei Jecken weisen den Weg

Terreiro de Jesus

Der nächste Platz ist dann bereits der Terreiro de Jesus, erkennbar an einem von hohen Palmen eingerahmten Brunnen, dessen Figuren die vier größten Flüsse Bahias symbolisieren. Er ist der belebteste der fünf Plätze im Zentrum und sollte vor allem am Abend deine erste Anlaufstelle sein. Der Platz wurde erst kürzlich schön restauriert und bietet nun auch lange geschwungene Bänke, auf denen man ein wenig verweilen und das bunte Treiben verfolgen kann. An Ständen werden Getränke verkauft und rings herum gibt es Bars und Restaurants. Am späten Nachmittag finden hier meistens öffentliche Capoeira-Runden statt, die jedoch kommerziell orientiert sind: Fürs Zuschauen und Fotografieren wird eine Spende erwartet.

Der Terreiro de Jesus am Abend

Catedral Basílica

An der Ecke zur Praça da Sé erhebt sich die mächtige Catedral Basílica, der Bischofssitz der Erzdiözese Salvador. Diese prachtvoll restaurierte Kathedrale gilt als die kunsthistorisch bedeutendste Kirche in Brasilien. Sie wurde vom Jesuitenorden im 16.–18 Jahrhundert erbaut, das Kolleg in Salvador war seinerzeit das größte außerhalb Roms. Ab 1933 fungierte die Kathedrale als Erzbischofssitz und war damit die zentrale Repräsentanz des Vatikans in Brasilien. Lediglich ein Flügel des 1903 durch einen Brand zerstörten Seminars ist noch erhalten. Der Innenraum der Kirche ist verhältnismäßig schlicht, hat klassische Proportionen und ist harmonisch ausgestaltet.

Die Kathedrale von der Praça da Sé aus gesehen

Beeindruckend ist die Verkleidung der Frontseite sowie von Kanzel und Innenwänden des Schiffes mit portugiesischem marmorähnlichem Kalkstein: ein einzigartiger Luxus. Bemerkenswert ist auch die prachtvolle Decke mit vergoldeter Kassettendekoration. Die Sakristei mit ihren reichen Sakristeischränken ist nach Meinung von Kunsthistorikern die prachtvollste Südamerikas. Das ornamentale Deckengemälde zeigt eine der ersten Darstellungen brasilianischer Flora und Fauna. Schöne Azulejos aus dem 17. Jahrhundert zieren die Wände.
Mo 12–17, Di–Sa 9–17, So 13–17 Uhr, Eintritt R$5

Schlichter, aber harmonischer Innenraum in der Catedral Basílica
Detail in der Kathedrale

Museu de Arqueologia e Etnologia und Museu Afro-Brasileiro

Gleich neben der Kathedrale liegt die ehemalige medizinische Fakultät, in der heute zwei interessante Museen untergebracht sind: Im Untergeschoss das Museu de Arqueologia e Etnologia sowie das Museu Afro-Brasileiro. Letzteres führt den Besucher durch vier Säle zu den Wurzeln Salvadors und enthält einige Aha-Erlebnisse zur afrobrasilianischen Kultur, besonders dem Candomblé. Herausragende Ausstellungsstücke sind die 27 Zedernholztafeln des Künstlers Carybé („Mural dos Orixás“), von denen jede einer Orixá-Gottheit gewidmet ist.
beide Mo–Fr 9–17 Uhr, Eintritt Ethnologisches Museum R$3, Afrobrasilianisches Museum R$6

Das Museu Afro-Brasileiro residiert in einem der schönsten Gebäude der Altstadt
Die Zedernholztafeln von Carybé

Igreja São Pedro dos Clérigos und Igreja de São Domingos de Gusmão

Dorival Caymmi besang die stolze Zahl von 365 Kirchen, die Salvador angeblich ihr Eigen nennt – für jeden Tag des Kalenderjahres eine. Auch wenn dies in den Bereich der Märchen und Mythen gehört, steht fest: Die höchste Konzentration an Kirchen im Nordosten Brasiliens findet sich in Bahia; und innerhalb Bahias in Salvador. Es dürften weit über 150 sein, aber nicht alle lohnen einen Besuch. Die schiere Anzahl an Kirchen aber beeindruckt. Alleine am Terreiro de Jesus stehen außer der Kathedrale noch zwei weitere, weniger bedeutende Kirchen: In der Igreja São Pedro dos Clérigos (18./19. Jahrhundert) vermischen sich Rokoko und neoklassizistischer Stil. Und die Igreja de São Domingos de Gusmão (1731) ist die Kirche des Laienordens der Dominikaner, ein einfacher Bau mit Perspektivmalerei an der Decke.
Igreja São Pedro unregelmäßig, Dominikanerkirche Mo–Fr 9–12, 14–17 Uhr, Eintritt R$5

Eine von vielen: die Igreja de São Domingos de Gusmão

Cruzeiro de São Francisco

Der sich anschließende schmale und autofreie Platz heißt Cruzeiro de São Francisco. Sofort fällt hier das große Franziskanerkreuz ins Auge, das den Platz dominiert. An ihm liegen einige Straßenrestaurants, Reisebüros, eine Filiale von Banco do Brasil und Geldwechselstuben. Abends wird hier häufig Livemusik gespielt.

