Rio de Janeiro: Nachtleben

Das Nachtleben von Rio de Janeiro ist legendär. Hier findest du Tipps und Empfehlungen zu den besten Ausgehmöglichkeiten der Stadt: von den berühmtesten Sambalokalen in Lapa über Straßenfeste mit Livemusik bis zu kultigen Traditionsbars.

Ein Besuch in Rio wäre unvollständig, ohne einmal in das berühmte Nachtleben der Metropole einzutauchen. Sei es in den eleganten Strandvierteln oder im lebendigen Nightlifedistrikt von Lapa, wo man in engen Sambaschuppen der Feierkultur der Cariocas ganz nahe kommt.

Den Cariocas eilt jedenfalls der Ruf voraus, dass sie gerne und häufig ausgehen. In geselliger Runde trinkt man reichlich Bier, doch auch eine umfangreiche Speisekarte gehört in einer brasilianischen Bar immer dazu. Über fehlendes Nightlife können sich Rio-Besucher wahrlich nicht beklagen, die Zahl der Bars (Botecos oder Botequins), Tanzlokale (Danceterias, Boates), Discos (Discotecas) und Clubs (Clubes) ist beachtlich. Dabei spielt die Musik immer eine wichtige Rolle, meist in Form von Livebands oder Solo-Gitarristen.

Unterkunftstipp für deinen Aufenthalt in Rio de Janeiro:
Das beliebte Arena Ipanema Hotel besticht durch seine vorzügliche Lage an einem kleinen Park im Stadtteil Arpoador. Die Strände von Ipanema und Copacabana sind jeweils nur einen Steinwurf entfernt. Darüber hinaus bietet das Hotel modern designte Zimmer und eine Dachterrasse mit Pool, Lounge und fantastischem Meerblick. Ein weiterer Pluspunkt ist das Engagement der Hotelleitung für nachhaltigen und umweltfreundlichen Tourismus. Hier findest du das Hotel bei Booking.com. Weitere Hoteltipps in verschiedenen Preisklassen findest du weiter unten im Artikel.

Hieran herrscht kein Mangel: Ausgehmöglichkeiten in Rio de Janeiro

Welche Musikstile sind in Rio verbreitet?

Der bekannteste und typischste Musikstil für Rio ist natürlich Samba, aber auch die damit verwandten Pagode und Chorinho sowie die in den Jazz driftende und in Rio geborene Bossa Nova werden oft gespielt und sind geradezu emblematisch für die Stadt. Darüber hinaus sind oft die in ganz Brasilien verbreitete brasilianische Popmusik MPB, nationaler Rock oder regionale Tanzmusik, wie der aus Nordostbrasilien stammende Forró, zu hören. Bei der Vorstadtjugend ist Funk Carioca populär, eine Musikrichtung, die aus den Armenvierteln von Rio stammt und inzwischen im ganzen Land erfolgreich ist. Nordamerikanische oder europäische Radio-Hits wirst du dagegen eher selten hören, wenngleich die großen Weltstars natürlich auch in Rio verehrt werden.

Hier ein paar Hörbeispiele, was dich in Rio musikalisch erwartet.

Samba

Einen klassischen Samba, der typischer für Rio nicht sein könnte, zeigt dieses Video der Gruppe Revelação. Angefangen vom Carioca-Dialekt des Sängers über die komplette Percussion-Besetzung bis zur charakteristischen Cavaco oder Cavaquinho (kleine Gitarre), dieser Auftritt ist purer Samba Carioca.

Choro (Chorinho)

Die Übergänge zwischen Samba und Choro sind fließend und nur studierte Musikwissenschaftler können die Unterschiede genauestens benennen. Hier ist ein Beispiel für einen sogenannten Samba-Choro, bei dem einige der größten Künstler des Landes vereint sind, unter anderem Hamilton de Holanda, das ist der fantastische Könner an der Mandoline, sowie der großartige Songwriter João Bosco. Dieser Samba-Choro bringt sogar einen Hauch Jazz mit auf die Bühne.