Der Cruzeiro de São Francisco mit der Franziskanerkirche
Auch am Abend belebt: Cruzeiro de São Francisco

Igreja e Convento São Francisco

Am Ende des Platzes erhebt sich Salvadors prunkvollste Kirche und zweifellos wichtigste Sehenswürdigkeit der Altstadt: die „Goldene Kirche“, die Igreja e Convento São Francisco. Das Ensemble bestehend aus Kirche und Kloster gilt als herausragendes Beispiel für den brasilianischen Barock. Es wurde ab Ende des 17. Jahrhunderts im Auftrag des Franziskanerordens errichtet. Berühmt ist besonders der unfassbar üppig vergoldete Innenraum, es bleibt einem beim Eintreten fast der Atem stehen vor so viel Gold, prächtigen Heiligenfiguren und fast schon unsittlich anmutenden Puttenengeln. Die ebenfalls reichlich mit Gold und wertvollen Deckenmalereien verzierte Sakristei wird zu den prächtigsten des Landes gezählt.

Die Chorkapelle der Goldene Kirche von Salvador
Sakristei der Franziskanerkirche

Ein weiteres einmaliges Highlight ist im Kreuzgang des Klosters zu bestaunen, wo die Wände mit einzigartigen Bildern aus blau-weißen Azulejos aus dem 18. Jahrhundert bestückt sind. Dargestellt sind darauf Motive zur Ethik des menschlichen Lebens nach Horaz. Es ist die größte Ansammlung portugiesischer Fliesenkunst weltweit außerhalb Portugals.
Mo, Mi–Sa 9–17.30, Di 9–17, So 10–15 Uhr, Eintritt Kirche und Kloster R$5

Führung im Franziskanerkloster

Igreja da Ordem Terceira de São Francisco

Links neben dem Franziskanerkloster liegt die Kirche des Laienordens der Franziskaner, die Igreja da Ordem Terceira de São Francisco. Das im Vergleich zur benachbarten Klosterkirche schlichte Innere wurde im 19. Jahrhundert klassizistisch verändert. Es lohnt sich ein näherer Blick auf die mit Ranken, Heiligen- und Engelsfiguren verzierte Fassade aus portugiesischem Sandstein, die im Stil des in Mexiko weit verbreiteten Churriguerismus gestaltet wurde. Solch feine, figürliche Steinmetzarbeiten sind ansonsten nur vom spanischen Kolonialbarock bekannt und in Brasilien einzigartig.
tgl. 8–17 Uhr, Eintritt R$5

Auffällige Fassade: die Igreja da Ordem Terceira de São Francisco

Largo do Pelourinho

Vom Terreiro de Jesus abgehend führen drei Gassen zum Largo do Pelourinho.

Museen in der Rua Maciel de Baixo

Wenn du die Rua Maciel de Baixo entlanggehst, kommst du unterwegs an mehreren interessanten Museen vorbei: Das Solar Ferrão ist einer von zahlreichen Palastbauten reicher Grundbesitzer vom Ende des 17. Jahrhunderts. Das Gebäude diente eine Zeit lang als Jesuitenseminar. Heute sind hier in einem Kulturzentrum das Museu Abelardo Rodrigues mit einer Sammlung sakraler Kunst sowie eine Galerie untergebracht. Des Weiteren können in der Kollektion „Emília Biancardi“ traditionelle afrobrasilianische und indianische Musikinstrumente besichtigt werden.
Museen Di–Fr 10–17, Sa 13–17 Uhr

Eingang zum Centro Cultural Solar Ferrão

Ein paar Häuser davor zeigt das Museu Tempostal alte Postkarten von Stadtansichten, sortiert nach Stadtteilen. Tempostal ist dabei ein Wortspiel aus den portugiesischen Begriffen „tempo“ (Zeit) und „postal“ (von „cartão postal“, Postkarte).

Alte Postkarten im Museu Tempostal

Postkartenansicht am Largo do Pelourinho

Schließlich erreichst du den Largo do Pelourinho. Hier liegt das eigentliche Zentrum der Altstadt. Der Platz ist schon wegen seiner Struktur und des Formates außergewöhnlich: steil abfallend und dreieckig, mit unebenem Kopfsteinpflaster belegt. Der Blick von hier oben über die bunten Häuser und Dächer dürfte zu den am meisten fotografierten Motiven in Salvador zählen – schließlich handelt es sich um eine der bekanntesten Postkartenansichten der Stadt: Zur Rechten fällt sofort die blaue „Sklavenkirche“ ins Auge, im Hintergrund erheben sich im benachbarten Carmo-Viertel die charakteristischen Türme der Igreja do Santíssimo Sacramento do Passo.