Bossa Nova

Natürlich wirst du auch heute noch dem Bossa Nova hin und wieder begegnen, jenem magischen Musikstil aus Rios „Goldenen 1950er-Jahren“, den Tom Jobim in Ipanema erschuf und der mit dem „Girl from Ipanema“ einen Siegeszug um die Welt antrat. João Gilberto war einer der größten Interpreten dieser Ära und bis heute wird er für seinen Gitarrenstil und den scheinbar mühelos gehauchten Gesang verehrt.

Forró

Der Forró stammt ursprünglich aus dem Nordosten von Brasilien, ist aber mit den Migrantenströmen auch nach Rio gelangt und heute weit verbreitet. Hier ein Live-Auftritt im legendären Circo Voador mit Akkordeongenie Mestrinho beim Baile do Almeidinha, ein Event, das Hamilton de Holanda dort lange veranstaltete:

Funk Carioca

Der klassische Funk aus Rio kam anfangs noch ziemlich leicht und beschwingt daher, die Videos zeigen oft ein bisschen von den Baile-Funk-Festen und viel Strand. Hier ein Klassiker von MC Leozinho.

Beim heutigen modernen Funk geht es musikalisch und sprachlich dagegen härter zur Sache, und die Konzerte sind schon zu Superproduktionen geworden, wie dieser Ausschnitt von Nego do Borel zeigt.

In welchen Vierteln ist abends am meisten los?

Das Nightlife-Zentrum von Rio befindet sich eindeutig im Stadtteil Lapa. Dieses ältere Bohème-Viertel ist mit mehr als 50 Lokalen die Ausgehmeile Rios, am häufigsten wirst du hier traditionelle Sambamusik hören.

In den Atlantikvierteln (Copacabana, Ipanema, Leblon) finden sich dagegen eher trendige, aber nicht ganz billige Bars, in denen jüngeres und gestyltes Publikum verkehrt. Dasselbe gilt für die angrenzenden Stadtteile Gávea und Jardim Botânico. Lokale, in denen getanzt werden kann, sind hier wie dort aber eher seltener anzutreffen.

Eine aktive und teilweise urban-alternative Szene trifft sich im lebendigen Ausgehviertel von Humaitá rund um die Rua Visconde de Caravelas. Ein interessantes Erlebnis sind auch noch die After-Work-Partys in der Rua do Ouvidor im Zentrum, die an Wochentagen am frühen Abend mitunter als eine Art Warm-up für spätere Ausgehaktivitäten fungieren.

Auch außerhalb der Touristenviertel lässt sich manche Ausgehperle finden, wie zum Beispiel in Humaitá

Tipps für den Club-Besuch

In besseren Bars oder Clubs, in denen Eintritt zu zahlen ist, erhalten Gäste oft eine Chipkarte, auf der alles gespeichert wird, was im Laufe des Abends konsumiert wurde. Den Gesamtbetrag, einschließlich 10 Prozent Trinkgeld, zahlst du am Ende an der Kasse. Zu den Stoßzeiten bilden sich dann in der Regel teilweise recht lange Schlangen, die den Heimweg durchaus erheblich verzögern können. Also am besten nicht in Eile oder überstürzt aufbrechen, sondern sich dafür etwas Zeit reservieren. Wichtig auch: Bei Verlust dieser Karte ist der Besitzer berechtigt, einen Schätzwert in Rechnung zu stellen, der nicht unbedingt zu deinen Gunsten ausfallen muss. Also gut auf die Karte aufpassen. Ebenfalls sollte Nachtschwärmern bekannt sein, dass man sich für einige Events über Facebook auf eine Gästeliste, eine sogenannte „Lista Amiga“ setzen lassen kann. Dazu trägst du dich auf der jeweiligen Pinnwand ein, dein Name ist dann registriert und bei Eintritt erhältst du eine Ermäßigung.

Rio, die Hauptstadt der Gay-Gemeinde

Rio de Janeiro wurde schon mehrfach zur gay-freundlichsten Stadt der Welt gewählt. Etwa 25 Prozent der ausländischen Touristen sind dem LGBTQ+-Publikum zuzurechnen. Bei der Ankündigung von Festen oder Veranstaltungen wird in Brasilien manchmal auch der Begriff GLS (= gays, lésbicas e simpatizantes) verwendet. Wichtigstes Zentrum in Rio ist der Stadtteil Ipanema, wo besonders entlang der Rua Farme de Amoedo viele nette Cafés und Bars beliebte Treffpunkte sind, zum Beispiel die neue Boteco Belmonte an der Ecke Avenida Vieira Souto.

Am Strand von Ipanema zeigt Rios LGBTQ+-Gemeinde Flagge

Ausgehtipps

Traditionsbars in den Strandvierteln

Garota de Ipanema, Rua Vinicius de Moraes 49, Ipanema. In dieser ikonischen Bar entstand der Bossa-Nova-Erfolgssong von Tom Jobim und Vinicius de Moraes, als sie aus dem Fenster blickend das vorbeischlendernde Mädchen („Garota“) Helô Pinheiro sahen. Ein paar Fotos aus diesen Tagen erinnern noch an die bedeutende Episode, die die brasilianische Musik verändern sollte, auch T-Shirts und Bilder mit Noten des Liedes weisen darauf hin, wo man sich befindet. Nostalgiker, überwiegend aus dem Ausland, kommen an dieser Bar nicht vorbei.
tgl. 12–2 Uhr

Zeitreise: Noten an der Wand erinnern an die Geschichte der Bar und des Liedes „Garota de Ipanema“
Halboffene Terrasse der Bar Garota de Ipanema

Vinicius Bossa Nova Bar, Rua Vinicius de Moraes 39, Ipanema. Auf der anderen Straßenseite setzt sich die Zeitreise fort: Auch das Vinicius ist eine traditionelle Adresse für Liebhaber des Bossa Nova. Während du sehr gute Live-Interpreten oben in der Bossa Nova Bar erleben kannst (Eintritt variabel ab etwa R$60), serviert im unteren Bereich ein feines Restaurant seine Gerichte an manchen Tagen ebenfalls zu prima Livemusik (Freitag und Samstag ab 19 Uhr, kein Couvert).
tgl. 12–1 Uhr

Jobi, Av. Ataulfo de Paiva 1166 B, Leblon. Im Herzen von Leblon servieren die portugiesischen Besitzer Manoel und Narciso seit 1956 Brahma Chope mit cremigem Schaumrand in ihrer bereits zur Institution gewordenen kleinen Boteco. An den Wochenenden versammeln sich die Stammgäste an den Außentischen unter schattigen Bäumen. Kundschaft und Kellner kennen sich seit Jahren und nennen sich beim Namen, eine Nachbarschaftskneipe im besten Sinne. Zum Bier gibt es hervorragende panierte Shrimps, exzellente Petiscos und günstige Tagesgerichte (bis 16 Uhr).
tgl. 10–4, Fr, Sa bis 6 Uhr

Ein Bierchen mit Freunden unter Bäumen, im Jobi ist das seit 1956 möglich

Academia da Cachaça, Rua Conde de Bernadotte 26, Leblon. In der Ladengalerie Terrasse Centre befinden sich eine Reihe stets belebter Straßenbars. Die Academia da Cachaça ist dabei einer der beliebtesten Orte zur Happy Hour (Montag bis Freitag von 15 bis 21 Uhr). Im Angebot sind zu diesen Zeiten hervorragende Caipirinhas und andere Drinks, selbstverständlich alle mit den besten Cachaças des Landes – und nicht etwa mit Wodka – gemischt. Die frittierten Snacks sind zwar keine leichte Kost, lassen sich aber gut mit den exzellenten Getränken runterspülen. Sehr lecker ist der Caldo de Feijão, ein Bohnensüppchen in einer kleinen Schale.
tgl. 12–1 Uhr

Seit 1985 erste Anlaufstelle für Fans des Zuckerrohrschnapses: Academia da Cachaça
Edle Tropfen: Academia da Cachaça