Das Zentrum im Zentrum: der steil abfallende Largo do Pelourinho
Auch abends belebt: Largo do Pelourinho

Casa Michael Jackson

Hier auf diesem Platz drehte Michael Jackson 1996 unter der Regie von Spike Lee Teile des berühmten Videos zum Nr.1-Hit „They don’t care about us“, eine musikalische Anklage gegen soziale Ungerechtigkeit. An dem Balkon, von dem Jackson seinen Song herausschrie, hängt heute ein Poster, das an den Besuch des 2009 verstorbenen Superstars in Salvador erinnert. Weitere Aufnahmen entstanden in der Favela Santa Marta in Rio de Janeiro. Die Dreharbeiten wurden von etlichen Schwierigkeiten und Behinderungen seitens der Behörden begleitet, der Journalist Alex Gernandt erinnert sich im Spiegel an den Videodreh in Rio.

Casa Olodum

Der große Erfolg des Songs bedeutete gleichzeitig den internationalen Durchbruch der aus dem Pelourinho stammenden Rhythmusgruppe Olodum, die inzwischen als eine der größten Legenden der bahianischen Musik gilt. Ein paar Häuser weiter bietet der auch sozial sehr engagierte Verein in seinem Hauptsitz „Casa do Olodum“ Souvenirs mit dem berühmten Olodum-Logo an, die Einnahmen gehen unter anderem an Schul- und Sozialprojekte. Der Ort für die Aufnahmen des Jackson-Olodum-Videos hätte jedenfalls historisch nicht treffender gewählt werden können. Die wenigsten Besucher wissen, dass dort, wo heute Touristen flanieren, früher Sklaven ausgepeitscht wurden: Pelourinho heißt übersetzt Pranger.

Hauptsitz der weltberühmten Rhythmusgruppe Olodum

Igreja do Rosário dos Pretos

Auf der rechten Seite trägt die blau getünchte Igreja do Rosário dos Pretos wesentlich zum unverwechselbaren Panorama des Largo do Pelourinho bei. Die auffällige blaue Kirche prägt das Stadtbild des historischen Zentrums wie kaum eine andere. Sie wurde zwischen 1704 und 1781 in Nachtschichten von der Bruderschaft der Schwarzen für die afrobrasilianische Gemeinde errichtet und ermöglichte ihnen die Pflege ihrer religiösen Traditionen, besonders des Candomblé. Im Kircheninnern sieht man Azulejos in den Farben grün, gelb und rosa. Besuchenswert ist die belebte afrikanische Messe (Missa Afro) mit Gesang und Percussion, die dienstags etwa um 18 Uhr beginnt.
Mo 12–17, Di–Sa 8–17 Uhr, Eintritt R$5

Die Dächer von Salvador mit der Igreja do Rosário dos Pretos
Lebendige Missa Afro am Dienstag

Fundação Casa de Jorge Amado

Am oberen Ende des Platzes hat die Fundação Casa de Jorge Amado eine kleine Ausstellung über Jorge Amado, den 2002 verstorbenen berühmtesten bahianischen Autor, eingerichtet. Neben einer Übersicht über seine in 49 Sprachen übersetzten Bücher gibt es eine interessante Fotosammlung, die den Dichter mit Persönlichkeiten aus aller Welt zeigt. Zu dem Komplex gehören außerdem das nach Amados Ehefrau benannte Café Teatro Zélia Gattai, die als Schriftstellerin ebenfalls Berühmtheit erlangte, sowie ein kleiner Souvenirladen. Schräg gegenüber liegt übrigens das ehemalige Wohnhaus des Autors, heute ein Hotel.
Mo–Fr 10–18, Sa 10–16 Uhr, Eintritt R$5

Museu da Gastronomia Baiana

Etwas weiter bergab stößt du rechterhand auf das hübsche und angenehm klimatisierte Museu da Gastronomia Baiana, in dem über die bahianische Küche informiert wird. Es war bei seiner Eröffnung 2006 das erste Museum Lateinamerikas, das sich ausschließlich der Gastronomie gewidmet hat. Vorgestellt werden klassische Zutaten, traditionelle Herstellungsprozesse und üblicherweise verwendete Materialien der typischen bahianischen Gerichten wie Moqueca, Vatapá oder Acarajé. Auf Schautafeln werden darüber hinaus auch ethnische und soziokulturelle Hintergründe erläutert. Zwei Türen weiter befindet sich ein Verkaufsladen.
Mo–Fr 9–17.30, Sa 9–15 Uhr

Typische Wasserbehälter in Bahia
Informative Schautafeln im Gastronomiemuseum

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