Traditionsbars in Santa Teresa

Bar do Gomes (Armazém São Thiago), Rua Áurea 26. Die populärste Einheimischenkneipe des Viertels ist besonders urig-rustikal. Von 1919 bis 2002 war die originelle Bar ein Kolonialwarenladen, man sieht’s noch, denn manche Utensilien aus dieser Zeit dienen heute als Dekoration. Viele Bewohner aus der Nachbarschaft trinken hier ihr Feierabendbierchen. Auf der Karte stehen weitere preiswerte Getränke, darunter 100 Cachaça-Sorten. Außerdem gibt’s köstliche Snacks oder Salgados (gut sind die gefüllten Teigtaschen: Empanadas) und üppige Salami- oder Mortadella-Sandwiches.
Mo–Do 16–23, Fr, Sa 12–23, So 12–21 Uhr

Kult: die Bar do Gomes in Santa Teresa
Einstiger Kolonialwarenladen: Bar do Gomes

Bar do Mineiro, Rua Paschoal Carlos Magno 99. Die Bar do Mineiro ist seit 1992 eine der beliebtesten Kneipen von Santa Teresa. Hier treffen sich sowohl Touristen als auch Locals, die gerne bei einem angeregten Schwatz mit einem Glas in der Hand auf dem Fußweg und bis auf die Straße hinaus stehen. Im oft zu vollen Innern der Bar fallen an den Wänden die älteren Fotos brasilianischer Gesangsstars und naive Bauernmalerei aus Minas Gerais auf, der Bundesstaat, aus dem der Besitzer („Mineiro“) stammt.
Di–So 11–24 Uhr

Ein Evergreen in Santa Teresa: die unprätentiöse Bar do Mineiro

Eine Sambanacht in Lapa

Im unterhalb von Santa Teresa gelegenen Ausgehviertel Lapa liegen die meisten und besten Sambaschuppen der Stadt. In den Straßen rund um die Arcos da Lapa, einem 1723 für die Wasserversorgung der Stadt eingeweihten 270 Meter langen Aquädukt, herrscht eine vibrierende Atmosphäre, Freitag- und Samstagabend rücken Tausende von Nachtschwärmern an. Der Hauptplatz unter den Arcos da Lapa war bis Anfang der 1940er-Jahre so etwas wie der Place Pigalle in Paris. Als Spielsalons und Cabarets verboten wurden, begann der Niedergang; die Reichen von Santa Teresa zogen zudem an die Copacabana um. Seit 2000 erlebt Lapa jedoch ein fantastisches Comeback, heute gibt es hier über 50 Musikkneipen und Bars – meist in restaurierten postkolonialen Prachtbauten, die echtes Altstadtflair verströmen.

Ort für Nachtschwärmer: Tagsüber liegen die Lapa-Bögen ruhig da

Die Avenida Mem de Sá

Rund um die Rua Riachuelo vor dem Aquädukt ist die Architektur weniger schön, die Szene zeigt sich stärker alternativ und es ist auch etwas gefährlich. Die meisten besseren Lokale und überwiegend studentischem Mittelschichtpublikum liegen in der gleich hinter dem Aquädukt beginnenden Avenida Mem de Sá. Freitags und samstags starten hier ab 22 Uhr die heißesten Nächte Rios. Tausende Einheimische sowie zahlreiche Touristen flanieren auf dieser Partymeile auf und ab und genießen die lockere Straßenfestatmosphäre.

In einer der besten Bars Leviano kann man halb draußen und drinnen sitzen, das Ambiente ist stilvoll-modern, die Bands spielen auch internationale Hits, die Pausen füllt ein DJ, es gibt gute Drinks und recht preiswertes Essen. Etwa Hundert Meter weiter, an der Kreuzung von Avenida Mem de Sá und Rua do Lavradio befinden sich vier große Eckkneipen, in denen man auf Barhockern draußen sitzen und bei einer Caipi das bunte Treiben verfolgen kann, am besten ist es in der Boteco da Garrafa.

Das Leviano ist einer der Treffpunkte im Nightlifeviertel Lapa

Am Ende der Rua do Lavradio

Am Ende der Rua do Lavradio, von der Avenida Mem de Sá in 15 Minuten zu Fuß zu erreichen, liegt eine zweite sehr nette Nightlife-Meile, sie ist 140 m lang und verkehrsberuhigt. Dort findest du mehrere hübsche Bars, zum Teil auch mit Tischen draußen. Der Renner und das Epizentrum dieser Meile ist das Rio Scenarium, Rios größter und beliebtester Sambaschuppen, welcher vor allem durch seine Antiquitäten-Dekoration besticht und fast schon eine Art eigene Sehenswürdigkeit in Rio darstellt (mehr Details dazu siehe unten). Wer nicht hineingehen möchte, kann an der anderen Straßenseite im guten Seafood-Lokal Mangue Seco draußen sitzen und dabei auch die Musik hören und das Treiben beobachten.

Berühmte Sambalokale mit Livemusik

Carioca da Gema, Avenida Mem de Sá 79. Wer Samba live erleben möchte, hat in Lapa die Qual der Wahl. Nahe der Hauptkreuzung liegt das kleine Carioca da Gema, das traditionsreichste Musiklokal des Viertels mit stets gutem Programm. Hier solltest du auf Körperkontakt eingestellt sein, denn die Kneipe in einem Altbau ist klein, eng und ab 22 Uhr immer rappelvoll – es gibt nur wenige Tische mit Sitzplätzen und fast alle Gäste tanzen sowieso. Das Publikum reicht von Mittelschicht bis alternativ. Gespielt wird vor allem mitreißende Samba- und Chorinho-Livemusik. Besonders am Montagabend, wenn die meisten anderen Lokale geschlossen sind, ist das eine gute Option.
So–Di, Do, Fr ab 19.30, Sa ab 21 Uhr, R$20–30

Café Cultural Sacrilégio, Avenida Mem de Sá 81. Diese bekannte Bar ist eine der besten für traditionelle Samba-Livemusik, das Publikum ist gemischt und umfasst alle Altersgruppen. Gleich neben dem Carioca da Gema gelegen erwartet dich auch hier ein kleines, intimes Musiklokal in einem Altbau, in dem ebenfalls flotter Live-Samba gespielt und viel getanzt wird, aber auch hier ist mit einem Sitzplatz eher nicht zu rechnen. Wegen der exzellenten Caipis empfiehlt es sich, schon früh zu kommen und vor dem Konzert etwas vorzuglühen, dazu einer der superleckeren Appetizer, wie die Quesadillas mit Hühnchenfüllung, die laut vielgereisten Globetrottern sogar besser als die in Mexiko schmecken sollen.
Di–Fr 19–3, Sa 20–4 Uhr, Tischreservierung Mo–Fr 10–19 Uhr, Band ab 21 Uhr, Eintritt Di–Do R$25, Fr, Sa R$35, Ermäßigung über Website („Lista Amiga“)

Rio Scenarium, Rua do Lavradio 20. Das berühmteste In-Lokal von Rio richtet sich an die Freunde des Samba, Chorinho und Bossa Nova. Beim Eintritt in das sich über drei Etagen erstreckende Bar-Restaurant sticht sofort die schöne Dekoration ins Auge, das Interieur fällt wirklich aus dem Rahmen: Gäste fotografieren erst einmal die mit Antiquitäten gefüllten Räume oder den uralten, noch von Hand bedienten Fahrstuhl. Die zentrale Hauptbühne mit der Tanzfläche befinden sich unten, in den oberen Etagen ist die Musik jedoch auch zu hören. Dort gibt es weitere Bühnen für Livemusik. Insgesamt sind es sieben verschiedene Räumlichkeiten („Ambientes“) für bis zu 2000 Personen. Eine Vorgruppe spielt meistens ab 19.30 Uhr, während die berühmtere Hauptband ungefähr gegen 23 Uhr die Bühne betritt. Die Gäste stammen aus der Mittel- und Oberschicht und sind gemischten Alters, ganze Familien kommen hierher, genauso wie viele Touristen. Das Rio Scenarium ist ein echtes Stück Rio.
Do, Fr ab 19 Uhr, Sa ab 20 Uhr, Eintritt im Vorverkauf ab R$30, Abendkasse ab R$45

Blick vom Oberrang auf die Bühne im Rio Scenarium

Straßenfeste

Neben den bekannten Bars und Kneipen gibt es noch diverse über die Stadt verteilte Straßenfeste, in denen meistens Live-Pagode oder Samba gespielt wird und die ein beträchtliches Publikum anziehen. Zu den bekanntesten dieser Events zählt am Montag- und Freitagabend das Fest an der Pedra do Sal. Am Fuße des Morro da Conceição nahe dem Largo de São Francisco da Prainha im Stadtteil Saúde steigt 200 Meter vom Schiffsterminal eine populäre Sambarunde im Freien auf einem kleinen Platz. Man steht oder setzt sich auf die Treppen einer Gasse und holt sich Getränke von einer Bar.
Mo, Fr ab 19 Uhr

Am Pedra do Sal steigt eins der bekanntesten Straßenfeste von Rio

Beco do Rato, Rua Joaquim Silva 11, Glória. An die 400 Leute versammeln sich in und vor dieser kleinen Bar in einer Sackgasse zu einer stilechten „Roda de Samba“. Das Ambiente gleicht auch hier dem einer größeren Straßenparty. Hinter den Musikern sind im Innenraum auf einem Wandgemälde musikalische Ikonen Rios wie Alcione oder Beth Carvalho verewigt, was ganz dem Charakter dieses Ortes und der gespielten Musik entspricht.
Live-Samba Di, Do 20–24, Fr 20–2 Uhr, Eintritt R$15–20
Am Samstag sind Zeiten und Eintritt variabel

Abendliche Straßenparty mit Livemusik in der Beco do Rato

Bip Bip, Rua Almirante Gonçalves 50, Copacabana. Ein regelrechtes Sambajuwel ist die winzige Bar Bip Bip. Vor dem legendären kleinen Laden von 1968 versammeln sich auf dem Gehweg Stammgäste und zufällig hierher verirrte Touristen, nippen ein Dosenbier und lauschen einigen der besten Musiker Rios. Gespielt wird je nach Wochentag Samba, Bossa Nova oder Choro. Um die Nachtruhe der Anwohner nicht zu stören, wird anstatt zu applaudieren oft nur anerkennend mit den Fingern geschnipst. Wer Glück hat, erlebt eine dieser kultigen Jamsessions einmal live mit.
So–Fr ab 19 Uhr

Authentischer Live-Samba wird im intimen Bip Bip in Copacabana gespielt

Nightlife Guide für Rio

Wer tiefer in Rios Nachtleben einsteigen möchte, findet im Büchlein Rio for Partiers auf Englisch viele gute Ausgehtipps. Das Buch wurde zuletzt 2016 aktualisiert, ist aber immer noch erstaunlich aktuell. Viele der Tipps, wie Rios Nachtleben funktioniert, sind zeitlos und auch heute noch für Rio-Reisende äußerst wertvoll.

Am interessantesten ist es, wie der weit gereiste brasilianische Autor Cristiano Nogueira den Gringos – stets mit einem charmanten Augenzwinkern – erklärt, wie die Cariocas ticken. So benennt er zum Beispiel die 14 klassischen „Fashion Crimes in Rio“ oder gibt nützliche Tipps für ganz alltägliche Situationen.

In Buchform ist dieser Klassiker wohl aktuell nicht mehr erhältlich, aber du kannst dir ein PDF davon kostenlos über die Website herunterladen. Das früher sehr nützliche Gutscheinheft dürfte allerdings keine Gültigkeit mehr besitzen.

Hotels & Unterkünfte

Zum Abschluss noch schnell ein paar Tipps für deinen Aufenthalt in Rio de Janeiro.

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